"Stadt der tausend Augen"

Autorin: Ingeborg Bayer

Verlag:  Heyne Verlag, 2005 (=Neuauflage), 456 S.

ISBN: 3-453-47015-X

Bewertung: 4.5


Venedig, 1629: dieser Roman erzählt die Geschichte zweier Frauen aus völlig gegensätzlichen Gesellschaftsschichten Venedigs. Die junge Crestina Zibatti, Tochter einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie, interessiert sich, wie auch der von ihr angebetete ältere Bruder Ricardo, mehr für Kunst und Literatur als für die Geschäfte ihres Vaters. Crestina soll den Sohn eines Nürnberger Geschäftspartners ihres Vaters heiraten, lehnt dies aber zunächst vehement ab. Als dann jedoch Ricardo, der mit seinen Freunden verbotene Bücher schmuggelt, in große Gefahr gerät, reist sie mit ihm nach Nürnberg, um sich ihren Bräutigam und dessen Familie erst einmal näher kennen zu lernen. Doch bald stellt sich heraus, dass Crestina in der erstickenden Atmosphäre dieses Nürnberger Kaufmannshauses nicht glücklich werden kann, und sie kehrt in ihre Heimatstadt, auch wenn ihr diese ebenfalls manchmal recht bedrückend erscheint, zurück.

Die zweite Geschichte handelt von der Jüdin Lea, die mit ihrem Ehemann Abram, einem Buchhändler, und ihren drei Kindern im Ghetto von Venedig lebt; ihrem schwierigen Alltag, ihren Wünschen und Träumen, die sich nie so recht erfüllen wollen. Dann bricht in Venedig die Pest aus, und nach einer langen Zeit des Leidens treffen Crestina und Lea aufeinander und beginnen langsam, ihr eigenes Leben neu zu planen und gestalten.

Interessanter, spannender, einfühlsam erzählter Roman, der die oftmals bedrückende Atmosphäre und die Gefühle der Charaktere ausgezeichnet herausstellt.

Reviewed von Sabine R. am 18.06.06

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