"Isabelle - Die verbotene Kammer"

Autorin: Mireille Calmel

Originaltitel: La Bal des Louves, La Chambre maudite

Verlag: Bertelsmann Club Premiere, 16,95 Euro

Bewertung: 4.5

Auvergne um 1500

Die junge Isabeau lebt mit ihrer Familie auf den Hof von Fermouly, als plötzlich der Lehnsherr Francois de Chazeron ihren Vater besucht. Er will sich dort umhören, denn es gibt Gerüchte, dass in der Gegend ein Werwolf sein Unwesen treibt. Es sind schon einige Kinder verschwunden und vor kurzem hat man erst einen Mann der Kirche tot aufgefunden. Dort bekommt er per Zufall Isabeau zu Gesicht, sofort entflammt, will er dieses schöne Mädchen besitzen. Als er hört, das Isabeau kurz vor ihrer Hochzeit steht, fordert er das Recht der ersten Nacht ein. Doch Isabeau würde lieber sterben, als sich dem herrischen Chazeron hinzugeben.

Sie überredet schließlich ihren Bräutigam, gleich nach der Hochzeit zu fliehen. Aber der Fluchtversuch scheitert, schnell werden Sie von Chazeron und seinen Männern eingeholt, ihr Bräutigam sowie ihr Vater werden ermordet. Isabeau muss Chazeron zu Willen sein, wird grausam misshandelt und anschließend schwer verletzt vor das Burgtor geworfen. Die Wölfe sollen sich gütlich tun.

Aber Isabeau überlebt, keiner ahnt, dass die Frauen in ihrer Familie übernatürliche Kräfte besitzen. Sie selbst kann mit den Wölfen sprechen, ihre Schwester Albèrie verwandelt sich in Vollmondnächten  sogar in einen Werwolf. Sie lebt nun bei den Wölfen und hält sich in den Höhlen und Gängen unter der Burg versteckt. Dort bringt sie auch ihr Kind, das Mädchen Loraline zur Welt, Folge der Vergewaltigung durch Chazeron.

Viele Jahre lebt sie isoliert, nur ihre Schwester besucht sie in den Vollmondnächten. Inzwischen hat sie viele Experimente in einer unterirdischen Kammer durchgeführt, um ein Mittel zu finden, das ihre Schwester vom Wolfsfluch befreit.  Dazu muss sie aber den Stein der Weisen finden, die viel beschworene Tinktur, die Metall in Gold verwandelt, Gestalt umwandeln und ewige Jugend schenken kann. Sie ahnt nicht, dass auch Chazeron verbissen experimentiert, um Metall in Gold zu verwandeln.

Fünfzehn Jahre hält Isabeau nur eines aufrecht, die Rache an dem Mann, der ihr Leben so böswillig zerstört hat. Aber dann trifft sie ein weiteres Verhängnis, Chazeron hat ihre Tochter Loraline in die Fänge bekommen.

Die Autorin vermischt in dieser Geschichte gekonnt historische und paranormale Elemente. Isabeau ist eine sehr starke Frau, die sich für das an ihr und ihrer Familie begangene Unrecht rächen will. Als Nebencharaktere hat die Autorin zwei bekannte Köpfe dieser Zeit eingebaut.  So begegnet der Leser Philippus Bombastus von Hohenheim, besser bekannt unter den Namen Paracelsus, sowie Michel de Nostre-Dame (Nostradamus). Fazit:  Ein ungewöhnlicher Roman, der sich wunderbar lesen lässt.

Der zweite Band erscheint im September 2004 ebenfalls beim Club, ich bin schon sehr gespannt, wie sich die Geschichte weiter entwickeln wird.

Reviewed von Uschi am 25.06.04

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