"Der Schutzengel"

Originaltitel: Lightning, 1988

Autor: Dean R. Koontz

Deutsche Erstveröffentlichung: 1990

Verlag: Ullstein

Preis: 16,90 DM

Bewertung: 5.0

 

Laura Shane hat seit ihrem Lebensbeginn einen mysteriösen Schutzengel, der sie vor den schlimmsten Ereignissen in einer schwierigen Kindheit bewahrt. Schon bei der Geburt verhindert er, daß ein betrunkener Arzt die Entbindung leitet, so daß Laura vollkommen gesund zur Welt kommen kann.

Doch als sie zwölf ist, ist auf den ungewöhnlichen Beschützer (sieht zwar aus, wie man sich einen vorstellt, gutaussehend, blond, blauäugig, aber welcher Helfer Gottes erschießt schon einen Menschen und schlägt einen anderen aufs übelste zusammen?) plötzlich nicht mehr Verlaß. Sie muß allein mit einem üblen Pädophilen fertig werden, denn Laura schließlich aus Notwehr tötet. Langsam, aber sicher, verliert sie ganz ihren Glauben an ihren Engel, wie Kinder den Glauben an den Weihnachtsmann verlieren.

Doch auf einmal, zwanzig Jahre später, rettet er Laura, die inzwischen Schriftstellerin ist, ihren Ehemann und ihren kleinen Sohn davor in einem Autounfall in den verschneiten Bergen zu sterben. Unerwartet taucht ein Fremder auf, der einen Kugelhagel mit einer MP eröffnet, in dem Lauras Ehemann umkommt. Ihr Schutzengel erschießt den Fremden schließlich, teilt Laura mit, daß sie auf sich achtgeben und sich rüsten soll, er würde ihr später alles genau erklären. Dann verläßt er Laura auf mystische Weise.

Ein Jahr vergeht, nicht ein paar Tage, in denen Laura voller Angst in ihrem Berghaus lebt, schießen lernt und ein ganzes Arsenal Waffen lagert, bevor ihr Schutzengel wieder auftaucht, allerdings schwerverwundet. Mit dem Verletzen fliehen Laura und ihr Sohn vor einer Gruppe rücksichtsloser Männer, die sie, aus welchen Gründen auch immer, umbringen wollen. Unterwegs zwingt Laura mit der Waffe einen Arzt ihren Schutzengel zu verwunden, jedoch sind die Männer ihr auf der Spur und die Polizei bekommt Wind von einer Geschichte, die Laura sich nicht erklären kann.

In einem Motel erfährt sie das ihr Beschützer, man mag es kaum Glauben, ein Zeitreisender ist, der aus Nazideutschland kommt. Stefan Krieger, so sein Name, ist ein Wissenschaftler, der an Hitlers Zeitreiseprojekt beteiligt ist, sich aber aus Abscheu den Nazis gegenüber geschworen hat, dieses Projekt zu sabotieren. Die Zeitmaschine läßt allerdings nur Reisen in die Zukunft zu, um Paradoxe zu vermeiden. Trotzdem wäre den Nazis damit die Möglichkeit offen, Zukunftstechnologien, Informationen über den Bau einer Atombombe,  in ihre Zeit zu bringen und so den Krieg zu gewinnen. Das muß unbedingt verhindert werden, werden es aber Stefan, Laura und ihr Sohn schaffen, den Klauen der Nazis zu entgehen und Stefans Plan zu vollziehen?

Auch wenn die Story ein wenig unrealistisch klingt, ist das Buch eines der spannendsten, die ich je gelesen habe. Der Autor schafft es den/die Leser/in derart zu fesseln, daß (meiner Meinung nach) keine einzige Seite langweilig erscheint. Ein packender, rasanter Thriller, der einen nicht mehr losläßt. Ich zumindest habe das Buch noch nachts zu ende gelesen, da es eine derartige Faszination auf mich ausgeübt hat, weil Dean Koontz es versteht, eine überaus interessante, mitreißende Geschichte zu schreiben.

Kritik eingesandt am 28.08.1999 von Pia L.

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