"Timeline"

Autor: Michael Crichton

Genre: Science-Fiction

Bewertung: 4.5

Ich möchte ein Zitat aus dem Buch voranstellen:
*Wer über die Geschichte nichts weiß, der weiß überhaupt nichts. Der ist ein Blatt, das nicht weiß, dass es ein Teil eines Baumes ist."

In der Wüste Arizonas wird ein offensichtlich verwirrter Mann gefunden, der wenig später im Krankenhaus stirbt. Die Untersuchungen haben einige unerklärliche Ergebnisse gebracht, die auf technische Fehler zurückzuführen sein müssen, eine andere Erklärung scheint es nicht zu geben. Eine weitere Diskrepanz fällt auf: er ist mittelalterlich gekleidet, war aber Angestellter der High-Tech-Firma ITC.

Eine Gruppe verschiedener Wissenschaftler, Historiker, Techniker und Archäologen, arbeitet in Frankreich an Ausgrabungen der Burg La Roque. Das Geld dafür kommt von  ITC. Eines Tages kommt der Professor des Ausgrabungsteams nicht mehr von einem Besuch bei ITC zurück. Während der Ausgrabungen finden sie aber eine Notiz des Professors "Helft mir", datiert vom 7.4.1357, was eigentlich unmöglich ist, denn bisher hatte hier noch niemand ausgegraben.

Als die Fragen der Team-Mitglieder bei ITC immer dringender werden, muss die Firmenleitung die Forscher in ein lang gehütetes Geheimnis einweihen. Es ist ihnen gelungen, Menschen ins 14. Jahrhundert zu  transportieren. Nun ist es erforderlich, den verschollenen Professor zurückzuholen. Es scheint unmöglich zu sein. Sie wagen das Abenteuer, sind aber von den physikalischen Gesetzen der Quantentheorie und der Paralleluniversen zu schnellem Handeln gezwungen.

Ein spannendes Buch, das sich mit zwei Themen befasst, die mich besonders faszinieren - das Mittelalter und Zeitreisen bzw. Padadoxen der Wissenschaft. Endlich wird das Mittelalter nicht mehr, wie so oft, als finster, brutal, ungebildet beschrieben, sondern als Zeit des Wachstums und der kulturellen Blüte, besonders ab1200 n.C. - und was die Brutalität und das Töten angeht, das war im Mittelalter nicht schlimmer als es heute ist. Und auch heute wird, wie damals, intrigiert und verschwiegen und die Wahrheit zurechtgebogen.

An verschiedenen Stellen habe ich mir kleine Zettel ins Buch gelegt, z.B. wenn es um das Mittelalter geht oder die verschiedenen Theorien der modernen Physik oder um die sog. Transkriptionsfehler. Da lese ich immer mal wieder nach, so interessant sind die Erklärungen.

Mir gefiel auch, wie sich die Charaktere unter den neuen Bedingungen entwickeln. Da kommen ganz erstaunliche Persönlichkeiten zum Vorschein. Ich kann den Roman nur empfehlen, er hat mir sehr gut gefallen.

Kritik geschrieben von Carmen, 22.08.2003

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