Russische Liebe

Amerikanischer Originaltitel: Spendlor

Autorin: Brenda Joyce

Verlag: Mira Taschenbuch

Bewertung: 4.0

 

 

London 1812:

Um etwas Geld dazu zu verdienen verkleidet sich die Buchhändlerstochter Carolyn Browne als Mann, mischt sich unter die gehobene Gesellschaft und schreibt unter dem Pseudonym Copperville bissige Satiren über die Reichen und Schönen. Das geht so lange gut, bis sie anfängt über Fürst Nikolaus Swerajow, einen Gesandten des russischen Zaren, zu schreiben. Dieser verfolgt sie eines Tages bis nach Hause um herauszufinden, welcher Grünschnabel es wagt, sich über ihn lustig zu machen. Sofort erkennt er, dass sich hinter der Verkleidung eine junge Frau verbirgt und versucht, sie aus der Reserve zu locken.
 
Nikolaus fühlt sich stark zu Carolyn hingezogen, doch er ist nicht frei. Zuhause wartet seine durchtriebene Ehefrau Marie Helene, mit der ihn schon lange nichts mehr verbindet. In seiner Verzweiflung fällt ihm nur eine Möglichkeit ein: er bietet Carolyn eine Stelle als Gouvernante seiner Tochter an. Doch Carolyn hat sehr hohe Wertvorstellungen und hadert mit sich. Sie liebt Nikolaus, doch kann sie als seine Geliebte bei ihm leben, wenn sie dadurch auch den letzten Rest gesellschaftlichen Ansehens verlieren würde, der ihr noch geblieben ist?
 
"Russische Liebe" lässt sich sehr flüssig lesen, hat aber zu Anfang einige Längen in der Handlung. Die Entwicklung der Charaktere ist klar nachzuvollziehen, wenn auch ihr Handeln einen manchmal stutzig werden lässt. Der Roman hat mir gut gefallen weil er viele unerwartete Wendungen beinhaltet, die man nicht voraussehen kann. Er entwickelt sich immer dann, wenn man glaubt, an einer Stelle angelangt zu sein, wo andere Liebesromane enden, in eine völlig neue Richtung. Die historischen Angaben beschränken sich auf das Maß, wie es für die Geschichte von Carolyn und Nikolaus erforderlich ist und man wird nicht mit Fakten überschwemmt, was ich sehr gut fand. Zusammengefasst würde ich sagen, dass es ein sehr lesenswerter Roman ist, mit einer schönen und ungewöhnlichen, da unvorhersehbaren, Liebesgeschichte.

Reviewed von Sabrina, 07.01.04

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