"Ein Hoffnungsstern am Himmel"

Originaltitel: Stars in the Southern Sky

Autorin: Elizabeth Haran

Verlag: Bastei Lübbe, TB, 8,90 Euro

Bewertung: 4.5


London 1954, Estella verheiratet mit dem jungen aufstrebenden Anwalt James, hat gerade erfahren, dass sie schwanger ist. Außer sich vor Freude, will sie ihren Mann in seinem Büro überraschen und die freudige Botschaft überbringen. Groß ist daher ihre Enttäuschung und Verwunderung, dass dieses Büro gar nicht mehr existiert. Als sie kurz darauf auch noch James entdeckt, der mit ihrer Kusine Davinia gerade ein Hotel verlässt, dann auch noch leidenschaftliche Küsse mit ihr tauscht, fällt sie aus allen Wolken.  Als sie James kurz danach zur Rede stellt, streitet dieser nichts ab, im Gegenteil, er verlangt die Scheidung. Außerdem gesteht er, dass er tief verschuldet ist und dass bald ihrer beider Zuhause verkauft werden muss. Daraufhin beschließt Estella ihm nichts von ihrer Schwangerschaft zu erzählen.

Am Boden zerstört und mittellos,  flüchtet sie sich schließlich zu ihrer Tante Flo. Sie ist zwar Tierärztin von Beruf, aber sie hat ihren Beruf noch nie ausgeübt, da dies ihr Mann nicht gewünscht hatte. Als sie ihrer Tante von ihren Schwierigkeiten berichtet, macht diese ihr einen überraschenden Vorschlag. Estellas leiblicher Vater, der seine Tochter nie kennen lernte, da seine Frau ihm noch vor der Geburt verließ, hatte bis zu seinem Tod in Australien gelebt und dort als Tierarzt praktiziert. Der Bruder ihrer Tante, bietet nun Estella an, die verwaiste Stelle ihres Vaters zu übernehmen. Estella bleibt gar nichts anderes übrig, als die Stelle anzunehmen, denn sie braucht dringend einen Platz und Arbeit, damit sie sich selbst und ihr ungeborenes Kind ernähren kann.

Als Estella nach einem stundenlangem Flug endlich ihr Ziel im australischen Busch erreicht, ist sie geschockt. Ein paar Häuser, ein Hotel und Gemischtwarenladen, sowie eine Krankenstation, mehr hat Kangaroo Crossing nicht zu bieten. Dazu noch Sand und flimmernde Hitze.  Ihr Onkel empfängt sie freundlich und bietet ihr sofort an, das Haus ihres Vaters in Besitz zu nehmen. Der Rest der Bevölkerung verhält sich ihr gegenüber sehr skeptisch, fast schon feindselig. Estella bittet ihren Onkel, nichts von der Verwandtschaft und ihrer Schwangerschaft zu verraten. Ihr Vater war bei den Bewohnern im Outback sehr beliebt, wie Estella feststellen muss, eine schwere Hypothek, bisher wurden ihre Dienste nur spärlich in Anspruch genommen. Schon macht sich Verzweiflung in ihr breit, braucht sie doch dringend Geld.

Der Durchbruch gelingt ihr endlich, als sie ein Rennpferd, das als unheilbar galt, retten kann. Nun geht es für sie endlich aufwärts, die Dorfbewohner fassen Vertrauen zu ihr, binden sie in die Gemeinschaft mit ein. Inzwischen fühlt sie sich auch sehr wohl, hier am Ende der Welt, versucht ihrerseits den Menschen zu helfen, denn eine große Dürre hält das Land im Würgegriff. Aber bald holt sie ihre Vergangenheit ein und hält neues Unheil für sie bereit.

Harans Romane sind zwar immer nach dem gleichen Schema angelegt, dieser spielt allerdings in einer späteren Zeit, trotzdem lässt sich die Geschichte wunderbar lesen. Warmherzig erzählt die Autorin über das Land und deren Bewohnern. Der Leser erfährt viel über den australischen Busch und auch dessen Ureinwohnern. Dazu gibt es noch viele passende Nebencharaktere, sodass es Spaß macht, dieses Buch zu lesen. Nicht zu vergessen, eine Liebesgeschichte gibt es natürlich auch.

Kritik geschrieben von Uschi am 24.06.2004

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