"Die Herrin des Labyrinths"

Deutsche Erstausgabe: von Januar 2006

Autorin: Kathy DeBrett

Verlag: Moments, ISBN: 3-937670-29-7

Bewertung: 5.0

Die Altenpflegerin Amanda wurde von Adoptiveltern großgezogen, lebt nach ihrer kurzen und schmerzhaften Ehe in einer langweiligen Beziehung mit ihrem Freund Ulli. Wichtigster Inhalt ihres Lebens ist ihr hochintelligenter Teenager-Sohn Patrick.

Seit ihrer Scheidung lebt Amanda in einer Art Kokon, denn sie hat Angst vor den dunklen und leidenschaftlichen Seiten in ihr, die vor allem beim Tanzen geweckt werden. Doch mit einem Schlag wird Amandas Leben durcheinander gewirbelt, denn am Sterbebett einer ihrer Patientinnen bittet diese Amanda, sich auf die Suche nach ihrer verschollenen Enkelin zu machen. Amandas einziger Hinweis ist eine Münze mit einem aufgeprägten Labyrinth und ein Rätselspruch, den Amanda nicht versteht.

Ziemlich ratlos begibt Amanda sich auf die Spurensuche, doch anscheinend will in ihrem Umfeld niemand, dass sie das Rätsel löst und Menschen, die sie als Freunde betrachtet haben, erweisen sich plötzlich als Gegner, vor allem ihre Freundin Nicole, die sich selbst als „Hexe“ bezeichnet und behauptet, magische Kräfte zu besitzen.

Amanda lernt die mysteriöse Bauchtänzerin Halima kennen und tatsächlich war Halima in Kairo die Nachbarin von Josiane, Mutter der gesuchten Enkeltochter! Von Halima erfährt Amanda, dass Josiane ums Leben kam und deren Tochter, die in Amandas Alter sein muss, zur Adoption freigegeben wurde. Amandas weitere Spurensuche lässt sie zu einem sehr verblüffenden Ergebnis kommen!

Überraschend tritt nun auch wieder Damon, Amandas Ex-Mann, in ihr Leben und reißt unverheilte Wunden auf. In einem schmerzhaften Prozess muss Amanda nun lernen, gegen Selbstmitleid, Eifersucht, Wut anzukämpfen und gleichzeitig das Loslassen lernen. Vermeintliche Freunde werden zu Feinden, vermeintliche Feinde werden zu Freunden. Amanda lernt ihren Ex-Mann ganz neu kennen und lieben, findet sogar ihren leiblichen Vater, löst das Geheimnis um Josianes verschwundene Tochter und findet auch die Lösung zu dem geheimnisvollen Rätselspruch.

Ein wunderschöner und stiller Roman! In „Die Herrin des Labyrinths“ geht es um die Selbstfindung einer Frau. Sehr überzeugend schildert Kathy DeBrett die Gefühle ihrer Heldin. Einige übersinnliche Elemente sind sehr geschickt und mit Fingerspitzengefühl in die Handlung eingewoben. Die Suche nach der Enkelin ist eher Mittel zum Zweck, denn eine actiongeladene Handlung hat der Roman nicht – trotzdem ist er nicht eine Sekunde langweilig, sondern bleibt von der ersten bis zur letzten Seite spannend, denn es gibt ständig spannende Wendungen. Es ist eine sehr komplexe Geschichte einer Frau, die sich im Alter von 31 Jahren in einem mühsamen Prozess von ihrer Vergangenheit freistrampeln muss. Der Roman regt zum Nachdenken an und man findet sich in Amanda wieder.

Kritik geschrieben von Angela am 15.03.06
 

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