"Tanz der Wasserläufer"

Autorin: Tania Douglas

Verlag: Eichborn HC

Preis: EUR 24,90

Genre: Historical

Bewertung: 4.0

Julie, eine englische Adlige aus verarmten Verhältnissen ist gezwungen, kaum 16-jährig, eine Vernunftehe einzugehen. Gerade wurde der Bund der Ehe mit dem zwanzig Jahre älteren Earl of Eastington besiegelt. Julie grämt sich nicht, denn ihr Bräutigam ist trotz des großen Altersunterschieds von angenehmer Gestalt. Sie hofft, dass so doch noch Gutes aus dieser Ehe erwachsen kann. Sie will auf jeden Fall ihr Bestes geben.

Ihr Glaube erhält einen ersten Dämpfer, als der Bruder ihres Mannes zu Besuch weilt. Sie spürt den unterschwelligen Hass der Beiden aufeinander. John führt einen ausschweifenden Lebenswandel, kein Wunder also, dass er unter chronischem Geldmangel leidet. Wie Julie später erfahren wird, hat er bereits Wechsel auf Eastington ausgestellt. Er hofft, einmal der Erbe seines Bruders zu sein. Daher passt es ihm nicht, dass dieser nun verheiratet ist, womöglich einen Erben zeugt. So versucht er Zwietracht zu säen, Julie gegen ihren Mann aufzubringen. Sie hat sich schon gewundert, dass ihr Mann ausgerechnet sie erwählt hat, eine Frau ohne Mitgift. Nun ist alles klar, sie soll ihm einen Erben gebären, damit John von der Erbfolge ausgeschlossen wird.

Eines Tages wird Julie von ihrem Mann, der sich im angetrunkenem Zustand befindet, vergewaltigt. Sie flieht in den Wald, dort befindet sich ein Weiher, Julies geheimer Zufluchtsort. Sie nimmt zuerst ein Bad, um danach einzuschlafen. Im Halbschlaf bemerkt sie, dass zärtliche Hände sie berühren. Als sie dadurch aus dem Schlaf vollends erwacht, erschrickt sie, über sie gebeugt ist ein fremder junger Mann. Sie wehrt sich, aber dann lässt sie sich von der sinnlichen Ausstrahlung des Fremden, dessen zärtlichen Händen, betören und gibt nach. Sie versucht das schreckliche Erlebnis mit Hilfe des Fremden auszulöschen. Sie ahnt zu diesem Zeitpunkt nicht, dass diese Begegnung weittragende Folgen für ihr weiteres Leben haben wird, denn ihr Liebhaber ist Francois, ein französischer Spion, in Diensten des Kardinal Richelieu.

Der Roman entführt den Leser von England, dort wo Buckingham seine Ränke schmiedet,  nach Frankreich zu seinem Gegenspieler Richelieu. Dieses Erstlingswerk der Autorin hat mich stark an vergangene Lesetage erinnert, als ich die Romane von Anne Golon (Angelique) verschlungen habe. Auch hier, wenn der Zeitraum auch etwas früher angelegt ist, wird der Leser in eine Welt voller Intrigen und glamourösen Festen des Adels hineingezogen. Trotzdem, durch den schönen Erzähl- und Schreibstil von T. Douglas, hat es Spaß gemacht, die zwei Hauptfiguren auf ihren abenteuerlichen Wegen zu begleiten. Ein Kritikpunkt wäre der, dass ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass eine Frau mit so einem traumatischen Erlebnis, sich gleich in die Arme des Nächstbesten werfen kann. Den Einstieg in diese Geschichte hätte die Autorin bestimmt auch anders lösen können.

Kritik geschrieben am 1.9.03 von Uschi

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