"Die Seiltänzerin"

Originaltitel: The Rope Dancer

Autorin: Roberta Gellis

Verlag: Cora-Verlag, 
Historical Gold Extra Bd. 32

Bewertung: 4.5

England 12. Jahrhundert:

‘Sie musste raus hier, und zwar ganz schnell’. 30 Männer schauten ihr beim Tanzen zu, nachdem sie ihren Beschützer, den fahrenden Gaukler Ulric, auf Befehl des Schlossherrn ermordet haben. Tränen und Schweiß laufen Carys übers Gesicht und sie rechnete sich aus, wie lange ihr noch Zeit blieb....'

... Nach der dramatischen Flucht, liegt Carys schwer verletzt, voller Schmerzen und halb ohnmächtig im Straßengraben als Telor, der fahrende Sänger und der Zwerg Deri sie finden und mitnehmen. Carys, die sich Schutz von Telor erhofft, möchte bei ihm bleiben, auch wenn der Preis hoch sein sollte. Telor allerdings befürchtet mit der Seiltänzerin Carys als Gauklergruppe angesehen zu werden und das würde seinem Ruf schaden. Aber allein kann er das Mädchen auch nicht zurücklassen, das lässt sein Gewissen nicht zu. Was für Chancen hätte Carys alleine? Sie würde irgendwann als Hure enden.

So nimmt er sie mit, verkleidet als Junge, kann aber trotzdem der Anziehungskraft kaum widerstehen. Denn Carys ist eine bezaubernde, beherzte Frau, die ihm auch in kritischen Situationen nicht von der Seite weicht. Sie rettet ihm sogar das Leben. Carys verliebt sich in Telor, glaubt aber nicht, dass ihre Liebe eine Zukunft hat.

Doch dann erfährt er, dass sein Freund und Lehrer ermordet wurde. Auf Rache sinnend kommt er zu der Festung des neuen Burgherrn und weil der Sieg gefeiert werden soll, sind Gaukler willkommen. Deri, der Zwerg und Carys haben ein ungutes Gefühl, aber Telor alleine lassen kommt nicht in Frage.....

Ein üppiger Historical im klassischen Stil geschrieben, zu anfangs gewöhnungsbedürftig, aber als ich mal im Lesen drin war, habe ich den Roman nur noch genossen. Sehr bunt wird der mittelalterliche Markt beschrieben, sehr düster die Burgherren während den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Baronen. Meines Erachtens gut recherchiert, man erfährt viel über die Gilden und Stände, wer dadurch einen Schutz hat und wer nicht. Gaukler z. B. hatten kein Gesetz, keine Gilde, keinen Schutz. Kamen sie gewaltsam ums Leben, weil dem Dorf die Aufführung nicht gefiel, krähte kein Hahn danach. Ein ungewöhnlicher und sehr gut gelungener Historical...

Review von Maria, 27.07.2002

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