18. Jahrhundert: zur
Zeit der napoleonischen Besatzung kommt die junge Ursul aus der
Nürnberger Kaufmannsfamilie Helmbrecht mit ihrem Onkel nach
Venedig. Das Leben dort verändert sich grundlegend; so erlebt sie
z. B. den Fall der Mauern des jüdischen Ghettos mit. Durch Leone,
mit dessen Familie Ursuls Onkel Geschäfte macht, gelangt sie an
einen rätselhaften Kupferstich, der Leones Vorfahrin Lea Coen
gehörte und drei Frauen vor einem Schiff zeigt. Eine davon muss
wohl Lea sein, doch wer sind die anderen? Eine der abgebildeten Frauen
erinnert Ursuls Onkel an ein Porträt zuhause in Nürnberg, das
eine Margarethe Helmbrecht zeigt, die vor langer Zeit in Venedig lebte,
einen Parfümhandel eröffnete und später dann ins
sogenannte Weihrauchland zog, von wo sie niemals mehr
zurückkehrte. Ursul, die von dieser Geschichte fasziniert ist,
macht sich auf die Suche nach weiteren Informationen und gelangt
über Umwege an ein Tagebuch dieser Margarethe.
Zu gleicher Zeit ist Chiara auf der Suche nach einem Palazzo aus dem
Cinquecento - sie will das Werk ihres verstorbenen Vaters
fortführen, der ein Buch über die architektonischen
Unterschiede venezianischer Paläste schrieb, und gerade ein
solcher aus dieser Epoche fehlt ihr noch. Sie mietet einen verfallenden
Palast, der einem Signore Basso gehört; in der Annahme, dass sie
dort in Ruhe arbeiten kann - doch ständig tauchen irgendwelche
Leute auf, die irgendwie mit der geheimnisvollen Geschichte des Palazzo
zusammenhängen, und dann entdeckt sie auch noch ein bisher
verborgenes Zimmer. Und irgendwann treffen Chiara und Ursul auf ihrer
Suche nach der Vergangenheit zusammen.
Der letzte Teil von Ingeborg Bayer's Venedig-Trilogie bietet wieder
interessante Einblicke in die venezianische Geschichte; die
Handlungsstränge sind jedoch teilweise recht sprunghaft, und das
offene Ende mag nicht so ganz zufriedenstellend wirken.
Kritik geschrieben von Sabine R., 30.12.2007
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