Originaltitel: A Woman for all Seasons
Autorin: Elizabeth Haran
Verlag: Der Club, 2002, 574 S.
Bewertung: 4.5
Im Jahre 1910: Nola
Grayson, Erzieherin von Beruf, steht schon wieder einmal ohne
Anstellung da; durch ihre unkonventionellen Ansichten und
Erziehungsmethoden - sie ist z. B. sehr für die Gleichberechtigung
und sieht nicht ein, warum Mädchen nicht dasselbe lernen
dürfen wie Jungen - gerät sie ständig in Konflikte mit
aus der höheren Gesellschaft stammenden Arbeitgebern; zudem hatte
sie nun noch mit dem erwachsenen Sohn ihres letzten Arbeitgebers ein
leidenschaftliches, aber unglücklich endendes Verhältnis. So
akzeptiert Nola bereitwillig ein Angebot des langsam an ihr
verzweifelnden Londoner Arbeitsvermittlers Shelby: er hat gerade eine
Nachricht aus Australien erhalten - Langford Reinhart, der Besitzer
einer großen Rinderfarm im australischen Outback, sucht eine Lehrkraft
für die drei Kinder seines verwitweten Verwalters. Dass Reinhart
eigentlich eine männlichen Lehrkraft sucht, verschweigt Shelby
wohlweislich.
Als Nola nach langer Schiffsreise in Australien eintrifft, ist sie
einerseits fasziniert von diesem interessanten Kontinent; andererseits
jedoch auch ziemlich überrascht, als sie schließlich an ihrem
Zielort eintrifft: die Farm entpuppt sich als ziemlich
heruntergekommen; Langford Reinhart ist ein verbitterter,
misstrauischer und von der Welt völlig zurückgezogen lebender
alter Mann; und er und sein Verwalter, Galen Hartford, möchten
Nola am liebsten sofort wieder nach England zurückschicken, da sie
der Meinung sind, eine Frau könne es im australischen Busch
sowieso nicht aushalten. Nur Hank, der, zusammen mit zwei Aborigines,
auf der Farm arbeitet, und Shannon, die knapp fünfjährige
Tochter Hartfords, zeigen sich von Nola angetan. Nola gelingt es,
Reinhart und Hartford zu überreden, sie eine Weile bleiben zu
lassen; sie will unbedingt beweisen, dass sie wohl imstande ist, das
harte Leben auf einer Rinderfarm mit allen Problemen und
Schwierigkeiten wie Wassermangel aufgrund einer jahrelangen
Dürreperiode, durchzuhalten.
Und Nola schafft es nicht nur, größere und kleinere Katastrophen,
Krisen und Gefahren aller Art zu überstehen; langsam aber sicher
gewinnt sie auch die Herzen aller Bewohner der Reinhart Farm.
Eine spannende, lebendig und auch humorvoll geschilderte, äußerst
interessante Geschichte über eine ungewöhnliche, starke und
selbständige Frau, die in einer ihr zunächst eher ablehnend
gegenüberstehenden Gesellschaft und in einem rauen Land gegen alle
Widerstände ihr Leben meistert. Die Lösung aller Probleme zum
Schluss geht zwar etwas allzu glatt vonstatten; aber trotz allem ein
sehr empfehlenswerter Roman.
Kritik geschrieben von Sabine R. am 03.06.2004
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