"Wohin der Wind die Blüten trägt"

Originaltitel: Moonrakers Bride

Autor: Madeleine Brent

Verlag: Bastei Lübbe

Bewertung: 4.0


China zur Zeit der Opiumkriege. Lucy Waring, eine junge Engländerin, die als Kind von Missionaren geboren wurde und deren Eltern kurze Zeit darauf an einer Choleraepidemie starben, versorgt auf einer Missionsstation unter großen Mühen und Gefahren fünfzehn chinesische Kinder. Als sie eines Tages aus Not bei einem Diebstahl ertappt wird, landet sie im Gefängnis und lernt dort den Abenteurer und Schatzsucher Nicholas Sabine kennen. Dieser vertraut ihr ein Geheimnis an, das sie nicht mehr los lässt und in die Fehde zweier Familien verwickelt. Als Sabine ihr ein Geheimnis anvertraut, steht sie plötzlich zwischen den Marshs, die ihr ein Heim in England bieten wollen und den Falconers, deren Sohn um sie wirbt.

Mir wurde dieses Buch als großer Victoria Holt Fan empfohlen und ich kann nur sagen, welch ein Vergnügen es war, es zu lesen. Ich fühlte mich zurück versetzt, als ich 12 war und meinen ersten VH las, der mich in Geheimnisse und ferne Welten entführte. Mit Madeleine Brent habe ich jemand gefunden, der die Tradition dieser klassischen Romantik-Thriller ebenso gut versteht. Natürlich gibt es auch Unterschiede. Brents Heldinnen sind weltoffener, mutiger und haben gelernt, allein in der Welt zu stehen. Sie handeln aktiver und etwas wilder. Dafür bittet die Geschichte weniger Mystik und geheimnisvolle Verwicklungen. Doch beide verstehen es die Zeit des Kolonialzeit aufleben zu lassen und das mit ihren guten und schlechten Seiten. Man glaubt beinahe des Duft der Opiumhöhlen zu riechen.

Die Story hat einige geschickte Verwicklungen und Handlungswechsel, die gerade zu Beginn manchmal fast etwas zu schnell aufeinander folgen. Doch keine Szene ist unwichtig für das weitere Geschehen und jede kleinste Handlung findet früher oder später eine Bedeutung. Das ist mir sehr positiv aufgefallen. Der Stil ist manchmal etwas holprig. Ich frage mich aber, ob es vielleicht an der Übersetzung liegen könnte. Allerdings gibt es oft kurze knappe Sätze, die die vorangetrieben Art der Handlung noch unterstreichen.

Die Charaktere sind weniger eindimensional, als sie zunächst scheinen. Lucy bietet für ein Mädchen ihrer Zeit eine breite Palette an Wesenszügen an und ist eine Person, mit der sich auch der Leser erst nach und nach anfreundet. Zu befremdlich sind am Anfang viele ihrer Handlungen. Insgesamt fand ich die Charaktere, die sie in China umgeben vielschichtiger, wohin insbesondere die Marsh etwas nach hohler Hülle aussehen, aber vielleicht ist genau das auch damit gewollt.

Auf alle Fälle ein Roman, der Unterhält, Herz und Spannung bietet und sich nur schwer und ungern in ein Genre einordnen lässt.
Fazit: Nicht mein Letzter!

Reviewed von Tara am 17.06.04

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