Autorin: Susan Hastings
Verlag: Moments
Verlag, 2004, 350 S.
ISBN: 3-937670-05-X
Bewertung: 4.5
Algerien 1891: die
junge, selbstbewusste und eher unkonventionelle
Désirée Montespan ist ganz alleine von Paris nach Algier
gereist, obwohl ihr Verlobter Philippe, ein Bergbauingenieur, ihr
dringend davon abgeraten hatte; sie will sich in Algerien auf die Suche
nach ihrem verschollenen Vater Etienne Montespan, einem berühmten
Archäologen, machen. Montespan plante eine Expedition in das
abgelegene und geheimnisumwitterte Hoggar-Gebirge, um dort nach alten
Felszeichnungen zu suchen. Nach einigen Mühen - niemand will sich
in das Hoggar-Gebirge begeben, in dem das gefürchtete,
geheimnisvolle Volk der Tuareg lebt - gelingt es Désirée,
eine Begleitung für ihr Expeditionsvorhaben aufzutreiben - zwei
Angestellte eines Scheichs, der die ersten Motorfahrzeuge in Algerien
besitzt. Als sie sich jedoch dem Gebirge genähert haben und
feststellen müssen, dass ihre Wasservorräte knapp werden,
lassen die beiden Désirée völlig entkräftet,
fiebernd und dem Verdursten nahe, in der Wüste zurück.
Désirée wird von Arkani, dem Sohn des Stammesführers
der Tuareg, aufgefunden; er nimmt sie mit in das Lager seines Volkes -
als Gefangene, wie er ihr sagt -; seine Mutter und Schwester
kümmern sich um die junge blonde Französin und pflegen sie
gesund; langsam kommt Désirée wieder zu Kräften.
Zuerst fürchtet sie sich vor den Tuareg, über die ihr von
allen Seiten nur übles berichtet wurde; je mehr sie jedoch von der
Lebensweise der geheimnisumwitterten Tuareg erfährt, desto mehr
fühlt sie sich zu diesem faszinierenden Volk und besonders zu
Arkani, der als einziger seines Stammes Französisch spricht und
ihr vieles über das Leben in der Wüste und die Ansichten der
Tuareg beibringt, hingezogen. Und auch Arkani ist die schöne
Fremde nicht gleichgültig, auch sie als Französin in seinem
Stamm nicht willkommen ist, und es entspinnt sich eine zarte
Liebesgeschichte zwischen den beiden.
Zusammen mit einem Sklaven machen sich Désirée und Arkani
schließlich auf den Weg ins Hoggar-Gebirge, um die Suche nach ihrem
Vater fortzusetzen; unter unsäglichen Qualen müssen sie sich
den Weg zum Ziel erkämpfen. Doch sie ahnen nicht, dass inzwischen
Philippe mit Hilfe des französischen Militärs nach seiner
Verlobten sucht und eine Katastrophe heraufbeschwört.
Ein äußerst spannender, mitreißender, abenteuerlicher und
lebendiger Roman um eine hoffnungslos erscheinende Liebe zwischen zwei
Menschen aus völlig gegensätzlichen Kulturen; die Geschichte
ist gespickt mit interessanten Details über das Volk der Tuareg;
mit einer sympathischen, selbstbewussten Heldin, die verzweifelt gegen
die Konventionen und für ihre Liebe kämpft, und einem
geheimnisvollen, faszinierenden Helden. Ein Roman so richtig zum
mitfühlen und mitfiebern - sehr empfehlenswert.
Kritik geschrieben von Sabine R.,
11.04.2004
Weitere Bücher von S.
Hastings: