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"Fanny und Scylla" oder "Die zweite Frau"
Originaltitel: The Weeping Ash, 1980 Autorin: Joan Aiken Verlag: Diogenes Genre: Sonstige Bewertung: 4.5 |
England 18. Jahrhundert:
Im Leben der 16jährigen Fanny Herriard geht
es nicht gerade lustig zu. Als mutterlose Tochter eines Pfarrer hat sie
noch sieben ältere Schwestern. Da sie keine Aussicht auf eine Mitgift
hat, heiratet sie den erheblich älteren Thomas Paget, ein überaus
unangenehmer Mann, mit 3 Töchtern, davon sind 2 älter als
Fanny.
Sie beziehen das Haus von Thomas Paget Cousine Juliana, die es ihm großzügigerweise während ihrer Abwesenheit überlassen hat, jedoch unter der Bedingung, wenn ihre gemeinsamen Verwandten, Scylla und Carloman aus Indien in England auftauchen, ihnen das Wohnrecht zu gewähren.
So beginnt Fanny’s freudloses Leben und nur ihrer sanften, inneren Festigkeit hat sie es zu verdanken, dass sie von ihrem Mann nicht gebrochen wird.
Zur gleichen Zeit in Indien:
Scylla und Carloman leben in einer indischen
Provinz bei ihrer Pflegemutter Amanda Musson. Scylla hilft im Krankenhaus
von Miss Musson und unterrichtet die zwei kleinen Prinzen des Mahardschas
in Ziatur im Lesen, Geographie, Englisch, Französisch.
Ihr Zwillingsbruder Carloman, Cal genannt, schreibt
Gedichte und ist oft mit dem Kronprinzen Mihal zusammen, ein intriganter
Nachfolger seines Vaters, sollte dieser Sterben.
An ihrem 17. Geburtstag lernt sie Colonel Cameron
kennen, der ihr das Leben rettet.
Als der Maharadscha durch einen Anschlag stirbt,
müssen Miss Musson, Scylla und Cal aus Ziatur flüchten, da der
Nachfolger Mihal die Engländer haßt. Spektakulär lotst
Colonel Cameron sie aus der Stadt hinaus. Es beginnt eine wilde Flucht
durch Afghanistan, Persien, Türkei, bis sie endlich in England ankommen.
Durch ein Missverständnis trennen sich Scylla und Cameron im Streit.
Thomas Paget ist nicht sehr begeistert, als seine Verwandten aus Indien bei ihm ankommen, seine Hartherzigkeit kennt keine Grenzen, aber verwehren kann er ihren Einzug nicht. Doch das Schlimmste steht ihnen allen noch bevor...
Eine bewegende Geschichte im Sinne von M. M. Kaye’s ‚Palast der Winde’ . Das Indien des 18. Jahrhundert und die Flucht ist das Kernstück des Romans, parallel erzählt die Autorin noch die Geschichte Fanny’s, die im Gegensatz zu Scylla, alle Einschränkung einer Frau ihrer Zeit hat. Beim Lesen des Romans durchlebt man eine ganze Bandbreite an Gefühlen: Entsetzen - Trauer - Abenteuer - Liebe - Spannung - Happy End. Die Liebesgeschichte bleibt aber im Hintergrund.
Review, 21.02.01 von Maria K.
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