"Die Braut des Herzogs"

Autorin: Sophia Farago 

Verlag: Moments Club 2002 (Neuauflage)

Bewertung: 4.5

Julian Romsey, Herzog von Wellbrooks, hat es gründlich satt, Opfer der Nachstellungen heiratswütiger Mütter und hoffnungsvoller Debütantinnen zu sein. Darum beschließt er kurzerhand, dem Rat seiner Großmutter zu folgen und endlich zu heiraten. Mit der Brautsuche gibt er sich keine große Mühe und stimmt der von seiner Großmutter vorgeschlagenen Braut unbesehen zu - auch wenn es sich anhört, als sei sie eine Landpomeranze, wie sie im Buche steht. Allerdings schwebt ihm ohnehin nur eine Vernunftehe vor, da der attraktive Aristokrat nicht plant, mehr als milde Zuneigung für seine Zukünftige zu empfinden. - Miss Olivia Redbridge fällt aus allen Wolken, als sie von dem Antrag des Herzogs erfährt, denn sie ist seit ihrer nicht gerade erfolgreich verlaufenen ersten Saison vor sechs Jahren nicht mehr in London gewesen. Statt sich um modische Kleider und Gesellschaftsklatsch zu kümmern, hat sie ihrem verwitweten Vater das Haus geführt und bei der Erziehung ihrer jüngeren Geschwister geholfen. Doch nun hat sich Lord Redbridge wieder verheiratet, und obwohl sie ihre Stiefmutter Marilla sehr mag, möchte Olivia jetzt gerne selbst heiraten und ihren eigenen Haushalt leiten. Doch die Art, wie der Herzog seine Brautwerbung angeht, durch einen Stellvertreter, hat Olivia sich anders vorgestellt und so macht sie sich, von ihrer Stiefmutter mit eleganter Garderobe und neuer Frisur ausgestattet, auf nach London, um ihren Zukünftigen persönlich kennen zu lernen. Durch ihre charmante Art, nimmt Olivia nicht nur bald die Londoner Gesellschaft für sich ein, sondern auch Julian, der langsam eine Ahnung bekommt, dass eine Ehe mit diesem Rotschopf völlig anders ablaufen könnte, als er geplant hatte. Doch dann wird Olivia durch einen Geheimauftrag ihrer Stiefmutter in eine Intrige verstrickt, die nicht nur ihrer Liebe gefährlich werden könnte...

Mein erster Roman von Sophia Farago ist eine amüsante Komödie über Vorurteile, falsche Vorstellungen und Aufrichtigkeit. Ohne sich in einer rührseligen Liebesgeschichte zu verlieren, beschreibt die Autorin mit einer Leichtigkeit die Nachstellungen, denen Julian von heiratswilligen Müttern ausgesetzt ist, die unkonventionelle Art von Olivia, die eigentlich so gar nicht in die snobistische Gesellschaft passen will und den Skandal einer Spionageaffäre, in die sie alle verstrickt werden. Ich habe mich köstlich amüsiert, verschmitzt gelächelt, Olivia symbolisch auf die Schulter geklopft, mit Marilla gezittert und Julian schätzen gelernt. Manche Begebenheiten (wie z.B. die Brautwerbung durch Stellvertreter) erschienen mir bisweilen zwar etwas befremdlich, dennoch wirkt der Roman wundervoll zeitlos. Ich denke, die Geschichte ist nicht nur für Fans von (historischen) Liebesromanen geeignet, sondern bietet perfekte Unterhaltung für einen kurzweiligen Nachmittag. Man könnte sich ihre Geschichten durchaus im Stile von Jane Austens Verfilmungen a la "Sinn & Sinnlichkeit", "Emma" oder "Mansfield Park" vorstellen.

Fazit: Ideal für ein paar unterhaltsame und gemütliche Stunden.

Kritik geschrieben von Tara, 23.01.2003

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