"Die Unbesiegte"

Autorin: Utta Danella

Verlag: Heyne

Preis: 6,95 Euro

Bewertung: 2.5

Juni 1945. Der Krieg ist aus. In München soll ein blutjunger US-Leutnant ein Haus als Offiziersquartier beschlagnahmen. Das stürzt ihn in Verwirrung, denn er findet dort bereits heimatlos Gewordene: eine Ausquartierte, eine alte, adelige Dame, eine reiche Frau, einen schwer verwundeten Oberleutnant, einen Deserteur und eine Frau mit ihrer bei einem Luftangriff erblindeten Enkelin. General Patton erlaubt seinem Leutnant, diesen Menschen ihre Zuflucht zu lassen. Mühsam begreifen sie den Frieden und versuchen, ein eigenes Leben wieder zu finden. Die zentrale Kraft in diesem Kreis ist Nina, eine reife Frau, die immer wieder die eigene Verzweiflung überwindet, sich selbst nicht aufgibt, um für andere da zu sein, auch wenn sie dabei verletzt wird, wenn das verloren scheint, das sie liebt. Dieser Roman ist erst Ninas Geschichte und dann die ihrer Enkelin Maria. Das blinde Mädchen, das die anderen nur hören kann, gerät in die Mitte allen Geschehens, weil man ihm immer mehr zuhört: es singt. Maria hat eine begnadete Stimme und das Temperament einer großen Künstlerin. Das werden alle gewahr, die im Laufe der Nachkriegswirren und des beginnenden Wiederaufbaus in das Leben Marias und Ninas geraten: die verfolgte jüdische Ärztin; die englische Gutsherrin im Chiemgau; der aus dem KZ heimgekehrte Kunsthistoriker; der ehemalige Hitlerberater, der in den USA als Naturwissenschaftler Karriere gemacht hat; der altbayrische kunstvernarrte Baron; der berühmte Kammersänger; der Schauspieler, der seinen UFA-Ruhm in den Ruinentheatern bestätigt; der estnische Adelige, der in den USA zum führenden Psychiater wurde.

Dies ist das dritte Buch und der Abschluß einer Trilogie. Das Erste ist "Der dunkle Strom", das Zweite "Flutwelle". Nur hat mich dieses Buch, "Die Unbesiegte", überhaupt nicht dazu animiert, mich näher mit der Trilogie zu beschäftigen oder noch ein weiteres Buch der Autorin zu lesen. Genau wie mein erstes Buch von ihr, "Jakobs Frauen", war dies langatmig und zäh. Die Ereignisse waren viel zu lang und ausgedehnt beschrieben, so dass ich das Interesse verlor. Irgendwie kam mir das alles so unbedeutend vor. Obwohl mich wiederum das Thema sehr interessierte. Eine starke Frau in den besten Jahren durchlebt die Hölle des Krieges. Sie überlebt und kümmert sich auch noch um viele Familienmitglieder und Freunde in dieser schweren Zeit. An dem Thema hat es dieses Mal nicht gelegen. Nur kam ich überhaupt nicht mit dem Erzählstil der Autorin zurecht. Das sollte am besten jeder Leser selbst ausprobieren und das Buch mal anlesen. Ich persönlich kann das Buch aber nicht weiterempfehlen.

Kritik geschrieben von Dorit am 02.12.02

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