"Die schwarzen Wasser von San Marco"

Autor: Richard Dübell

Verlag: Gustav Lübbe Verlag, 2002, 542 S.

ISBN: 3-7857-2080-7

Genre: Historischer Krimi

Bewertung: 4.0

Venedig, 1478: Der deutsche Händler Peter Bernward ist mit seiner Gefährtin Jana, die auf der Reise erkrankt ist, in der Herberge seines Landsmannes Manfridus untergekommen. Dort trifft er auf den Kaufmann Enrico Dandolo, der verzweifelt seinen verschwundenen jungen Neffen Pegno sucht; er bittet Bernward, ihm bei der Suche behilflich zu sein. Doch bevor dieser überhaupt irgendetwas tun kann, wird beim Arsenal die Leiche eines Jungen entdeckt, und diese wird sowohl von Enrico Dandolo sowie von dessen zweiten Neffen Andrea als Pegno identifiziert. Kurz darauf wird einer von zwei Gassenjungen, die als Zeugen ausgesagt hatten, sie hätten Pegno in der Nähe vom Arsenal herumlaufen sehen, einer ermordet; der zweite kann untertauchen. Peter Bernward, der schon in früheren Fällen kriminalistisches Gespür besaß, will den Fall genauer untersuchen, und gerät zunächst mit dem Polizisten Paolo Calendar aneinander; dieser, der genau wie Bernward unter tragischen Ereignissen seiner Vergangenheit zu leiden hat, beäugt ihn äußerst misstrauisch; schließlich und endlich bleibt ihnen jedoch nichts anderes übrig, als zusammenzuarbeiten.

Der Fall wird reichlich kompliziert; was hat der mächtige Leonardo Falier, der unbedingt als Vorsitzender des Zehnerrates gewählt werden möchte und ständig in der Nähe der Tatorte auftaucht, mit der Sache zu tun? Wie versucht Andrea, der jüngere Bruder von Pegno, das Geschäft seines so gut wie bankrotten Onkels Enrico Dandolo zu retten? Was passiert wirklich in dem Waisenhaus für junge Mädchen, das von Rara de Jadra geleitet wird, die junge Mädchen von Sklavenhändlern freikauft, und in deren Heim auch Caterina lebt, die Schwester des Gassenjungen, der unauffindbar verschwunden scheint? Was kann Fiuzetta über ihren Aufenthalt in Raras Waisenhaus erzählen, die junge ehemalige Kurtisane, die jetzt einer Hebamme assistiert und sich um Jana, Bernwards Gefährtin, kümmert, die eine Fehlgeburt erleidet? Was hat der brutale Sklavenhändler Barberro für finstere Pläne, der die Stadt nach jungen Knaben absucht? Und was geht im Hause des deutschen Kaufmanns Heinrich Chaldenbergen vor sich?

Bernward und Calendar dringen immer tiefer in einen gefährlichen Sumpf aus Intrigen, politischen und geschäftlichen Verbindungen, Familienproblemen und finsteren Geschäften vor.

Spannende, lebendig erzählte Geschichte mit vielfältigen, interessanten Charakteren, und einer überaus großen historischen Detailtreue; teilweise ist es fast ein bisschen zuviel des guten. Auch ist für den geübten Leser recht bald zu merken, worauf die Sache hinausläuft - trotz allem gute Unterhaltung.

Kritik geschrieben von Sabine R., 10.03.2003

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