Marie Cordonnier Review Page
|| Die gefährliche Lady || Die Macht der Liebe || Die falsche Herzogin || Silbernes Feuer ||

"Die gefährliche Lady"


Deutsche Erstveröffentlichung: 1988
Verlag: Droemer Knaur
Bewertung: 4.0

Nachdem der Kaufmann Rowland Epworth jahrelang die Schuldscheine von Lord Rupert aufgekauft hat, ist er in der Lage dessen ältesten Sohn, Gervaise Earl of Wintash, zu zwingen, seine Tochter Leonor zu heiraten. Um den Familienbesitz zu erhalten, willigt Gervaise ein. Doch schon am Hochzeitstag stößt ihn das schüchterne, dickliche Mädchen ab. Leonor jedoch hofft, dass sie mit dem gut aussehenden Earl eine glückliche Ehe führen kann. Beim Hochzeitsfest stirbt Leonors Vater scheinbar an einem Herzinfarkt. Da ihr Gatte nicht das Bett mit ihr teilt, nimmt Leonor an, er würde Rücksicht auf ihre Trauer nehmen. Doch bei der Testamentseröffnung ihres Vaters sagt er ihr deutlich, dass er nichts von ihr hält und auch nicht bereit ist die Ehe mit ihr zu vollziehen. Die unglückliche junge Frau stürzt sich daraufhin in die Arbeit und kümmert sich exzessiv um das sanierungsbedürftige Schloss. Im Halbbruder Gervais´ - Fennimore - gewinnt sie zudem einen treuen Freund. Dessen Mutter, der schönen Lady Amanda, unterstellt das Dienstpersonal eine Affäre mit Gervaise. Leonor fühlt sich körperlich immer schlechter. Eines Abends trifft sie in der Bibliothek auf einen angetrunkenen Gervaise. Da sie in ihrem Nachtgewand und mit offenem Haar doch sehr reizvoll wirkt, vergisst dieser seine guten Vorsätze und versucht sie zu verführen. Sie ist sein williges Opfer, bis er frühzeitig, dank seines Alkoholkonsums, einschläft. Am nächsten Morgen, weiß Gervaise nicht, wie er sich seiner Frau gegenüber verhalten soll, da er nicht sicher ist, ob wirklich etwas geschehen ist. Leonor bricht kurz darauf zusammen. Der Arzt diagnostiziert einen Herzfehler. Doch eine Erzählung ihrer Zofe bringt Leonor auf eine andere Idee. Nun ist sie sicher, dass ihr Mann sie vergiften will, um an ihr Vermögen zu gelangen. In ihrer Not isst sie kaum noch etwas und nimmt stetig ab, aber auch ihr Zustand bessert sich. Unterdessen bemerkt Gervaise, dass er etwas für seine Frau empfindet. Doch Leonor geht ihm beständig aus dem Weg, hält sie ihn doch für einen Mörder. Eines Tages lädt Lady Amanda sie zu einer Kutschfahrt ans Meer ein. Dort verletzt sich die Lady scheinbar und schickt Leonor zu ihrer Rettung durch eine Höhle, wohl wissend das diese sich dort verirren und bei Flut ertrinken wird...

Fast keine Liebesszenen, dennoch spannend und leicht zu lesen.

Geschrieben am 24.03.05 von Lexi

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"Die Macht der Liebe"

Deutsche Erstveröffentlichung: 1987
Verlag: Droemer Knaur
Bewertung: 4.5

Fortsetzung der „Isabelle“ Quadrologie  

Die junge Fleur ist glücklich als sie von der Königin von Frankreich in deren Hofstaat aufgenommen wird. Schließlich fasziniert sie das Leben am königlichen Hof ungemein. Dort begegnet sie dann auch Yves de Saint – Tessé, Graf von Chartière, in den sie sich auf den ersten Blick verliebt. Auch er ist von Fleurs Schönheit angetan, so dass er damit beginnt ihr stürmisch den Hof zu machen. Seinem Drängen kann sie nicht lange wiederstehen und so gibt sie sich ihm voller Leidenschaft hin. Doch als sie ihm schildert, was genau sie für ihn empfindet und von einer gemeinsamen Zukunft spricht, zieht sich der Graf von ihr zurück. Er geht sogar soweit sie zu demütigen und als Krämerstocher zu beschimpfen. Fleurs Liebe schlägt daraufhin in zügellose Wut um. So sehr, dass sie die Favoritin des Königs – die mächtigste Frau am Hofe – aufs Skandalöseste beleidigt, da sie denkt, Yves sei dieser wie ein Schosshund ergeben und würde auf deren Rat hören. Nur die Intervention der Königin bewahrt Fleur nach diesem Skandal davor, in einem Kerker zu landen. Allerdings werden strengen disziplinarische Maßnahmen gegen sie getroffen. Der König wünscht ihre Vermählung mit Yves de Saint – Tessé. Weder Fleur noch der Graf – der der Meinung ist sie hätte ihre Hände dabei im Spiel – sind von dieser Eheschließung begeistert. Beide beleidigen sich unentwegt. Aber eines nachts beginnen sie auch wieder damit, ihrer Leidenschaft füreinander nachzugeben. Somit sind sie bei Tage erbitterte Feine, nachts allerdings teilen sie das Bett miteinander. Da erfährt Yves, dass die Favoritin des Königs ein Komplott gegen Fleur geschmiedet hat. In dem Bestreben sie in Sicherheit zu bringen, will er mit ihr vom Hofe fliehen. Doch die Flucht wird vereitelt und beide werden in den Kerker geworfen. Erst dort gestehen sie sich ihre gegenseitige Liebe, werden aber wieder voneinander getrennt. Wird ihnen ein gemeinsames Leben beschieden sein?

Die Sprache ist erneut zwanghaft bemüht und schmälert das Lesevergnügen erheblich. Auch die Geschichte ist nicht sonderlich ansprechend. Allerdings erfährt man viel über das Leben bei Hof.

Geschrieben am 24.03.05 von Lexi

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"Die falsche Herzogin"

Deutsche Originalausgabe:  
Bewertung: 4.0

Dritter Teil um die Familie de Marivaux  

Die völlig verarmte Adlige Violaine de Saint Hédé macht sich nach dem Tod ihres Vaters nach Paris auf, um bei ihrer Schwester Unterkunft zu finden. Auf dem Weg dahin, wird ihre Kutsche von Banditen überfallen. Alle Insassen werden getötet. Nur durch das beherzte Eingreifen Raimond de Marivauxs, Vicomte de la Chaise, entgeht Violaine einer Vergewaltigung. Der Vicomte begleitet sie nach Paris, dort trennen sich ihre Wege zunächst. Violaine sucht ihre Schwester auf und ist erschüttert, denn diese führt nicht das prunkvolle Leben, das sie in ihren Briefen beschrieb, sondern lebt selbst an der Armutsgrenze. Nichts desto trotz kommt Violaine bei ihr unter, bis ihr Schwager ihr eine Arbeit im Palast der Schwägerin des Königs vermittelt. Eines nachts, als sie sich in die königlichen Gärten schleicht, begegnet sie Raimond, der gerade auf einem Fest des königlichen Bruders weilt. Beide geben ihrer Leidenschaft füreinander nach, doch Violaine erfährt keine Erfüllung, sondern Schmerzen. Unglücklich läuft sie davon. Doch bereits am nächsten Tag erhält sie von Raimond – der sich schuldig fühlt, weil er nicht sanft genug zu ihr war – ein Angebot. Er verspricht ihr ein angenehmes Leben, wenn sie seine Mätresse wird. Mangels Alternativen für die Zukunft willigt Violaine ein. Nach einer ersten erfüllenden Liebesnacht, bekommt Raimond starkes Fieber. Sein Bein hat eine tiefe Kriegswunde um die er sich nie gekümmert hat. Liebevoll pflegt Violaine ihren Geliebten gesund und nimmt ihm seine Kriegsverbitterung. Letztlich schreibt sie sogar seinem Vater einen Brief um Raimond mit ihm zu versöhnen. Als seine Familie eintrifft, flieht sie und kommt erneut im Palast unter. Dort wird sie Opfer einer schwarzen Messe bei der sie von mehreren Männern brutal vergewaltigt wird. Raimond findet sie dort und bringt sie nach Hause. Längst hat er erkannt, dass er Violaine liebt und heiraten will. Aber sie lehnt seinen Antrag ab, fühlt sie sich doch beschmutzt und wertlos. Erst als der König persönlich – nach Intervention von Raimonds Vater – ihr befiehlt ihn zu heiraten, willigt sie ein.

Ungewöhnlich realistisch. Die Charaktere sind nachvollziehbar gestaltet (natürlich will Violaine lieber die Mätresse eines Mannes sein, den sie liebt als sich im Palast krumm zu schuften und Raimond muss natürlich die Sinnlosigkeit des Krieges erkennen und verbittern). Die Sprache ist anstrengend.

Geschrieben am 24.03.05 von Lexi

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"Silbernes Feuer"

Deutsche Originalausgabe:  
Bewertung: 3.5

Der Vater der bettelarmen Féline, wird von seinem Lehnsherren bei einer Jagd einfach niedergeritten. Nun steht die junge Frau mitsamt ihrer jüngeren Schwester allein da. In einer regnerischen Nacht wird sie auch noch fast von der Kutsche des Marquis von Andelys überfahren. Doch diese Begegnung stellt sich als ihre Rettung heraus. Philippe, der Marquis, erkennt sofort, dass sie das perfekte Ebenbild seiner im Sterben liegenden Frau ist. Er bittet Féline mit ihm zu kommen. Die weigert sich jedoch zunächst. Erst als er verspricht ihr ihren größten Wunsch zu erfüllen, willigt sie ein, ihm zu Diensten zu sein. Philippe bringt ihre Schwester in ein Kloster und stattet sie mit einer großzügigen Mitgift aus. Damit hat er dem Wunsch von Féline Folge geleistet und kann sie nun mit auf sein Schloss nehmen. Auf der Fahrt dahin erklärt er ihr, wozu er sie braucht: er will sie als seine Frau ausgeben, um nicht nach dem Tod der echten Mauve in eine Ehe mit einer anderen gedrängt zu werden. Obwohl Féline mit diesem Plan nicht einverstanden ist, ist sie doch an ihr Wort gebunden. Auf dem Gut des Marquis angekommen, erfährt sie, dass Mauve noch vor Philippes Rückkehr gestorben ist. Außerdem lernt sie Mauves Vater – Amaury de Brune – kennen, zu dem sie sofort eine starke Verbundenheit fühlt. Während sie nun „unterrichtet“ wird, um die Rolle von Mauve perfekt spielen zu können, kommt sie ihrem „Mann“ immer näher. Der ist irritiert, dass er sich von dem Bauernmädchen so stark angezogen fühlt. In einer hellen Mondnacht kann er sein Verlangen nach ihr nicht mehr bezähmen und verführt sie an einem Teich. Féline ist glücklich, glaubt sie doch, er würde sie lieben. Doch bereits am nächsten Tag hat sich Philippe ohne ein Wort aus dem Staub gemacht. Amaury, der Féline längst wie eine eigene Tochter liebt überredet sie, Philippe an den französischen Hof nach Paris zu folgen. Gemeinsam brechen beide auf. Féline ist ein voller Erfolg am Hof, der König schenkt ihr sein Wohlwollen und Philippe erkennt endlich, dass sein Herz Féline voll und ganz gehört. Beide verbringen Tage voller Glück. Da erfährt Féline, dass sie schwanger ist. Sie will ihren „Mann“ verlassen, weil sie weiß, dass er einen regulären Erben braucht und keinen Bastard. Doch bevor sie sich endgültig dazu entschließen kann, wird sie von der Ex-Geliebten von Philippe, die das ganze Schauspiel durchschaut hat, erpresst, für immer zu verschwinden. Als Philippe herausfindet, dass sie verschwunden und schwanger ist, macht er sich sofort auf die Suche...

Der Bezug auf die Bartholomäusnacht ist gelungen.

Geschrieben am 24.03.05 von Lexi

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