Jane Feather Review Page

|| Eine Lady mit Vergangenheit || Wer dem Feuer verfällt || Verführung um Mitternacht || Königin der Nacht || Gefährliche Liebe || Duell der Herzen || Die Braut des Piraten || Braut wider Willen || Rivalen der Leidenschaft || Wilde Chrysantheme || Herzen im Fegefeuer ||

"Eine Lady mit Vergangenheit"

Deutsche Erstveröffentlichung: 04/2002, Blanvalet
Originaltitel: Smuggler's Lady, 1986, Kensington Publishing Corp.
Bewertung: 3.5

Sittsam,  bescheiden und unauffällig - so wirkt die junge Witwe Merrie Trelawney. Ein gottgefälliges Bild der Rechtschaffenheit. Bis auf die Augen - die nämlich blitzen erkennbar abenteuerlustig. Doch wem sollte das schon auffallen? Niemand würde auch nur im Traum daran denken, dass diese zarten, gepflegten Hände einen Säbel oder Degen so geschickt führen können wie ein Mann. Merrie hat nach dem Tod ihres Mannes nur Schulden geerbt, da sie jedoch eine Familie zu versorgen hat, musste sie sich etwas einfallen lassen, um die Schulden schnellstmöglich tilgen zu können. In der Öffentlichkeit hält sie das Bild der mustergültigen und unscheinbaren Frau aufrecht, während sie in Wirklichkeit der Kopf einer berüchtigten Schmugglerbande ist.

Entsetzlich, diese drögen Einwohner - und allen voran diese graue Maus Merrie Trelawney, grämt sich der attraktive Lord Rutherford insgeheim, als es ihn wegen einer  Erbschaft in die gottverlassene Ecke von Cornwell verschlägt. Als die unauffällige Witwe mit dem kastanienbraunen Dutt ihn allerdings genüsslich verbal niedermacht, verschlägt es dem Lord glatt die Sprache. Doch wenn sie denkt, er würde ihr das durchgehen lassen, hat sie sich mächtig getäuscht. Er beginnt, diese junge Lady genauer zu betrachten und lüftet schnell ihre Geheimnisse. Die beiden finden zunehmend Gefallen aneinander und letztendlich verlieben sie sich. Als er zurück nach London muss, bittet er Merrie, ihn zu begleiten ...

Die  ersten zweihundert Seiten sind flüssig und spannend geschrieben - bis zum Zeitpunkt der Liebeserklärung, danach zieht Jane Feather das Buch derart künstlich in die Länge, dass leider der größte Lesegenuss verloren geht. Merrie fühlt sich als arme Landadlige und Schmugglerin unwürdig eine Herzogin zu werden und weigert sich deshalb die nächsten 200 Seiten lang den Herzog zu heiraten - der arme Mann kann einem echt leid tun. Insgesamt hätte das Buch locker um einhundert Seiten gekürzt werden können.

Kritik  geschrieben am 11.01.2004 von Ariane

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"Wer dem Feuer verfällt"

Verlag: Blanvalet, April 2003
Originaltitel: To Kiss a Spy (2002)
ISBN: 3-442-35813-2
Preis: 7,00 EUR
Bewertung: 4.0

England im Juli 1550: Pen, die junge verwitwete Countess of Bryanston gebärt zu früh und nur in Anwesenheit der Schwiegermutter ihr Kind. Als sie sich von den Geburtsanstrengungen langsam erholt, wird ihr gesagt, dass es eine Totgeburt war.

Über zwei Jahre später:
Lady Pen ist die Vertraute der Prinzessin Mary von England. Das ist auch der Grund, warum der französische Spion Owen d'Arcy den Auftrag bekommt, sich ihr zu nähern. Er soll die junge Witwe durch Verführung ausspionieren. Doch so einfach lässt sich Pen nicht einfangen. Auch wenn sie sich zu dem hoch gewachsenen Mann hingezogen fühlt. Owen merkt schnell, dass Pen nicht so ist, wie die meisten Frauen am Hof und dass sie ihm nicht gleichgültig ist. Er bemerkt auch, dass Pen ein Geheimnis in sich trägt.

Er schlägt ihr schließlich ein Geschäft vor: Pen spielt ihm Informationen über die Prinzessin zu. Immerhin haben sie schließlich das selbe Ziel vor Augen was die Thronfolge angeht. Im Gegenzug hilft er ihr, ihren vermeintlich tot geglaubten Sohn zu finden.

Dieser Roman ist der Nachfolgeroman von "Gefährliche Liebe", in dem es um Pens Mutter ging. Es war schön, die bekannten Personen wieder zusehen. Mit diesem Buch wurde ein Stück der englischen Geschichte lebendig. Nicht so oft habe ich Bücher über Mary Tudor gelesen. Die Liebesgeschichte selbst war interessant und hatte nur ein paar kleine Schwächen.

Geschrieben von Karin M. am 14.09.2003

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"Verführung um Mitternacht"

Verlag: Blanvalet, Juni 2002
Originaltitel: Reckless Seduction (1987)
ISBN: 3-442-35144-8
Preis: 7,00 €
Bewertung: 3.5

New Orleans, Louisiana 1814: Die Küste der Region wird von der englischen Flotte blockiert. Zur Zeit gelten andere Regeln. Da wäre zum einen der Blockadebrecher Dominic Delacroix, der dringend einen Schlupfwinkel für seine Flotte benötigt. Und der sich dafür ein Stück Küste auf dem Grundbesitz von Victor Latour auserkoren hat. Um sein Plan durchzuführen, plant er, Monsieur Latour zu erpressen. Indem er dessen Tochter Elise kompromittiert.

Doch er hat nicht mit der jüngeren Schwester Elises, Genevieve, gerechnet. Diese ist empört und will dem Schurken gewaltig ins Handwerk pfuschen. Immer wieder taucht sie in den unpassendsten Momenten auf. Dominic fühlt sich gestört, doch andererseits ist er von dem temperamentvollen und dickköpfigen Sturkopf auch amüsiert. Genevieve bietet sich schließlich selbst als Einsatz - und wird schließlich die Geliebte des doch charmanten Freibeuters.

Da ihr Vater scheinbar auch nach drei Ehen keinen einzigen Sohn vorweisen kann, plant er schließlich, Genevieve mit ihrem Cousin zu verheiraten. Vor die Wahl gestellt, der Heirat zuzustimmen oder in ein Kloster zu kommen, stimmt die junge Frau schließlich zu. Doch Dominic ist scheinbar nicht einverstanden. Denn er entführt Genevieve kurzerhand und nimmt sie mit nach Europa - wo weitere Abenteuer auf die beiden warten...

Man hat es wieder gemacht: Eines der ältesten Bücher der Autorin ist übersetzt und veröffentlicht worden. Ist die Geschichte noch ganz interessant und abenteuerlich, sind es die Personen weniger. Besonders der "Held" zeigt sich hier hauptsächlich als der starke Mann. Kosenamen wie "Kleine" oder "Kind" sind öfter zu finden und setzen die Heldin meines Erachtens etwas herab. Auch wenn sie sich vereinzelt doch schon mal etwas kindisch verhalten hat.

Geschrieben von Karin M. am 06.06.2002

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"Königin der Nacht"

Originaltitel: Smuggler's Lady (1986)
Verlag: Cora Verlag 1988, Historical Sonderband 10 
Preis: 5,80 DM
Bewertung: 3.0

England zu Beginn des 19.Jh. In Cornwall lebt die junge Lady Meredith Blake, die mit Anfang 20 bereits Witwe ist. Zudem muss sie für ihre jüngeren Brüder sorgen. In der Gesellschaft spielt sie die lebensuntüchtige, untröstliche Frau, oberflächlich und scheinbar dankbar für jede Hilfe und Anteilnahme. In Wirklichkeit ist Lady Merrie, wie sie genannt wird, eine starke, unabhängige Frau, die verwegen eine Bande von Schmugglern anführt. Auf diese Weise hat sie für den Lebensunterhalt gesorgt.

Ihre Tarnung scheint perfekt. Doch dann erscheint Lord Damian Rutherford in Cornwall, der dort ein Anwesen von seinem Cousin geerbt hat. Schnell merkt er, dass die scheinbar so unnahbare Witwe ein Geheimnis hat. Noch gelingt es Merrie, seiner gefährlichen Neugier auszuweichen, doch die Ausstrahlung des Lords lässt sie ein neues Abenteuer vermuten.

Schließlich gelangt Damian hinter Merries Geheimnis. Aber er ist ganz und gar nicht entsetzt, denn Damian hat sich in Merrie verliebt und sein Ziel ist es, diese Frau zu heiraten. Dass das gar nicht so einfach ist, merkt er schnell. Denn kann ein Schmugglerin eines Tages eine Herzogin sein?

Eigentlich eine schöne Geschichte, aber leider langweilig geschrieben. Grund mag auch das "Siezen" sein. Es wurde die ganze Geschichte über beibehalten und damit Leser und Helden auf Abstand gehalten. Schade!

Review von Karin M., 16.11.2001
 

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"Gefährliche Liebe"

Verlag: Blanvalet Verlag, 2001
Originaltitel: A Widow's Kiss (2001)
ISBN: 3-442-35676-8
Preis: 14,00 DM
Bewertung: 3.5

September 1536: Soeben ist der Ehemann von Lady Guinevere in betrunkenen Zustand aus dem Fenster gefallen und die schöne junge Frau ist im Alter von 28 Jahren zum vierten Mal Witwe geworden. Unglücklich ist sie darüber ebenso wenig wie ihre beiden Töchter, da ihr Mann sie nicht gut behandelt hat und auch regelmäßig betrunken war.

April 1537: König Henry wird auf die vielfache Witwe aufmerksam. Da der Lord of Beaucaire begründetes Interesse an einem Teil der Ländereien der schönen Witwe besitzt, wird er vom König beauftragt, zu überprüfen, ob alles mit rechten Dingen zugegangen ist und Lady Guinevere anschließend nach London zu bringen. So macht sich Lord Hugh, selber Witwer, mit seinem Sohn Robin auf den Weg.

Lady Guinevere ist wie vor den Kopf geschlagen, dass man ihr insgeheim vorwirft, mindestens einen ihrer Ehemänner getötet zu haben. Die intelligente Frau macht sich direkt mit ihrem Advokat daran, eine Strategie für die Verteidigung auszutüfteln. Inzwischen freunden sich ihre Töchter, Pen und Pippa, mit Robin an. Lord Hugh stellt seinerseits Nachforschungen an. Bald tauchen bei ihm erste Zweifel auf, hinsichtlich der Schuld der Lady. Zudem ist er regelrecht gefesselt von Guineveres Schönheit und ihrer Klugheit. Auch Guinevere hat seit ihrem zweiten Ehemann keine solche Leidenschaft mehr gefühlt.

Da Lord Hugh aber einem königlichen Befehl folgen muss, macht man sich alle schließlich auf dem Weg nach London...

Ich fand die Idee des Romans sehr interessant. Ein Witwer mit eisgrauen Haaren und blauen Augen, mit einem halbwüchsigen Sohn und eine Witwe, keine unerfahrene Frau, mit zwei Töchtern, sehr intelligent für ihre Zeit. Das hörte sich nach dem perfekten Paar an. Doch im ersten Teil des Romans ging es hauptsächlich um juristische Einzelheiten, Gefühle, u.a. auch Guineveres Empfinden, dass sie vor Gericht muss, wurden nur oberflächlich erwähnt. Viel besser wird die Gefühlslage auch im weiteren Roman leider auch nicht. Besonders putzig fand ich die beiden Töchter, besonders Pippa, die ein regelrechtes Plappermaul ist.

Review von Karin M., 18.10.2001
 

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"Duell der Herzen"

Verlag: Blanvalet, Juli 2001
Originaltitel: Love's Charade (1986)
ISBN: 3-442-35409-9
Preis: 12,00 DM
Bewertung: 4.0

Im Jahre 1789 hält sich Justin, Earl of Linton in Paris auf. Zufällig kreuzt sich sein Weg mit dem von Danny, einer verwahrlosten Gassengöre, die mutig und gewitzt um ihr Überleben kämpft. Der Earl beschliesst voller Mitleid, ihr das grausame Schicksal zu erleichtern. Überrascht bemerkt er, dass unter den ganzen Schmutz eine zauberhafte junge Frau verborgen ist, deren adelige Familie einem grausamen Schicksal zu Opfer gefallen ist.

Da Justin mit Dannys englischer Verwandtschaft bekannt ist, beschliesst er, das junge Mädchen dort abzuliefern. Und die widerspenstige Danny, eigentlich Danielle de St. Varenne, spielt auf der Reise seinen Diener. Justin behandelt sie auf der Reise eher väterlich (Er 34 - Sie 17), wohl auch, weil er sich der Anziehungskraft zu dieser quirligen jungen Frau bewusst ist, die ihm laufend Widerworte gibt und sich scheinbar nie an das hält, was er sagt.

Schließlich kommen sie in England an und Justin bringt Danny zu ihren Großeltern. Dort wird dann auch die Heirat zwischen den beiden beschlossen, der Danielle nach einigem Grübeln zustimmt. An ihren "ehelichen Pflichten" findet sie sehr schnell großen Gefallen. Und auch sonst ist sie eine große Überraschung. Danielle beherrscht die Haushaltsführung wie keine andere, kennt sich mit Weinen aus und kann auch ganz Dame sein. Doch kommt der Gassenjunge noch hin und wieder durch, denn Danny hat nicht viel für gesellschaftliche Regeln übrig.

Doch bis die beiden wirklich zur Ruhe kommen, erwarten sie, aber besonders Justin, noch einige Überraschungen und Abenteuer. Dass Danielle französischen Emigranten in London finanziell unterstützt, ist hier noch harmlos.....

Eine abenteuerliche Geschichte, die in der Zeit in London leider ein paar Längen hat, da Justin dort teilweise ziemlich schulmeisterhaft auftritt (aber auch sich auch wiederbesinnt). Je weiter der Roman geht, um so aufregender wurde er dann doch.

Review von Karin M., 16.07.2001

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"Die Braut des Piraten"

Originaltitel: The Least Likely Bride, 2000
Verlag: Blanvalet Verlag, Mai 2001
ISBN: 3-442-35415-3
Preis: 12,00 DM
Bewertung: 4.5

Hier ist nun der dritte und letzte Teil der Braut-Trilogie.

1648: Durch die Flucht von König Charles I auf die Isle of Wight wurden die Verhandlungen mit dem Parlament auf die Insel verlegt. Der Marquis of Granville, als ein führender Kopf der Parlamentspartei, kam zusammen mit seiner Familie daher ebenfalls auf die Insel.

Eines Tages wandelte seine Tochter, Lady Olivia, in einen dicken Schmöker eines griechischen Philosophen versunken, einen schmalen Klippenpfad entlang - und tritt plötzlich ins Nichts. Sie stürzt in die eisigen Fluten des Meeres. Als sie wiederzu sich kommt, befindet sie sich auf einem Schiff. Wie sich herausstellt auf dem Schiff des Piraten Anthony Caxton. Doch anstatt schockiert zu sein, wie man es von der schüchternen Olivia erwarten würde, entdeckt sie bald ihre Begeisterung für die Piraterie und auch für den Kapitän des Schiffes. Sie nimmt sogar aktiv an einer Kaperung teil. Anthony ist fasziniert von dieser ungewöhnlichen Frau und kann ihr nicht lange widerstehen.

Wieder an Land sehen sie sich unverhofft bei einem Fest im Beisein des Königs wieder. Anthony erscheint dort als Edward Caxton und mimt einen ziemlichen Geck. Auf diesem Fest lernt Olivia auch Sir Godfrey Channing kennen, der ihr sofort zuwider ist, da er sie an ihren verhaßten Stiefbruder Brian erinnert. Sir Godfrey plant, um die Hand von Olivia anzuhalten und sich bei ihrem Vate reinzuschmeicheln. Und das alles auf Anweisung von..... Brian Morse, der den Kampf mit seinem Stiefvater überlebt hat und sich nun auch auf der Insel aufhält.

Es kommt im Laufe der Zeit noch zu weiteren Treffen zwischen Anthony und Olivia, die nun so gar nichts schüchternes mehr an sich hat, obwohl ihr Stottern hin und wieder noch zum Vorschein kommt. Und noch etwas anderes kommt zu Vorschein: nämlich, dass Anthony ein gefährliches Geheimnis hat welches die Geschichte verändern könnte und dass Olivias Vater sein Gegener sein wird.

Dieser dritte Roman ist der Beste. Erfrischend und abenteuerlich. Trotz ernster Themen kommt auch der Humor nicht zu kurz. Obwohl man eine solche Freiheit für eine Tochter eines Parlamentsangehörigen in Wahrheit wohl nicht in der Geschichte gefunden hätte. Aber eine sehr schön erzählte Geschichte.

Review von Karin M., 17.04.2001

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"Braut wider Willen"

Originaltitel: The Accidental Bride, 1999
Verlag: Blanvalet
Preis: 12,00 DM
ISBN: 3-442-35313-0
Bewertung: 3.5

Dies ist der zweite Teil der Braut-Trilogie. Im Jahre 1614 begegnen sich drei junge Mädchen bei der Hochzeit von Lady Diana Carlton und Lord Cato Granville: Portia, die Tochter von Lord Granville's Halbbruder, Phoebe, die Schwester der Braut sowie Olivia, die Tochter des Bräutigams. Die drei freunden sich an und schwören sich, immer für die anderen dazusein.

Fünf Jahre später, nach dem Tod von Diana, wird Phoebe mit Lord Granville verheiratet, damit der Familie die Mitgift erhalten bleibt. Die Ehe beginnt ziemlich kühl und es dauert einige Zeit bis sich das Ehepaar näher kommt. In dieser Ehe sind zwei ziemliche Gegensätze zusammengekommen. Phoebe, etwas mollig, leicht tolpatschig und ungestüm und Cato, der dreifache (!) Witwer mit drei Töchtern, ein Soldat der Armee Cromwells, der entsprechend kühl agiert und sich von der Ehe eigentlich nur einen Sohn erhofft. Phoebe dagegen schwört sich, ihm erst ein Kind zu schenken, wenn ihr Mann sie lieben würde. Sie benutzt daher eine Medizin zur Empfängnisverhütung.

Schliesslich erscheint Brian Morse, der Sohn von Cato's erster Frau, in seinem Haus. Brian, ein Royalist, der aber hier vorgibt, die Seiten gewechselt zu haben, versucht seinem Stiefvater zu schaden. Doch das will Phoebe, die ihren Mann von Herzen liebt, nicht zulassen...

Phoebe ist das beste an dem ganzen Roman. Sie entspricht erstens nicht dem Schönheitsideal, ist erfrischend unkonventionell und es liest sich gut, wie sie ihren am Anfang recht steifen und kühlen Gatten "auftaut", auch wenn ich zu Beginn nicht gedacht hätte, dass sie es schafft. Schliesslich ist der Gatte fast doppelt so alt wie Phoebe. Und so hat er sich zuweilen auch benommen. Außerdem: wer erbt schon gerne den Gatten von der Schwester. Die Liebe kam schliesslich erst später (zumindest bei ihm).

Reviewed am 09.12.00 von Karin M.

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"Rivalen der Leidenschaft"

Originaltitel: Beloved Enemy
Verlag: Blanvalet
Preis: 12,00 DM
ISBN: 3-442-35314-9
Bewertung: 3.5

England 1648: Die Witwe Virginia Courtney riskiert in gefährlichen Zeiten täglich ihr Leben für die Soldaten der besiegten Royalisten-Armee. Als Oberst Alexander Marshall, jüngster Sohn des Grafen von Grantham, eines eingefleischten Royalisten, ihren väterlichen Familienbesitz beschlagnahmt, scheint ihr Leben am seidenen Faden zu hängen. Aber Virginia erweckt in dem distanzierten Mann erstaunliche Gefühle - Gefühle, die er sich noch nie gestattet hat und derer er sich bald nicht mehr erwehren kann. Auch Virginia ist unwiderstehlich hingezogen zu dem hochgewachsenen Mann mit den faszinierenden grünen Augen. Sie wird zur Gefangenen zwischen Pflicht und Liebe.

Nachdem Alex ihre letzten "Schützlinge" hat laufen lassen, begibt sich Ginny mit ihm und der ganzen Kompanie als "Parlamentsmündel" nach London zu Oliver Cromwell. Nicht ohne vorher noch die Gelegenheit zu einer Audienz mit dem abgesetzten König Charles - genutzt zu haben, der auf ihrer Heimatinsel Isle of Wight gefangen gehalten wird und der sie zu seiner Fürsprecherin einsetzt, damit sie auf dem Weg allen Royalisten seine Botschaft verkünden soll. Bald wird Ginny, die Erfahrungen in der Heilkunst hat, zur Heilkundigen der ganzen Kompanie. In London wird sie unter die Obhut von Alex, nun Generalleutnant, gestellt und zieht mit ihm, jetzt als seine Geliebte, weiter durch das Land in Richtung Schottland.

Nach einer langen Schlacht findet Ginny Alex schwer verletzt auf dem Schlachtfeld - und neben ihm, ebenfalls verletzt, Giles Courtney, Ginnys vermeintlich toter Ehemann. Ginny pflegt beide und sorgt dafür, dass Giles nichts über die Identität von Alex erfährt. Doch was soll sie jetzt machen? Um Alex nicht zu gefährden geht sie mit Giles. Durch den Krieg verarmt beschliesst die Familie, dass Giles und Ginny in die Kolonien auswandern, und sich dort Land zuweisen lassen, wie bereits Giles Cousin Jahre zuvor. Ist das das Ende zwischen Ginny und Alex?

Die Geschichte ist nicht schlecht und es gibt ein paar schöne Szenen, doch finde ich den ersten Teil des Romans viel zu lang und ausführlich. Die Hälfte des Buches (ca 300 Seiten von 633) besteht aus der Beschreibung der Reise nach London. Auch habe ich in der ganzen Geschichte keine einzige skrupellose Intrige, wie im Covertext beschrieben, entdeckt.

Reviewed am 16.10.00 von Karin M.

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"Wilde Chrysantheme"

Originaltitel: Vice
Verlag: Blanvalet
Preis: 12,00 DM
ISBN: 3-442-43808-X
Bewertung: 3.5

England, 1750: die siebzehnjährige Juliana, von ihrem Vormund mit dem alten Landedelmann Sir John Ridge verheiratet, gerät in der Hochzeitsnacht in Panik und erschlägt Sir John unabsichtlich mit einem Messing-Bettwärmer, als sie sich eigentlich nur etwas gegen ihn zur Wehr setzen wollte. Daraufhin flieht Juliana voller Angst nach London, wo sie in die "Obhut" einer Bordellbesitzerin gerät. Diese wurde kurz zuvor von Tarquin, Herzog von Redmayne aufgesucht, der auf der Suche nach einer Pro-Forma-Ehefrau für seinen todkranken, abstoßenden Cousin Lucien ist, damit durch diese Heirat das Familienerbe zusammengehalten werden kann. Juliana scheint die ideale Kandidatin zu sein; nach anfänglichem Sträuben willigt sie schließlich in den Vorschlag des Herzogs ein, Lucien zu heiraten und gleichzeitig seine Mätresse zu werden.

Inzwischen ist George, der tölpelhafte Sohn aus einer von Sir John Ridges früheren Ehen, auf der Suche nach Juliana, die er als Mörderin seines Vaters verfolgt, in London eingetroffen. Aus Trotz gegenüber dem Herzog von Redmayne begleitet Juliana eines Abends Lucien auf einem seiner Ausflüge durch das Nachtleben Londons. Um Juliana zu demütigen, schleppt Lucien sie in die verrufentsten Spelunken mit. Als er beim Würfelspiel nur verliert und die Mitspieler keine Schuldscheine von ihm akzeptieren wollen, kommt er auf die Idee, seine Ehefrau an den meistbietenden zu versteigern - dies ist natürlich George, der sich - zufällig - in derselben Spelunke aufhält. In letzer Minute wird Juliana von Tarquin errettet. Trotz der erlittenen Schrecken läßt sie sich nicht von ihrem Plan abbringen, den armen, ausgebeuteten Straßenmädchen, deren Elend ihr sehr nahegeht, helfen zu wollen, was sie prompt in weitere, gefährliche Situationen bringt, aus denen sie jedesmal nur mit knapper Not vom Herzog und dessen Halbbruder Quentin befreit wird.

Schließlich tun sich George und Lucien zusammen, um Juliana zu entführen, sie von ihrem früheren Vormund identifizieren zu lassen, um sie dann wegen Mordes anklagen zu können. Wieder in letzter Minute wird sie von Tarquin und Quentin gefunden. Lucien stirbt nach einem Sturz vom Pferd, und Juliana ist damit frei, den Herzog von Redmayne zu heiraten. Quentin ist damit endlich in der Lage, die von ihm heimlich verehrte Lady Lydia, die offiziell mit dem Herzog verlobt war, zur Frau zu nehmen.

Der Roman ist sehr umfangreich, aber stellenweise etwas zu "überladen", interessant geschrieben und informativ; es wird nicht nur das Leben der Reichen und Schönen dargestellt, sondern auch die dunkleren Seiten des Londoner Lebens kommen zur Sprache. Trotz allem ist die Geschichte streckenweise etwas mühsam zu lesen, deshalb nur für Leser mit viel Geduld und Ausdauer zu empfehlen.

Reviewed am 22.01.99 von Sabine R.

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"Herzen im Fegefeuer"

Originaltitel: Violet, 1995
Verlag: Blanvalet
Preis: 12,00 DM
ISBN: 3-442-43526-9
Bewertung: 3.5

Jane Feather schreibt normalerweise ungewöhnliche Bücher mit ungewöhnlichen Helden. "Herzen im Fegefeuer" ist eine Geschichte in ihrer "V"-Serie: Virtue, Velvet, Valentine, Vixen, Vanity und Vice.

Man befindet sich in Portugal im März 1812, mitten im Krieg gegen Napoleon. Colonel Julian St. Simon ist ein Adjutant von Wellington. Er soll die Partisanin "La Violette", die von den Franzosen gefangen genommen wurde, befreien. Eigentlich ein einfacher Job denkt er. Aber nichts was mit "Tamsyn" oder auch Violette zu tun hat kann man einfach nennen.

Tamsyn hatte eine englische Mutter und ihr Vater war der berühmt-berüchtigte "Le Baron" - ein Räuber. Sie wuchs also unter ziemlich seltsamen Umständen auf.

Zwischen Julien und Tamsyn fliegen die Funken. Sie verlangt als Gegenleistung für die Informationen die sie bereit ist auszuplaudern von Wellington, daß Colonel St. Simon sie nach England begleitet wo sie die Familie ihrer Mutter finden möchte. Ihre Eltern starben bei einem Überfall.

Aber im steifen England fühlt sich die unkonventionelle Tamsyn sehr schnell fehl am Platz. Sie trägt ihr blondes Haar immer noch kurz und findet Hosen viel praktischer als Kleider. Sehr schnell kommen Held und Heldin zusammen. Es ist dann nur noch eine Frage der Zeit, bis Julian erkennt das er ohne Tamsyn nicht leben kann.

Anfangs war die Geschichte etwas kompliziert zu lesen, aber wenn man davon absieht ist sie für Jane Feather Fans bestimmt das richtige.

Kritik geschrieben am 23.03.97 von I. Wehr

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