"Annie’s Song"

Amerikanische Originalausgabe: von 1996

Autorin: Catherine Anderson

Verlag: Avon Books , 410 S.

ISBN: 0-380-77961-7

Genre: Historical

Bewertung: 3.0


1890 Hooperville, Oregon: Annie Trimble war ein ganz normales Kind, doch seit sie an einem schlimmen Fieber erkrankte, ist sie geistig zurückgeblieben. Zurückgezogen in ihrer eigenen kindlichen Welt, wächst sie zu einer hübschen jungen Frau heran, die ungewollt die Aufmerksamkeit von Douglas Montgomery auf sich zieht. Nach einer durchzechten Nacht finden er und seine drei Kumpanen Annie allein im Wald vor. Douglas, der von seinem älteren Bruder Alex verwöhnt wurde und nie die Verantwortung für seine Taten übernehmen musste, vergewaltigt die stadtbekannte „Idiotin“, in der Annahme, Alex würde es, wie so oft schon richten. Doch dieses Mal hat er sich verrechnet! Angewidert von der Brutalität seines Bruders setzt Alex Douglas vor die Tür und bietet Annie’s Vater jede mögliche Unterstützung an, falls nötig.

Die Monate vergehen und Alex glaubt, alles wäre überstanden, da schneit mitten in der Nacht Annie’s Vater ins Haus und teilt ihm mit, dass Annie schwanger ist. Da Alex selber unfruchtbar ist, entschließt er sich dazu, das Mädchen zum Schein zu heiraten und das Kind seines Bruders als sein eigenes aufzuziehen. Annie jedoch, die wegen ihrer geistigen Umnachtung nicht fähig ist, ein Baby zu versorgen, soll nach der Geburt wieder zurück in ihr sicheres Elternhaus. Doch als die junge Frau in sein Haus kommt, wird Alex in ihre wundersame Welt hineingezogen und mit einem Mal wird ihm nicht nur bewusst, dass Annie taub und nicht dumm ist, sondern auch, dass er sich in sie verliebt hat!

Eine interessante Story, die zeigt, wie schnell man in dieser Zeit als „irre“ abgestempelt wurde. Die ungeübten Erklärungsversuche von Alex und seiner Haushälterin (Annie wurde seit ihrer Krankheit nicht mehr unterrichtet, oder gar aufgeklärt!) enden nicht selten in der Geschichte über die Blumen und die Bienen. Aber trotz der lustigen Missverständnisse zwischen der jungen Frau, die denkt, sie bringt ein Kind zur Welt, indem sie ein Ei legt (!) und dem Mann, der entdeckt, was ihr wirklich fehlt, ist die Geschichte nur Durchschnitt. Besonders zum Ende hin verliert das Buch seine Energie in, für den Leser sinnlosem, Hin- und Herüberlegen, was das Beste für die Heldin ist. Nur bedingt zu empfehlen.

Review von Katja, 20.07.2002

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