"Lady in Waiting"

Autorin: Denise Domning

Amerikanische Originalausgabe von 1998

Verlag: (Topaz) Penguin Books

Bewertung: 3.5

 

Ein interessanter Roman für alle Liebhaber von wirklichkeitsnahen Historicals.

Anne Blanchemain ist durch eine unglückliche Fügung des Schicksals die einzige Erbin, die ihrem Großvater, Sir Amyas Blanchemain, noch geblieben ist. Dieser hat nichts anderes im Sinn als sie schnellstmöglich zu verheiraten und die Weiterführung seiner Linie zu gewährleisten. Daher zwingt er sie ihre behinderte Mutter allein zu lassen und an den Hof von Königin Elizabeth I. zu gehen.

Tatsächlich macht die Königin sie zu einer Hofdame. Im Hintergrund jedoch werden schon Intrigen gesponnen. Lady Montmercy hat noch eine Rechnung mit Sir Amyas Blanchemain zu begleichen. Sie engagiert Christopher „Kit" Hollier, er soll die junge Hofdame entjungfern. Sie würde somit die Gunst der Königin verlieren, da alle ihre Hofdamen Jungfrauen sein müssen. Diese Schande würde sich natürlich auch auf ihre Familie auswirken. Im Gegenzug bietet sie dem jungen Mann an seine Schulden zu bezahlen und den Titel, den die Familie vor Jahren verloren hat, wieder in den Besitz seines Bruders zu bringen. Kit kann nicht widerstehen, da er sich für das zerstörte Aussehen seines Bruders für verantwortlich hält.

Jedoch bezaubert ihn die junge Frau so, dass er bald Gewissensbisse bekommt. Jetzt ist er gefangen zwischen einem Vertrag den er nicht mehr erfüllen will und der Gewissheit, sollte dieser bekannt werden, dass die Königin seine Hinrichtung anordnen würde. Anne derweil versucht sich einen Ehemann zu angeln, da sie seit vielen Jahren schon keine Jungfrau mehr ist und die Königin und alle anderen nichts davon erfahren dürfen. Sie entscheidet sich für Kit, jedoch hat dieser geschworen nie zu heiraten. Es sieht so als als wäre das Schicksal gegen sie, was können sie tun um doch noch miteinander glücklich zu werden?

Leider sind die ersten 22 Kapitel des Buches etwas arg langatmig geraten. Zwischen Held und Heldin passiert überhaupt nichts, da sich die Autorin auf möglichst historisch genaue Beschreibungen des höfischen Lebens zur Regierungszeit Elizabeth I konzentiert. Erst im letzten Viertel des Buches kommt endlich Spannung in die Geschichte. Alles in allem ist "Lady in Waiting" kein schlechter Roman, nur der Leser sollte Interesse für Geschichte aufbringen, wenn er den Roman lesen möchte.

Kritik geschrieben am 12.12.99 von Isolde W.

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