Autorin: Marie Christen
Verlag: Knaur
Preis: EUR 16,90
Bewertung: 4.5
1309: Die junge Yseè lebt seit sie denken kann im Beginenhof Weingarten in
Brügge. Aber es gibt ein dunkles Geheimnis in ihrer Vergangenheit, das sie hüten
muss. Sie ist ein rebellischer Geist, die Enge des Beginenhofes und die vielen
Pflichten, fallen ihr nicht immer leicht. Aber sie ist bestrebt sich gut
einzufügen, denn der Klosterhof ist ihre Heimat. Als die Beginen zu einer
Kaufmannsfrau gerufen werden, die im Sterben liegt, verlässt Yseè zum ersten Mal
die schützenden Mauern des Beginenhofes. Staunend nimmt sie die vielen neuen
Eindrücke wahr. Sie ahnt noch nicht, dass ihr bald schlimmes widerfahren wird.
Die Beginen von Weingarten haben es auch nicht leicht. Da sie sehr erfolgreich
Handel treiben, werden sie von den verschiedenen Zünften angefeindet. Man neidet
ihnen den Steuererlass, der von König Phillip den Schönen, gewährt wurde. Ein
reicher Tuchhändler reicht sogar Beschwerde bei dem König ein. Philipp der
Schöne von Frankreich, sendet daraufhin seinen Ritter Matthieu nach Brügge.
Dieser soll die näheren Umstände des Handelsstreit ergründen, und auch Einsicht
in die Bücher der Beginen nehmen. Da Phillips Kassen immer leer sind, hat er
schon ein begehrliches Auge auf das Vermögen der Beginen geworfen. Aber nicht
nur er, sondern auch der Papst hört von dem Zwist, aus demselben Beweggrund
schickt er deshalb den jungen Zisterziensermönch Simon, ebenfalls nach Brügge.
Eines nachts bricht in einer Lagerhalle im Beginenhof Feuer aus. Der Brand wurde
vorsätzlich gelegt, um ein Verbrechen zu vertuschen, man hat Yseè, die
inzwischen zur jungen schönen Frau herangewachsen ist, entführt. Als die junge
Frau Hilfe ganz dringend benötigt, trifft sie auf den Ritter Matthieu.
Als Matthieu und der Mönch Simon zufällig aufeinander treffen, sie beide kennen
sich gut, wissen, dass sie nun schnell handeln müssen. Sie kennen die
Vergangenheit von Yseè, daher wollen sie Yseè in Sicherheit zu bringen.
Die Autorin hat bisher schon zwei Biographien geschrieben, aber mit Beginenfeuer
den ersten Roman abgeliefert. Welch ein Einstand, dieser Erstlingsroman ist
einfach wunderbar geschrieben. Der Leser erfährt viel über das Leben der Beginen,
eine religiöse Frauengemeinschaft im Mittelalter, die aber ansonsten selbständig
im Denken und Wirken waren. Die Frauen konnten, im Gegensatz zum Kloster, auch
jederzeit die Gemeinschaft wieder verlassen. Daher wundert es nicht, dass die
Beginenhöfe, zwischen den Machtkämpfen von Staat und Kirche zerrieben wurden.
Außerdem spielt in diesem Buch auch noch der Templerorden eine Rolle, Jacques
Molay, der Großmeister der Templer wurde gerade in Paris als rückfälliger Ketzer
angeklagt. Auf eine Liebesgeschichte muss der Leser auch nicht verzichten.
Fazit: Faszinierend!
Kritik geschrieben am 30.10.05 von Uschi
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