The Kitchen Witch

Autorin: Annette Blair

Verlag: Berkley

Bewertung: 3.0

Nach einer recht turbulenten Jugend scheint Logan Kilgarven nun endlich seinen Platz im Leben gefunden zu haben - nach langem Streit hat er endlich das Sorgerecht für seinen vierjährigen Sohn Shane bekommen, ist zurück in seine Heimatstadt Salem gezogen und arbeitet als Produzent beim örtlichen Fernsehsender. Alles deutet auf ein ruhiges, verantwortungsvolles Leben hin - wäre da nicht seine Nachbarin Melody Seabright.

Den Gerüchten zufolge ist Melody einen Hexe und so ist Logan verständlicherweise auch in einer Notsituation nur sehr zögerlich bereit sie zu bitten ein paar Stunden auf Shane aufzupassen. Als Gegenleistung verspricht ihr Logan ein Vorstellungsgespräch bei seinem Boss - ausgerechnet für eine Stelle als Star einer neuen Kochshow. Das Problem ist nur - Mel kann nicht mal Wasser kochen. Doch mit Charme und Sexappeal bekommt sie den Job, das Publikum liebt die "Kitchen Witch", Shane würde am liebsten sofort bei ihr einziehen und nachdem auch Logan Probleme hat ihr fernzubleiben, beginnt er sich zu fragen, ob Mel nicht vielleicht doch ein paar magische Fähigkeiten hat...

Die Grundidee des Buches ist recht viel versprechend - um es allerdings aus der Mittelmäßigkeit herauszuheben, fehlt ihm leider einiges. Einen echten Konflikt hat das Buch nicht - das Hindernis liegt ausschließlich bei den beiden Helden selbst - und erzeugt irgenwann beim Leser in erster Linie das Gefühl, dass hier zwei Menschen mit echten Entscheidungsschwierigkeiten aufeinander treffen.

Mels Gedankengänge und Handlungen vor allem rund um das Thema Sex sind mir ein wenig zu unstetig. Zuerst benimmt sie sich wie eine junge Frau, für die Lust ein normaler Bestandteil ihres Lebens ist - im nächsten Moment wirkt sie so unerfahren wie eine viktorianische Historicalheldin. Noch dazu bekommen ihre Rechtfertigungsversuche bezüglich Logan irgendwann einen Touch, den man eigentlich nur mit dem amerikanischen Begriff "clintonesque" umschreiben kann.

Auch bei Logan ist ab einem gewissen Punkt nicht mehr nachvollziehbar, was eigentlich sein Problem sein soll - er will sie, er will sie nicht, er will sie... Positiv hervorzuheben sind vor allem die Menge an Nebencharakteren - Logans und Mels Familien, die Kollegen im Fernsehsender und Mels Freunde. Fazit: Trotz aller Kritikpunkte eine durchaus lesenswerte Geschichte, aber kein Buch, das man zweimal in die Hand nimmt.

Review geschrieben von Alex W., 04.06.06
 

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