"Die Madonna von Forli"

Autor: Frederik Berger

Verlag: Rütten & Loening, Berlin, 2002, 569 S.

ISBN: 3-352-00590-7

Bewertung: 4.5

Italien gegen Ende des 15. Jahrhunderts: die unbeschwerte Kindheit der jungen Caterina Sforza, Tochter des mächtigen Herzogs von Mailand, findet ein Ende, als sie miterleben muss, wie der von ihr heimlich geliebte Reitlehrer, der verarmte Adlige Girolamo Olgiati, ein tödliches Attentat auf ihren Vater verübt und dafür zum Tode verurteilt wird. Als sie fünfzehn wird, muss sie das noch von ihrem Vater aus politischen Gründen ausgehandelte Eheversprechen mit Girolamo Riario, dem Neffen des amtierenden Papstes, einlösen; Riario ist ein geld- und machtgieriger, aber feiger Mann, der Caterina nur als Mutter seiner künftigen Söhne ansieht, ihr aber ansonsten keinerlei Freiheiten zugesteht. Vom glanzvollen Leben in Rom als "primadonna" (erste Dame) der Stadt also keine Spur; Caterina verbringt die nächsten Jahre mehr oder weniger eingesperrt in Riarios Haus, nicht einmal ausreiten darf sie; nur die ständigen Schwangerschaften unterbrechen das eintönige Leben; bis sie ihrem goldenen Käfig entflieht und sich tatkräftig in die Politik des Vatikans einmischt.

Riario, der den Titel eines Herzogs von Forli und Imola führt, und Caterina ziehen mit ihren Kindern in die Stadt Forli; bei einem Attentat wird ihr Ehegatte getötet, und Caterina übernimmt, da ihr ältester Sohn noch minderjährig ist, die Regentschaft - sie will eine gerechte und gute Herrscherin werden. Ihre Liebe zu dem jüngeren Giacomo Feo, dem Bruder des Kastellans von Forli, den sie später heimlich heiratet, bringt sie jedoch bald in Schwierigkeiten; als dann auch Giacomo Feo einem Attentat zum Opfer fällt, nimmt Caterina blutige Rache an den Verschwörern und allen, die mit ihnen nur entfernt zu tun hatten. Doch das Schicksal hält noch weitere Prüfungen für sie bereit; die schwerste davon die Begegnung mit Cesare Borgia, dem für seine Grausamkeit berüchtigten Sohn des neuen Papstes, der Caterina Sforza in die Knie zwingen will.

Die spannend erzählte, tragische Lebensgeschichte einer starken und außergewöhnlichen Frau in der Zeit der italienischen Renaissance; mit farbigen Charakteren und einer Vielzahl an historischen Details. Obwohl es jedoch manchmal etwas anstrengend ist, den Überblick über die geschichtlichen Zusammenhänge zu behalten, ist dieser Roman sehr empfehlenswert.

Kritik geschrieben von Sabine R, 12.04.2003

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