Verlag: Moments/Area Verlag, 2004, 203 S.
ISBN: 3-89996-206-0
Bewertung: 3.5
Dr. Nivea Cremer ist eine viel beschäftigte Therapeutin in
München, die bei der Behandlung der Probleme ihrer Klienten
gelegentlich durchaus auch zu etwas unkonventionellen Methoden greift.
Genauso unkonventionell ist ihr Privatleben - abgeschreckt durch das
negative Beispiel der Ehe ihrer Eltern und die vielen Geschichten ihrer
Patientinnen über Eheprobleme, kommt für Nivea eine feste
Beziehung auf gar keinen Fall in Frage. Ihre erotischen Gelüste
befriedigt Nivea, indem sie an ihrem freien Tag mit dem von einem guten
Klienten geliehenen silberfarbenen Jaguar auf Spritztour geht und auf
den Autobahnen "Jagd" auf junge, knackige Motorradfahrer macht, die sie
dann jeweils gleich in der Luxuslimousine vernascht - alles bleibt
selbstverständlich anonym, keine Namen oder Telefonnummern werden
ausgetauscht.
Doch als Nivea einmal von den gewohnten Wegen abweicht und in der
Kneipe ihrer besten Freundin Molly auf Hannes trifft, mit dem sie eine
heiße Nacht verbringt, geht ihr dieser irgendwie nicht mehr aus dem
Kopf. Doch ständig kann sie sich nun gar nicht mit Hannes befassen
- es passiert einfach zu viel. Niveas Klienten halten sie ziemlich auf
Trab; kann muss sie noch Molly, eine sehr sinnliche Frau mit
Kleidergröße 54, dazu überreden, an der ersten
"Miss-Molly"-Wahl teilzunehmen; militante Tierschützer, der
Versuchsaffe Theo, Kater Boris und andere sorgen für so einige
Verwicklungen, und dann ist da noch Hannes, dem Nivea durch Zufall
wieder begegnet.
Ein nicht ganz einfach zu bewertender Roman - es handelt sich weder um
eine ausgeprägte Liebesgeschichte, noch ist es eine spritzige
erotische Story, wie der Covertext erwarten lässt - die reichlich
vorhandenen, skurrilen und originellen Charaktere sind zwar im Ansatz
recht interessant, aber - wahrscheinlich auch durch die Kürze des
Romans bedingt - die Figuren bleiben eher flach, und alle Probleme
werden im Schnellverfahren und allzu glatt gelöst. Trotz allem ein
recht netter und amüsanter Roman für zwischendurch.
Kritik geschrieben von Sabine R., 21.07.2004
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