Deutscher Titel: Ein gefährlicher Flirt (Bertelsmann Club)
Amerikanische Originalausgabe: von 2005
Autorin: Suzanne Enoch
Verlag: Avon Books
Bewertung: 4.5
Laut Horoskop ist das heute ein Glückstag für Samantha Jellicoe. Und deshalb
will sie ihn auch für nutzen und macht sich auf, in das Anwesen des Milliardärs
Richard Addison einzubrechen um eine antike Steintafel zu stehlen. Doch von
wegen Glückstag: vor Sam steht auf einmal ein Wachmann und hinter ihr der
Hausbesitzer. Als wäre das nicht genug, explodiert plötzlich eine Bombe. Sam
gelingt es Addison in Sicherheit zu bringen und zu verschwinden. Doch die
Polizei ist ihr diesmal dicht auf den Fersen und Sam entschließt sich zu einem
ungewöhnlichen Schritt. Sie bietet Addison eine Partnerschaft an - sie hilft ihm
herauszufinden, wer versucht hat ihn zu töten und er hilft ihr dabei ihren Namen
von einem Mordvorwurf rein zu waschen. Schnell werden Rick und Sam zwei Dinge
klar. Zum einen scheint diese ganze Angelegenheit größer zu sein als angenommen
und zum anderen beginnt ihre Partnerschaft bald über einen bloßen Businessdeal
hinauszugehen.
Ich bin begeistert!
Endlich mal wieder eine Geschichte, die positiv aus dem mittelmäßigen Einerlei
der derzeitigen Veröffentlichungen heraus sticht. Der Plot ist in sich stimmig
und rasant ohne gehetzt zu wirken. Die einzelnen Fäden der Geschichte finden
zusammen und werden nicht irgendwann einfach wieder fallengelassen. Der
Suspense-Anteil ist spannend und lässt den Leser miträtseln. Wie im klassischen
Krimi üblich, erhält der Leser Andeutungen mit deren Hilfe er die Suche Sams und
Richards nach dem Täter nachvollziehen kann - das ganze jedoch intelligent genug
verpackt, dass die Lösung nicht schon auf Seite 50 deutlich wird. Der
Romance-Plot zwischen Sam und Richard ist ebenfalls stimmig genug.
Die Gegensätzlichkeiten und daraus resultierenden Konflikte zwischen den beiden
Figuren passen und sind nachvollziehbar. Enoch verzichtet auch - und dafür bin
ich außerordentlich dankbar - auf überflüssige Missverständnisse zwischen ihren
Protagonisten.Sam ist eine perfekte Heldin für mich: stark, intelligent und
unabhängig. Und im Vergleich zu Stephanie, Eve oder den anderen Figuren, die
durch die diversen Romantic Suspense-Serien geistern hat sie weder Anfälle von
besonderer Dämlichkeit noch zuviel verborgenen emotionalen Ballast. Richard ist
stinkreich und hat eine Menge Macht in seinem Leben. Gleichzeitig aber behält er
genug menschliche Züge um sympathisch zu sein. Das Zusammenspiel zwischen Sam
und Richard funktioniert hervorragend. Man merkt beiden schnell eine Art
Harmonie an; merkt, dass sie sich gerne in der Gegenwart des anderen aufhalten.
Suzanne Enoch ist ein großartiger Anfang für eine hoffentlich lange laufende
Serie gelungen. Ein rundum zu empfehlender Lesespaß. Ach ja, zum Schluss noch
eine Bitte an die deutschen Verlage: Lasst Eure Leser nicht zu lange auf das
Buch warten!
Review geschrieben von Alex W. am 04.04.2006
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