Linda Howard Review Page (3)

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Seite 3 (Romane)

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Seite 4 (Romane)

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"Drop Dead Gorgeous"

Deutscher Titel: Mordgeflüster (Blanvalet 08/08)
Amerikanisches Audiobook: von 2006 (ungekürzt, 8 CDs)
Verlag: Brilliance Audio
Genre: Contemporary
Wertung: 4.0

Den richtigen Mann fürs Leben zu finden ist schon ein Gewaltakt. Und den hat Blair Mallory bereits in "To Die For" hinter sich gebracht. Als nächstes steht natürlich die Hochzeit mit Wyatt Bloodsworth auf dem Plan, denn Blair mag Traditionen und dazu gehört das man erst Kinder kriegt, wenn man verheiratet ist. Also zählt sie schon, wann sie endlich die Pille absetzen kann. Doch dazu müsste es auch einen Hochzeitstermin geben, und daran hapert es noch. Jedenfalls bis zu dem Moment, an dem Wyatt ihr ein Ultimatum stellt. Jetzt heißt es, innerhalb von 30 Tagen die Traumhochzeit schlechthin zu planen, einen gemeinsamen Hausstand zu gründen usw.

Doch wer Blair kennt, der weiß das ihr Leben durchaus auch mal durcheinander geraten kann. Und so wird sie auf dem Parkplatz eines Supermarktes fast über den Haufen gefahren und landet mit einer Gehirnerschütterung und jeder Menge Abschürfungen im Krankenhaus. Blair ist sich sicher, schon wieder will eine Verrückte sie umbringen. Nur Wyatt glaubt nicht so recht daran, das seine Traumfrau verfolgt wird. Doch dann häufen sich die komischen Begebenheiten ... sollte Blair etwa recht haben?

Ich bin mir nicht sicher, warum Linda Howard eine Fortsetzung zu "To Die For" geschrieben hat, aus meiner Sicht war die Geschichte um Blair und Wyatt abgeschlossen. Mir hat bei "Drop Dead Gorgeous" nur der erste Teil der Geschichte Spaß gemacht, nach hinten raus fand ich die Aktionen der Helden nicht nachvollziehbar und unpassend. Kein wirklich schlechter Roman, aber richtig begeistern konnte er mich auch nicht.

Kritik geschrieben am 04.03.07 von Isolde W.

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"Cover of Night"

Deutscher Titel: Im Schutz der Nacht (Blanvalet 04/08)
Amerikanisches Audiobook: von 2006 (ungekürzt, 8 Kassetten)
Verlag: Brilliance Audio
Genre: Contemporary
Wertung: 3.0

Als ihr Mann vor drei Jahren starb, brach für Cate Nightingale eine Welt zusammen. Sie musste für sich und ihre Zwillingssöhne ein komplett neues Leben schaffen. Und das ging nur, wenn sie ihr altes Leben hinter sich ließ. Also ist sie in die Einöde von Idaho gezogen und hat in der Kleinstadt Trail Stop ein Bed & Breakfast übernommen. So hat sie ihre Kinder immer um sich und kann sie aufwachsen sehen. Zu tief ist allerdings die Wunde die der unverhoffte Tod ihres Mannes mit sich gebracht hat und Cate hat seitdem kein Interesse mehr am anderen Geschlecht. Das hat auch Calvin Harris gemerkt, der örtliche Handwerker, der für alle großen und kleinen Reparaturen zuständig ist. Cal hofft seit Jahren, das Cate ihn endlich als Mann wahrnimmt. Leider hilft es ihm gar nicht, das er in ihrer Gegenwart immer rot wird und zu stottern anfängt. Cate hält ihn für schüchtern.

Eines Tages türmt einer der Gäste aus dem Bed & Breakfast ohne seine Sachen mitzunehmen oder seine Rechnung zu bezahlen. Cate belastet einfach die Kreditkarte des verschwundenen Mannes. Damit lenkt sie allerdings die Aufmerksamkeit derjenigen auf sich, die ihren Gast suchen. So kommt es, das Cate sich plötzlich in Lebensgefahr befindet und Cal der einzige ist, der ihr helfen kann ...

"Cover of Night" ist leider kein sehr gelungener Roman. Der Beginn der Geschichte ist viel versprechend, jedoch wird die Handlung einfach nicht den Erwartungen des Lesers gerecht. Auch sind die Aktionen der Hauptpersonen nicht nachvollziehbar. Was immer Linda Howard auch mit diesem Roman bezwecken wollte, eine Glanzleistung ist er nicht geworden. Die Geschichte ist in sich nicht stimmig. "Cover of Night" ist einfach nur Durchschnitt, mehr leider nicht.

Kritik geschrieben am 05.11.06 von Isolde W.

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"Killing Time"

Deutscher Titel: Mitternachtsmorde (Blanvalet 12/06)
Amerikanisches Audiobook: von 2005 (ungekürzt, 7 Kassetten)
Verlag: Brilliance Audio
Genre: Time Travel
Wertung: 4.0

Im Jahr 1985 wird in einer amerikanischen Kleinstadt eine Zeitkapsel vergraben, die erst im Jahr 2085 wieder hervorgeholt und geöffnet werden soll. Knox Davis und sein Vater sind damals anwesend und Knox ist der einzige dem auffällt, das anstelle der angekündigten 12 Teile 13 in die Box gepackt wurden. Niemand kann ihm beantworten was das 13. Objekt wohl war. Und kurz darauf vergisst Knox auch seine Faszination darüber, denn sein Footballtrainer wird tot aufgefunden und der Fall wird als Selbstmord zu den Akten gelegt. Zwanzig Jahre später arbeitet Knox bei der örtlichen Polizei und er ist bei seinen Kollegen bekannt dafür, das er nicht eher Ruhe gibt, bis alle Details ein gemeinsames Ganzes ergeben und er einen Fall lösen kann.

Nikita Stover ist FBI-Agentin, allerdings erst im Jahr 2207. Sie wurde in das Jahr 2005 gesandt, da jemand unbefugt eine Zeitreise angetreten hat und man das Phänomen der Zeitreisen noch nicht genug erforscht hat, als das jemand einfach so die Vergangenheit ändern kann. Außerdem wurden die Morde, die Knox untersucht, von dem mysteriösen Zeitreisenden begangen, dem Nikita auf den Fersen ist. Normalerweise darf sie keinen Kontakt zu den in der jetzigen Zeit lebenden Personen herstellen, aber Knox kommt Nikitas Geheimnis sehr schnell auf die Spur, auch wenn er keine Ahnung hat, was sie wirklich verbirgt.

Und so ist es bald ihr gemeinsames Bestreben, die Zukunft zu beschützen ...

Von den Beschreibungen der Handlung und Hauptpersonen her, ist dieser Linda Howard Roman eher einfach und nicht so komplex wie ihre anderen Werke. Besonders der Schluss war aus meiner Sicht etwas zu glatt. Davon abgesehen kann man jedoch wieder sagen das niemand außer Linda Howard ein dermaßen weites Feld an Geschichten abdeckt. Auch diese Zeitreiseroman ist einzigartig und wird einmal mehr Maßstäbe für andere Autoren setzen.

Kritik geschrieben am 09.10.05 von Isolde W.

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"To Die For"

Deutscher Titel: Die Doppelgängerin (Blanvalet 07/2005)
Amerikanisches Audiobook: von 2004 (ungekürzt, 8 Kassetten)
Verlag: Brilliance Audio
Genre: Contemporary
Wertung: 4.5

Blair Mallory weiß es zu nutzen, das sie eine Blondine ist. Wenn jeder erwartet das blond gleichbedeutend mit blöd ist, kann sie diese Karte auch zu ihren Gunsten ausspielen. Die Scheidung von ihrem Mann Jason endete so, wie Blair sich das ausgerechnet hatte und jetzt fünf Jahre später ist Blair 30 und besitzt ein gut gehendes Fitnessstudio. Ihr ganzes Leben wird jedoch auf den Kopf gestellt, als sie auf ihrem Parkplatz Zeugin eines Mordes wird. Eine ihrer Kundinnen hatte angefangen sie zu kopieren, ihr Aussehen, ihre Haarfarbe, ihre Klamotten und ausgerechnet diese Kundin wurde auf dem Parkplatz erschossen.

Als Blair die Polizei ruft, tritt auch Lieutenant Wyatt Bloodsworth auf den Plan. Blair und Wyatt hatten vor zwei Jahren mal zwei gemeinsame Dates, aus denen viel mehr hätte werden können, wenn Wyatt die angehende Beziehung nicht plötzlich ohne Erklärung beendet hatte. Zu dumm das Blair erneut die Schmetterlinge im Bauch spürt, als sie Wyatt wieder sieht. Und als klar wird das dieser Mordanschlag eventuell sogar Blair galt, tut Wyatt alles, um sie nicht mehr aus den Augen zu lassen. Aber Blair weiß nicht, wie sie sich Wyatt vom Hals halten soll, immerhin hatte er bei den zwei Dates genug Zeit, ihre Schwachstellen kennen zu lernen. Zu sehr hat er sie mit seiner Zurückweisung vor zwei Jahren verletzt. Warum ist er plötzlich so versessen darauf die schöne Blondine immer in seiner Nähe zu haben und warum muss Blair um ihr Leben fürchten?

Endlich mal wieder ein lustiger Roman von Linda Howard! Das einzige Problem was ich mit dem Hörbuch hatte war die Sprecherin. Die war leider der Meinung "Blair" müsste eine ziemlich nervige Tonlage haben, was anfangs doch arg den Hörspaß getrübt hat. Wenn man sich jedoch dran gewöhnt hat geht es. Witzig, spannend und wie immer kann man nicht aufhören, bis man das Ende kennt. Zwei Hauptpersonen, die auf ihre eigene Art den Leser mitfiebern lassen, wie nur Linda Howard das fertig bringen kann.

Kritik geschrieben am 19.02.05 von Isolde W.

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"Kiss Me While I Sleep"

Deutscher Titel: Mörderische Küsse (Blanvalet 03/2005)
Amerikanisches Audiobook: von 2004 (ungekürzt, 7 Kassetten)
Verlag: Brilliance Audio
Genre: Mystery & Suspense
Wertung: 4.5

Lily Mansfield geht einem der ungewöhnlichsten Jobs nach, die das CIA zu bieten hat. Sie ist eine Auftragskillerin, und das bereits seit fast zwanzig Jahren. Dabei dient sie ihrem Land loyal und hinterfragt ihre Missionen nie. Jetzt jedoch ist etwas passiert, das ihr ganzes Weltbild erschüttert hat. Ihre zwei besten Freunde Averill und Tina, die ein Mädchen großgezogen haben, was Lily als Kleinkind aus einem Krisengebiet mitgebracht hat, sind umgebracht worden, eine ganze Familie ausgelöscht. Da das CIA in diesem Fall nichts unternehmen wird, begibt sich Lily auf ihren ganz persönlichen Rachefeldzug. Sie weiß wer den Mord angeordnet hat und seit Monaten arbeitet sie undercover, um an den Verbrecherkönig Salvatore Nervi heranzukommen. Alles ist vorbereitet, die Weinflasche mit dem Gift ist prepariert. Doch dann verlangt Salvatore, das Lily ebenfalls einen Schluck Wein trinken soll. Der Wein ist tödlich, aber um ihre Rache nicht zu gefährden, tut Lily so, als ob sie von dem Wein trinkt.

Stunden später ringt sie selbst mit dem Tod, doch Salvatore Nervi stirbt wie geplant. Ihr Rachedurst ist damit noch lange nicht gestillt, denn das Nervi-Imperium besteht weiter, denn Rodrigo, der Sohn von Salvatore übernimmt die Geschäfte seines Vaters. Und da das CIA nicht hinnehmen kann, das sie jemanden auf eigene Faust umgebracht hat, wird CIA Agent Lucas Swain beauftragt, sie entweder in Gewahrsam zu nehmen, oder umzubringen. Ein Wettlauf mit der der Zeit beginnt, in dem es eigentlich keine Gewinner geben kann, oder?

Es ist erstaunlich wie vielfältig der Ideenreichtum von Linda Howard ist. Kein Buch das sie schreibt gleicht dem anderen. Auch mit "Kiss Me While I Sleep" zieht sie den Leser sofort wieder in den Bann. Lily Mansfield ist eine facettenreiche Heldin, mit deren Aktionen der Leser erstmal klarkommen muss. Aber auch hier kommt der "Humor" nicht zu kurz. Wie fast jeder Howard Roman: fast uneingeschränkt zu empfehlen! Lediglich das Verhältnis von Action und Handlungsabfolge ist etwas unausgewogen.

Kritik geschrieben am 17.10.04 von Isolde W.

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"Heiße Spur"


Amerikanische Originalausgabe: Cry No More
Verlag: Blanvalet
ISBN: 3-442-35967-8
Preis: 8,95 Euro
Wertung: 5.0

Der Kampf einer Mutter um ihr Kind

Milla Boone ist mit ihrem Ehemann David für ein paar Monate von den USA nach Mexiko übergesiedelt. Der Chirurg arbeitet dort unentgeltlich in einem Dorfkrankenhaus. Seit kurzem sind sie stolze Eltern eines Sohnes. Als Milla eines Morgens auf den Markt geht, entreißen ihr zwei Männer den kleinen Justin und stechen sie nieder.

Zehn Jahre später ist Milla Boone nur noch ein Name für die Öffentlichkeit, privat hat die junge Frau ihren Mädchennamen Edge wieder angenommen. Ihre Ehe hatte die Tragödie nur etwa ein Jahr überdauert. David konnte nicht damit fertig werden, dass Millas einziger Lebensinhalt darin bestand, ihr Baby zurückzubekommen, und ihren Ehemann nicht mehr wahrnahm. Obwohl er eine neue Familie gegründet hat, unterstützt er seine Ex-Frau weiterhin finanziell. Milla baute die Organisation Finders auf und nutzt so ihren seit der Entführung hohen Bekanntheitsgrad aus, um von El Paso aus nach Vermissten zu suchen.

Durch einen anonymen Hinweis hat sie nun erstmals eine heiße Spur über den Verbleib ihres Kindes. Die Fährte führt sie zurück nach Mexiko, wo sie bei einer nächtlichen Überwachung den Mann wieder sieht, dem sie damals beim Überfall das Auge ausgekratzt hat. Als sie sich aus ihrem Versteck stürzen will, kommt ihr ein mysteriöser Fremder in die Quere, der sie schachmatt setzt. Bei ihren weiteren Ermittlungen taucht dieser Mann, Diaz, wieder auf. Mit seiner Hilfe kommt Milla ihrem Ziel immer näher, den Babyschmugglerring von damals auffliegen zu lassen. Eine Jagd durch Mexiko und quer durch die USA folgt. Obwohl sie dadurch in immer größere Gefahr gerät, lässt sie sich von nichts und niemandem von ihrem Weg abbringen. Denn die Hoffnung, ihren Sohn wieder zu finden, kann sie nicht aufgeben. Der Gedanke, dass Justin schon lange tot sein könnte, ist für Milla einfach unvorstellbar.

Dass Linda Howard ein wunderbares Erzähltalent besitzt, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Mit ihrem jüngsten Roman beweist sie nun, dass sie dies auch auf ein ernstes Thema anwenden kann. Milla hatte den Angriff zwar physisch überlebt, ein richtiges Leben führt sie seitdem aber nicht mehr. Ihre Ehe und die meisten zwischenmenschlichen Kontakte, selbst zu ihrer Familie, sind zerbrochen. Ihre Umwelt kennt sie nur noch als Galionsfigur ihrer Organisation, ein Privatleben ist nicht mehr vorhanden. Milla existiert lediglich, und selbst das ausschließlich aus einem Grund: die Suche nach ihrem Kind. Erst als Diaz in ihr Leben tritt, regen sich wieder längst vergessene Gefühle in ihr.

Millas Verzweiflung und ihre Entschlossenheit werden in einer solchen Intensität beschrieben, dass der Leser einfach mit der Mutter mitempfinden muss. Die Spannung ist anfangs noch gemächlich, steigert sich dann aber zu einem fulminanten Finale. Wichtiger, als die Schurken zu schnappen, ist aber diesmal die Frage, ob es für Milla noch einen glücklichen Ausgang geben wird. Denn was ist alle Rache wert, wenn der Kampf am Ende doch verloren geht?

Der Roman bewegt die Leser vielleicht auch deshalb sehr, weil er so ehrlich wirkt. Dies wird u.a. in der Beschreibung des Ex-Manns deutlich. Ein Zusammenleben wurde unmöglich, da beide auf so unterschiedliche Weise auf den Verlust reagierten. Milla und David wurden beide Opfer, das Klischee des schuftigen Gatten bleibt aus. Auch die behutsame Annäherung an Diaz wirkt nie fehl am Platz, und gerade das leise Knistern zwischen den Protagonisten ist schön beschrieben.

Heiße Spur ist ein ergreifendes Buch, das nachdenklich macht und den Leser lange nicht los lässt. Die Autorin schreibt so eindringlich über das sensible Thema, dass es niemanden kalt lassen kann.

Reviewed von TINA am 25.09.04

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"Cry No More"

Deutscher Titel: Heiße Spur (Blanvalet 10/2004)
Amerikanische Originalausgabe: von 2003
Verlag: Ballantine (HC)
ISBN: 0-345-45341-7
Wertung: 5.0

1993:
Milla Boone verbringt mit ihrem Mann David ein Sabbat-Jahr in Mexiko, wo David seine Fähigkeiten als Arzt für eine Wohltätigkeitsorganisation zur Verfügung stellt. Die beiden sind glücklich, als ihr Sohn Justin geboren wird. Justin ist sechs Wochen als, als das Unfassbare geschieht: Milla nimmt ihn mit zum Einkaufen auf den Markt, als sie plötzlich von zwei Männern überfallen und ihr der Säugling entrissen wird. Sie wehrt sich und verletzt einen der Kidnapper, wird aber von dem anderen mit einem Messer niedergestochen und schwer verletzt.

2003:
Zehn Jahre später ist Milla immer noch auf der Suche nach ihrem Kind. Mittlerweile hat sie, geprägt durch ihr eigenes Schicksal, die Organisation "Finders" gegründet, die Angehörigen und der Polizei beim Auffinden vermissten Personen hilft. Ihrem Sohn und den Männern, die ihn damals kidnappten, konnte sie allerdings in all der Zeit nicht näher kommen. Alles was Milla hat, ist ein Gerücht und einen Namen: Diaz. Eines Abends erhält sie einen anonymen Hinweis auf ein Treffen, bei dem Diaz anwesend sein soll. Milla fährt zum Treffpunkt und beobachtet vier Männer, die ein grosses Paket austauschen. Mit Schrecken erkennt sie in einem der Männer den Kidnapper wieder, dem sie damals ein Auge ausgestochen hat. Bevor sie allerdings ihrem Impuls, mit der Waffe auf den Mann loszugehen, nachgehen kann, wird sie von jemandem bewusstlos geschlagen. Drei Tage später taucht James Diaz auf einmal in El Paso in ihrem Büro auf und verspricht ihr bei der Suche nach ihrem Sohn zu helfen.

Milla ist ein sehr starker Charakter. Sie hat sich in den letzten 10 Jahren von einer sanften, sicherlich auch etwas naiven Person in jemanden verwandelt, der ganz in seinem Lebensziel aufgeht - Vermisste zu finden und anderen Menschen ihr eigenes Schicksal der Unwissenheit zu ersparen, sie erinnert insofern stark an Grace St. John, die Heldin aus "Son of the Morning" (Wie Tau auf meienr Haut). Mit James Diaz hat LH eine perfekten Gegenpart zu Milla geschaffen - einerseits Alpha genug, um für die Leserschaft interessant zu sein, andererseits ein Mann mit starkem Einfühlungsvermögen, dass es ihm ermöglicht, Milla beizustehen und ihr wenigstens einen Teil ihres Leides abzunehmen. Durch und durch empfehlenswert!

Kritik von Alex, 30.06.04

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"Auch Engel mögen's heiß"

Originaltitel: Open Season
Deutsche Erstveröffentlichung: Blanvalet
Wertung: 4.0

Am Morgen ihres 34. Geburtstags beschließt Daisy Minor, Jungfrau, wohnhaft bei Mutter und deren Schwester, Bibliothekarin in einem öden Nest und so sexy gekleidet wie ein Wörterbuch, ihr Leben umzukrempeln. Sozusagen ein kompletter Imagewechsel. Sie zieht bei ihrer Mutter aus, kauft sich einen Hund (eigentlich ein kleiner Angsthase) und legt sich unter der stilkundigen Beratung ihres vermeintlich schwulen Bekannten Todd ein neues Styling zu. Als sexy Blondine fehlt ihr nun nur noch der Mann fürs Leben oder auch nur fürs Bett. Auf ihren Streifzügen  durch die örtliche Disco klappt es jedoch nicht so recht. Und anstelle in die Augen eines Traummanns zu blicken, wird sie eines Abends Zeugin eines Mordes. Nun ist ihr Leben in Gefahr, denn selbst der korrupte Bürgermeister hat seine Finger im Spiel. Zum Glück ist da Polizeichef Jack Russo, der Daisy schon vor ihrer Verwandlung zum Partygirl äußerst anziehend fand. Als Ehemann kann Daisy ihn sich zwar nicht vorstellen, aber als Beschützer und Begleiter für die Nacht. Warum nicht? 

Zwar läßt sich dieser Roman nicht mit Linda Howards Meisterstück "Mister Perfekt" messen, trotzdem garantiert aber kurzweilige Unterhaltung. Es ist aber auch einfach zu köstlich, wenn Daisy plant und macht und doch alles ganz anders läuft. Der Humor und die Erotik bleiben auch in "Auch Engel mögen's heiß" nicht auf der Strecke. Dafür sorgen nicht zuletzt Daisys liebenswert verschrobene Mutter und Tante und der bärbeißige Sarkasmus eines Jack Russo. Gut, das Klischee, des Naturburschen mit Charme, Hirn und Schlag bei Frauen ist vielleicht ausgelutscht, aber wo es paßt? Außerdem, mögen wir wahre Romanhelden nicht genauso? Was etwas zu kurz kommt ist eindeutig die Krimihandlung. Die Geschichte ist nicht nur mehr als vorhersehbar, sondern auch sehr konstruiert und etwas lieblos. Wer sich aber davon nicht stören läßt und wem es ohnehin auf einen Frauenroman mit Witz und Sex ankommt, der ist hier nicht nur gut aufgehoben, sondern bekommt Unterhaltung fürs Zwerchfell. 

Fazit: Lesen, Lachen und Spaß haben!

Reviewed von Tara am 17.06.04

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"Ein gefährlicher Liebhaber"

Originaltitel: Heart of Fire
Deutsche Erstveröffentlichung: Blanvalet, 03/2004
Wertung: 5.0

Abenteuer im brasilianischen Dschungel

Jillian Sherwood ist als Archäologin in die Fußstapfen ihres verstorbenen Vaters getreten. Im Job hat sie es nicht leicht, da der Professor schon zu Lebzeiten eher berüchtigt als berühmt war ob seines Eifers der Anzar-Legende nachzuspüren, einem sagenumwobenen Stamm im tiefsten brasilianischen Urwald, der an die Amazonen erinnert. Auch Jillians Privatleben liegt brach, ihr Liebesleben ist nichtexistent und zu ihrem einzigen Verwandten, ihrem Bruder Rick, hat sie alles andere als ein herzliches Verhältnis. Er pumpt sie nur gelegentlich um Geld an.

Bei der Durchsicht des Nachlasses ihres Vaters findet die junge Frau eine Karte mit codierten Wegbeschreibungen zur steinernen Stadt der Anzar. Jillian ist sogleich Feuer und Flamme, sieht sie doch die Gelegenheit ihren Vater in Fachkreisen zu rehabilitieren. Rick dagegen ist mehr an dem großen, roten Diamanten interessiert, der angeblich auf einem Grab liegen soll. Mit dem dubiosen Geldgeber Kates – kein angesehenes Institut wollte die Forschungsreise finanzieren – machen sich die beiden auf den Weg nach Brasilien.

Als Führer wird der Haudegen Ben Lewis engagiert, ein Amerikaner, der sich schon seit Jahren auf diese Weise sein Geld verdient und trotz seines heruntergekommenen Aussehens auch die nötigen Fähigkeiten dazu besitzt. Die Expedition startet zunächst per Boot über den Rio Negro bis die Teilnehmer, darunter jetzt auch mehrere Träger und der von Kates angeheuerte zwielichtige Dutra, schließlich zu Fuß durch den dichten Regenwald marschieren müssen. Dabei weiß nur Jillian den genauen Weg, da sie als einzige die verschlüsselten Anweisungen ihres Vaters verstehen kann. Sie ahnt genau wie Ben, dass Rick, Kates und Dutra kein wirkliches Interesse an einem Aufsehen erregenden geschichtlichen Fund haben, sondern lediglich an ihren materiellen Gewinn denken, sollte die „Kaiserin“, der Diamant, wirklich existieren. Und Ben ist einem unverhofften Geldsegen ebenfalls nicht abgeneigt.

Der Dschungeltrip wird für Jillian und Ben auch ein erotisches Abenteuer. Jillian gibt sich zunächst kratzbürstig und lässt Bens Avancen ins Leere laufen. Dieser wird immer frustrierter, dass er bei ihr nicht landen kann, noch dazu, wo er ausgerechnet von Jillians Intelligenz angetörnt wird. Von seinen sonst bevorzugten weiblichen Merkmalen – willig und üppig – hat sie nichts zu bieten. Die extreme Situation und die ständig lauernde Gefahr sorgen für ein Feuerwerk der Gefühle, dass sich zwangsläufig entladen muss. Sie vertraut Ben ihr Leben an, aber sie weiß nicht, ob sie ihm wirklich vertrauen kann oder ihr am Ende nicht doch das Herz gebrochen wird.

Linda Howards Roman, der im Original bereits vor zehn Jahren erschienen ist, ist ein wahrer Volltreffer. Neben einer spannenden Geschichte, ganz im Stil legendärer Abenteuerfilme, lebt das Buch vor allem durch das mit viel Wortwitz gespickte Aufeinandertreffen der so unterschiedlichen Hauptfiguren. Held und Heldin liefern sich verbale Duelle am laufenden Band. Ben sagt unumwunden, was er am liebsten mit Jillian, in der Horizontalen oder auch nicht, machen möchte. Blumige Umschreibungen gehören dabei nicht zu seinem Wortschatz. Sie lässt ihn hingegen ebenso gekonnt artikuliert mehrfach abblitzen und sprichwörtlich im Regen stehen. Die Ausdrucksweise der Protagonisten ist derber als üblich, teilweise gewollt hart.

Jillian ist kein nettes, fügsames Frauchen. Mit seinem Beschützerinstinkt beißt sich Ben an ihr die Zähne aus. Dass die Liebesszenen nicht nur angedeutet sind, sondern es richtig zur Sache geht, steht bei Linda Howard außer Frage. Leser, die sich auf diesen Kampf der Geschlechter einlassen, werden mit einem Meisterwerk des Romantic Suspense Genres belohnt.

Reviewed von TINA am 28.2.2004

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"Cry No More"

Deutscher Titel: Heiße Spur (Blanvalet 10/2004)
Amerikanische Originalausgabe: von 2003
Verlag: Ballantine (HC)
ISBN: 0-345-45341-7
Wertung: 5.0

Nachdem Milla Boones 6 Wochen alter Säugling in Mexiko gekidnappt und sie selber schwer verletzt wurde, kennt sie nur noch ein Ziel: ihren Sohn Justin wieder zu finden. Darüber zerbricht auch ihre Ehe zu dem talentierten jungen Chirurgen David. Sie verschreibt sich fortan ganz dem Auffinden verloren gegangener Kinder und gründet ihre Organisation 'Finders', die sich durch Spendengelder finanziert. Über die Jahre entwickelt sie sich zu einer Spezialistin auf diesem Gebiet, nur bei ihrem eigenen Kind scheitert sie wieder und wieder kläglich und auch das Verhältnis zu ihrer Familie leidet unter ihrer besessenen Suche. Ganze quälende 10 Jahre braucht sie schließlich, um eine erste Erfolg versprechende Spur zu finden.

Sie erhält einen anonymen Tipp, dass der geheimnisvolle Diaz, der in allen, die ihn kennen nur Angst und Schrecken auslöst, etwas über das Verschwinden ihres Sohnes wissen soll. Tatsächlich spürt sie den berüchtigten James Diaz auf - oder besser, er findet sie. Er ist sogar bereit, sie bei ihrer Suche zu unterstützen, aber welche Motive hat er wirklich dafür? Nach und nach entdecken sie gemeinsam Hinweise auf einen ganzen Baby-Schmuggler-Ring, aber wer versucht sie absichtlich in die Irre zu führen? Eine gefährliche Jagd beginnt...

Für mich ist dieses Buch mit Abstand das beste, das ich in letzter Zeit gelesen habe. Der einzigartige Stil der Autorin und ihre Personen, die nicht den gängigen Klischees folgen, können mich einfach immer wieder begeistern. Den schmerzlich hohen Preis für das amerikanische Hardcover habe ich jedenfalls nicht bereut. Wieder einmal hängt Linda Howard die Messlatte für ihre Autorinnen-Kolleginnen ein Stückchen höher. Der zwielichtige Diaz wird alle Fans von John Medina (aus 'All The Queen's Men) begeistern, aber er ist keinesfalls eine bloße Kopie von ihm. Millas Charakterisierung hat mir besonders gut gefallen, eine starke Frau, weil sie stark sein musste und an ihren Aufgaben gewachsen ist.

LH hat mit Cry No More ein unglaublich intensives, eindringliches Buch geschaffen, das man nach dem Lesen nicht so schnell beiseite schieben kann. Hin- und Hergerissen zwischen Spannung und tiefen Emotionen, ist es fast erschöpfend zu lesen. Leserinnen, die nah am Wasser gebaut haben, sollten sich eine ganze Tempo-Box bereitlegen - alle anderen können ja immer noch behaupten, sie hätten etwas ins Auge bekommen ;-)

Kritik von Ina D., 07.12.03

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