"Masquerade"

Englische Originalausgabe: von 1999

Verlag: Leisure Books

Durchschnittsbewertung: 3.0

 

Diese Anthology handelt von vier englischen Schulfreundinnen, die sich 1819 zur Karnevalszeit in Venedig aufhalten. Die jeweiligen Hauptpersonen einer Geschichte tauchen in den anderen Geschichten als Nebenfiguren auf.

"Black Widow" - Autorin: Linda Jones

Audrey Lady Graystone, eine junge Witwe, ist gar nicht nach Karneval zumute. Audrey wurde im Alter von 19 Jahren von ihrem Vater, einem Spieler, zur Begleichung seiner Schulden an den siebzigjährigen Sir Harry Graystone verheiratet. Nach nur drei Tagen Ehe starb Sir Harry, und es wird gemunkelt, Audrey habe ihn entweder mit Gift oder durch ein Übermass an Leidenschaft umgebracht - dabei wurde die Ehe nie vollzogen. Seitdem ist Audrey als "Black Widow" berüchtigt.

Audrey lernt auf dem Markusplatz den begabten Porträtmaler Giovanni Valentino kennen. Sie lässt sich von ihm überreden, ihm für ein Aktbild Modell zu stehen. Audrey und Giovanni verlieben sich
ineinander und kommen sich rasch näher. Da taucht ihr angeheirateter Neffe, der schleimige Norton Graystone, auf, der Audrey unbedingt heiraten möchte, um an das Graystone-Erbe heranzukommen - sie aber weist ihn ab.

Da bekommt Giovanni, dem Audrey nur ihren Mädchennamen genannt hatte, mit, dass sie die berüchtigte Lady Graystone ist, und wendet sich von ihr ab, weil er annimmt, dass sie ihre Beziehung zu ihm nur als flüchtiges Abenteuer ansieht. Audrey ist völlig verzweifelt; Norton versucht noch dazu, sie zu erpressen - doch dank Giovanni, der Audrey nicht vergessen kann, wendet sich doch noch alles zum Guten.

Eine recht nette Story mit interessantem Beginn, lässt dann aber insgesamt etwas nach.

"Queen of the Night" - Autorin: Sharon Pisacreta

Die junge Isabel Penrose ist diesmal nicht nach Venedig gekommen, um Karneval zu feiern, sondern sie ist auf der Suche nach dem mysteriösen Count Dante, der der Grund für ihre derzeitige missliche Lage ist. Ein Jahr zuvor im Karneval wurde fälschlicherweise das Gerücht in Umlauf gebracht, dass Isabel mit Count Dante, einem berühmt-berüchtigten Frauenhelden, eine Nacht verbracht hätte. Isabel wurde von ihrer Familie verstossen. Nun sucht Sie Count Dante, der im Karneval stets mit schwarzem Umhang und einer roten Glasmaske verkleidet auftritt, um von ihm eine öffentliche Richtigstellung zu verlangen.

Im Karnevalstrubel trifft Isabel auf Romeo Corte, einen talentierten Glasmacher aus Murano, in den sie sich recht schnell verliebt. Romeo, der im Umgang mit Frauen recht schüchtern ist und stets zu stottern beginnt, und daher noch nie eine Freundin hatte, hat beschlossen, dem Glück nachzuhelfen, indem er sich eine identische Kopie der roten Glasmaske angefertigt hat und als Count Dante auf den Maskenbällen auftritt. Dadurch ergibt sich natürlich einiges an Verwicklungen, vor allem in seinem Verhältnis zu Isabel, bis er schliesslich doch noch mit ihr glücklich werden kann und ihren guten Ruf wiederherstellt.

Eine rechtz kurzweilige, lebendige Geschichte, allerdings nicht völlig überzeugend; auf alle Fälle die beste Story dieser Anthology.

"Love's Disguise" - Autorin: Elaine Fox

Pamela Shay, junge Tochter reicher Eltern, wird vor vollendete Tatsachen gestellt: ihr Vater eröffnet ihr, dass er sie Baron Nicholas Tyler, einem berüchtigten Spieler, versprochen hat. Pamela gelingt es nicht, ihre Eltern von diesem Entschluss abzubringen. Um ein letztes Mal ihre Freiheit geniessen zu können, bittet sie darum, ihre Freundinnen in Venedig besuchen zu dürfen, was ihre Eltern ihr schliesslich erlauben - aber nur, wenn sie ihre ehemalige Gouvernante, die säuerliche Mrs. Bartlett, als Begleitung mitnimmt. Pamela plant insgeheim, sich dem berüchtigten Count Dante an den
Hals zu werfen und ihn zu bitten, sie "zu ruinieren", da sie hofft, dass Baron Tyler sie dann nicht mehr heiraten möchte.

Auf einem Maskenball lernt Pamela einen ihr auf Anhieb sympathischen, als Pirat verkleideten Mann
kennen. Pamela und ihr Pirat treffen sich einige Male heimlich und verlieben sich ineinander. Plötzlich kommen ihre Eltern nach Venedig und eröffnen ihr, dass Baron Tyler auch dort sei - und es stellt sich heraus, dass der Baron - erraten - kein anderer als ihr "Pirat" ist, die Gerüchte über seine Spielleidenschaft betrafen eigentlich seinen Vater und einer Hochzeit steht demnach nichts mehr im Wege.

Eine ziemlich dürftige, durchsichtige Geschichte von eher geringem Unterhaltungswert.

"The Sun God" - Autorin: Katherine Deauxville

Die Geschichte handelt von Zuleika Hobson, genannt Zeika, die vierte der Schulfreundinnen. Zeika, die aus einer Zigeuner-Famile stammt, wurde von ihrem Vater auf die vornehme Schule geschickt, damit sie Zugang zu der höheren Gesellschaft bekommt. Zeika, die einer Einladung ihrer Freundinnen nach Venedig gefolgt ist, wird von ihrem Onkel Nestor, der dort ein betrügerisches Pfandleihgeschäft betreibt, gezwungen, die berühmten Dandolo-Juwelen von der alten Duchesse di Malacocco zu stehlen und gegen eine Kopie auszutauschen.

Auf einem Maskenball gelingt ihr dies auch; Zeika wird aber von einem als Sonnengott verkleideten Mann verfolgt. Um ihm zu entgehen, behauptet sie, sie sei die Contessa daglia Paglia.  Der "Sonnengott" behauptet daraufhin, sie sei seine ungetreue Ehefrau, und aus Angst vor Entdeckung lässt sich Zeika mit ihm ein und verliebt sich dabei in ihn.

Am nächsten Morgen entdeckt sie, dass die Dandolo-Juwelen verschwunden sind - der "Sonnengott" war also auch nur ein Dieb! Zeika macht sich auf die Suche nach ihm und gelangt in den geheimnisvollen Palast der daglia Paglias. Der "Sonnengott", Marco daglia Paglia, der letzte Nachkomme der alten, aber verarmten Adelsfamilie, muss sich unter anderem mit Diebstählen über Wasser halten. Zuerst will sich Zeika nur an ihm rächen, aber dann merkt sie doch, dass sie ihn liebt. Marco will sie heiraten und mit ihr nach Amerika auswandern. Nach einer dramatischen Verfolgungsjagd mit der Polizei können sie am Ende doch noch ihr Glück finden.

Eine ziemlich eigenartige, allzu unglaubwürdige Geschichte.

Beurteilung:

Diese Anthology ist nicht unbedingt zu empfehlen; es gibt zwar einige recht gute Ideen, zum großen Teil ist sie jedoch eher enttäuschend.

Reviewed am 02.11.99 von Sabine

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