"Die schöne Seherin"

Originaltitel: Call Down The Moon (1998)

Autorin: Katherine Kingsley

Verlag: Cora Verlag, Historical Gold Nr. 107,
erschienen 27.06.2001

Preis: 9,80DM

Bewertung: 4.0

England 1822: Was Glück ist, oder was Liebe, das hat Meggie Bloom bisher nicht erfahren. Der Vater starb vor ihrer Geburt, die Mutter bei der Geburt und als nach neun Jahre die Frau starb, die sie aufgenommen hatte, kam Meggie in ein Heim. Mit 17 wird sie aber auch dort abgeschoben, um im Sanatorium Woodbridge zu arbeiten. Dort kann sie bei der Betreuung der geistig verwirrten Patienten ihre Gabe - Gedankenlesen - einsetzen.

Eines Tages besucht Hugo Montagu das Sanatorium, um eine Spende seiner Mutter, einer Schirmherrin des Heimes, abzugeben. Dabei entdeckt er auch Meggie, die er für eine Patientin hält. Meggie hat den Fremden ebenfalls gesehen. Ein Blick aus seinen Augen lässt Meggie in den nächsten Tagen immer wieder an diesen Lord denken.

Lord Hugo Montagu, ein jüngeren Sohn eines Dukes, hat die meiste Zeit seines Leben mit Glücksspiel verbracht. Nach einem Auslandsaufenthalt hat er sich geändert, hat in der Nähe des Sanatoriums ein Grundstück erworben, einschließlich zweier alter Frauen, die lebenslanges Wohnrecht besitzen. Bei einem Besuch in London passiert es aber, dass Hugo mit alten Freuden trinkt und danach spielt - und 200.000 Pfund verliert. Jetzt ist er nicht nur sein Vermögen los sondern auch das gerade erworbene Grundstück - wenn er nicht innerhalb von 90 Tagen die Summe aufbringt.

Bei einem Anwaltsbesuch erfährt er zufällig von der Suche nach einer Erbin, die Meggie Bloom heisst, und die 400.000 Pfund erben soll. Das wäre es doch. Damit wäre Hugo gerettet. Und so fährt Hugo erneut zum Sanatorium und macht Meggie einen Heiratsantrag. Doch schon nach der Hochzeit kommt er seiner Frau immer näher - und sein Gewissen wird immer lauter. Außerdem meint er noch immer, eine geistig kranke Frau geheiratet zu haben.

Der Roman hat mir ganz gut gefallen. Die Heldin ist unbefangen und natürlich. Und die "Tanten" sind einfach super. Die Gabe kam etwas zu kurz. Den Held fand ich aufgrund seines Verhaltens nicht so besonders sympathisch. Tja, nicht jeder, den man im Irrenhaus findet, ist verrückt. Erst kurz vor dem Schluss, als man Einblick auf sein Innerstes bekam, hat sich das geändert.

Review am 12.06.2001, Karin M.

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