Die Sturmjahre der Lilie

Originalausgabe: von 2002

Autorin: Kerstin Dirks

Verlag: K & C Buchoase

Preis: 12,60 Euro

Bewertung: 4.0

Annabelle Pressou ist die Tochter eines Haushofmeisters. Als ihr Vater eine neue Stellung annimmt, muss sie ihr Zuhause am Hofe des Barons de Lavallee verlassen. Dabei tut es ihr am meisten leid, dass sie ihren Freund Alain, den jüngsten Sohn des Adelspaares, so schnell nicht wieder sehen wird. Zum Abschied schenkt ihr Alain die Katze Purpas. Als die Familie auf Château Solitude Nocturne ankommt, sind alle geschockt. Das Schloss wirkt düster und unheimlich. Bald findet Annabelle heraus, das der Sohn des Grafen von Lavante, dem neuen Arbeitgeber ihres Vaters, als Irrer gilt. Als die anderen Kinder auf Solitude Nocturne sie zu einer Mutprobe herausfordern und ihr sagen sie soll das Medaillon des Jungen stehlen, hat Annabelle zum ersten Mal Kontakt mit Jean-Christoph. Schon bald freundet sie sich mit ihm an und kann gar nicht verstehen, warum ihn alle als Irren bezeichnen. Jean-Christoph hatte sich von der Außenwelt zurückgezogen, da er ab und an von Visionen heimgesucht wird, die weder er versteht noch seine Familie. In Annabelle findet er zum ersten Mal eine Freundin.

Lange währt die glückliche Zeit aber nicht, die zweite Frau des Grafen von Lavante sorgt dafür, das Jean-Christoph das heimatliche Schloss verlassen und nach England zu Verwandten muss. Dort wird er zum ersten Mal ganz normal behandelt und im Hause Lancaster genießt er eine schöne Jugendzeit. Doch in all den Jahren die vergehen vergisst er doch nie Annabelle, in die er meint verliebt zu sein. Da Annabelle nicht schreiben kann, sendet sie ihm nur ab und an Zeichnungen. Denn im Malen war sie schon immer sehr begabt.

Nachdem die Jahre und auch so manches Abenteuer in England vergangen sind, erhält Jean-Christoph plötzlich Nachricht das sein Vater gestorben ist und er als Erbe nach Frankreich zurückkehren soll, das hieße er würde endlich auch Annabelle wiedersehen. Doch wartet sie wirklich nach all den Jahren noch auf ihn?

"Die Sturmjahre der Lilie" ist ein gut geschriebener historischer Roman. Gestört hat mich allerdings, dass der Klappentext sich nur auf den Schluss des Romans bezieht und ganz falsche Hoffnungen in dem Leser weckt. Mit dem Helden Jean-Christoph konnte ich mich auch nicht recht anfreunden, er war mir in der ganzen Handlung viel zu kindlich und ist aus meiner Sicht nie erwachsen geworden. Der Roman erinnert in gewisser Weise an die Fernsehserie "Unsere kleine Farm", anstelle das die Leute glücklich sein können, werden sie immer wieder mit Schicksalsschlägen überhäuft. Nichtsdestotrotz merkt man der Autorin an, das sie mit viel Liebe an dem Buch geschrieben hat. "Die Sturmjahre der Lilie" ist ein nettes Lesevergnügen für ein verregnetes Wochenende!

Kritik geschrieben am 13.09.02 von Isolde W.

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