"Stolz und Ehre"

Originaltitel: The Lords of Discipline

Autor: Pat Conroy

Verlag: Bastei Lübbe

Genre: Mystery

Bewertung: 5.0

Will McLean ging eigentlich nur seines Vaters wegen in die Militärakademie von Charleston, South Carolina. Er wußte, das dort aus Jungs ganze Männer gemacht wurden und so geschah es auch mit Will. Doch wußte er nicht, wie hart und brutal die Ausbildung – gerade im ersten Rekrutenjahr – war. Die „Rotärsche“, wie sie von allen Kadetten genannt wurden, wurden vom Kader geschunden, gedemütigt, gebrochen und manche sogar brachen die Ausbildung ab oder im schlimmsten Falle begingen die Jungs Selbstmord. Will McLean hatte das Jahrgangssystem, welches diese Behandlung rechtfertigte, gehaßt und versuchte sich immer als Rebell an der Akademie.

Im vierten und letzten Jahr, er und seine drei Kumpels freuten sich auf den Abschluß an dieser Akademie, wurde er jedoch beauftragt, für einen Rekruten die Augen offen zu halten. Der Rekrut, Tom Pearce, war der erste Schwarze an dieser Schule und es gab Gerüchte, das viele Mächte es nicht gern sehen würden, das Mr. Pearce seinen Abschluß machen könnte. Der Bär, ein respektierter und durchaus gerechter Colonol, bat Will, sich sofort mit ihm in Verbindung zu setzen, wenn irgendetwas schief läuft.

Tatsächlich lief im vierten und letzten Jahr alles schief. Will lernte ein Mädchen kennen und verliebte sich in sie. Jedoch war sie von einem anderen Mann schwanger und gab jeden Augenblick ihrer Bekanntschaft gab sie ihrem Hass über diese Situation Ausdruck. Als das Baby schließlich tot geboren wurde, verläßt Annie Kate Will. Desweiteren begann Will Nachforschungen über die „Zehn“ anzustellen. Nirgends gab es einen Beweis für die Existenz dieser Organisation, aber es kamen immer wieder hartnäckige Gerüchte auf. Die Organisation war äußerst brutal und zwang Rekruten zum Aufgeben, wenn der Kader es nicht geschafft hatte. Rekruten, die diese Folter überstanden hatten, begingen oft Selbstmord oder konnten die Akademie mit einer gebrochenen Seele verlassen.

Die Situation spitzte sich zu, als Mr. Pearce offensichtlich von den „Zehn“ mitgenommen wurde, um ihn zum „Gehen zu überreden“. Trotz das Will allein gegen 10 mustergültige Soldaten gegenübersteht, läßt er sich auf ein Machtspiel ein, das er zu verlieren schien. Aber dann bekam er das Ehrsystem der Akademie zu spüren, das jeden Kadetten der Akademie einschließt, der den Ring trägt …

Mein Fazit: Ich weiß nicht, was man noch in die Rezi schreiben sollte. Das Buch hat 900 Seiten, was auch erklären würde, warum ich geschlagene drei Wochen für diesen Roman brauchte. Der Roman ist so vollgepackt mit Melodramatik und Sinn für das Schöne, aber auch die Begriffe wie Freunschaft, Loyalität und der Glaube an die Gerechtigkeit prägen den Helden. Mein Schnuffel sagte mir, das der Autor mit diesem Buch seine eigene Geschichte verarbeiten wollte. Ich denke, das aber noch viel mehr dahinter steckt, das er den Süden in vielen Punkten haßt. Und dieses Buch ist vielleicht auch die Abrechnung mit vielen Dämonen in seinem Innern. Wahrlich ist dieses Werk gelungen, wenn gleich es brutal und furchteinflößend ist. Wer sich für das Militär interessiert, wird sich dieses Buch nicht entgehen lassen dürfen. Ich persönlich halte es für ein Meisterwerk und ich würde gern die Verfilmung dazu sehen. Hoffentlich wird es mal im TV ausgestrahlt!


Kritik geschrieben am 30.06.06 von Elke H., Herausgeberin von Monalous Homepage

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