"Es begann in Venedig"

Autorin: Karen Hayes

Originaltitel: A Patch of Green Water

Verlag: Knaur

Bewertung: 4.0

 

Venedig: Sie begegnen sich zum erstenmal bei der Rettung eines amerikanischen Touristen, der in einen Kanal gestürzt ist: Callie Miller, englische Reiseleiterin, die für das Reisebüro Comet gerade in Venedig tätig ist, und Tommaso Venturini, Bauingenieur, ebenfalls in England lebend, ein gebürtiger Venezianer, der gerade für seinen englischen Arbeitgeber ein Projekt in Venedig betreut. Callie und Tommaso kommen miteinander ins Gespräch und finden sich gegenseitig recht sympathisch; als Callie jedoch erfährt, dass Tommaso verheiratet ist, zieht sie sich sofort zurück. Auch bei einer zweiten zufälligen Begegnung bleibt Callie standhaft - sie will ja schliesslich keine Ehe zerstören.

Doch es fällt ihr immer schwerer, sich auf die Betreuung ihrer Touristengruppe zu konzentrieren und sich mit den Problemen, Nörgeleien, Streitigkeiten, Flirts und Eifersüchteleien ihrer Gruppe auseinanderzusetzen. Dann wird Callie von ihrer Freundin und Kollegin Patsy zum Abendessen mit deren Bekannten Giovanni eingeladen; Giovanni ist ausgerechnet der Bruder von Tommaso. Callie und Tommaso können die starke Anziehung zwischen ihnen nicht mehr leugnen und beginnen eine Affäre.

Da sie wissen, dass eine Liebe zwischen ihnen keine Zukunft haben kann, trennen sie sich nach ein paar Tagen; jeder kann den anderen aber nicht vergessen, und sie merken schliesslich, dass es doch die grosse Liebe ist. Tommaso ist bereit und entschlossen, sich von seiner englischen Frau Sandra zu trennen, die nur noch für ihre beiden Söhne, ihren Beruf und ihr Hobby Tennisspielen lebt. Callie ist einerseits überglücklich, traut aber andererseits ihrem Glück doch nicht so recht. Und richtig: Tommaso erhält einen Anruf aus England, dass sein Sohn Antonio einen Unfall hatte. Er erkennt, dass er es doch nicht über's Herz bringt, sich von Sandra zu trennen.

Auch wenn dies eine eher traurig stimmende Geschichte ohne Happy End ist, ist dies doch ein sehr empfehlenswerter Roman mit ausgezeichnet charakterisierten Haupt- und Nebenfiguren, der so nebenbei auch einen guten und realistischen Einblick in die Tätigkeit von Reiseleitern gibt. Und, was besonders für Venedig-Fans von Interesse sein dürfte, sind die genau recherchierten, äuserst bildhaft und treffend eingefangenen Stimmungsbilder der Stadt.

Reviewed am 29.05.00 von Sabine R.

|| Zurück zu Sonstiger Lesespass || Zurück zu Buchkritiken || Zurück zu Neuerscheinungen || Zurück zur Hauptseite||