Autorin: Loretta Chase
Amerikanische Originalausgabe von: März 2004
Verlag: Berkley
Bewertung: 4.0
November
1817: Alistair Carsington, dritter Sohn des Earl of Hargate erhält von seinem
Vater eine Liste mit seinen "dümmsten Episoden" (Romanzen scheinen bei Alistair
immer einen Teil seines Verstandes auszuschalten) und ein Ultimatum: es sei dem
Earl zu teuer, ständig für ihn und seine dummen Fehler gerade zu stehen und so
hat Alistair 6 Monate Zeit sich entweder eine sinnvolle Beschäftigung zu suchen
oder eine reiche Erbin zu heiraten.
März 1818: Alistair hat sich mit einem alten Jugendfreund zusammengetan und will
- um eine alte Kohlemine profitabler zu machen - einen Kanal durch die
Grafschaft Derbyshire bauen. Die Idee trifft nicht auf all zuviel Gegenliebe und
so reist Alistair in die Grafschaft um die Landbesitzer und den Rest Bevölkerung
der Grafschaft vom Sinn des Fortschritts zu überzeugen. Aber Alistair hat nicht
mit dem erbitterten Widerstand Mirabel Oldridges - der Tochter des größten
Landbesitzers - gerechnet und erst recht nicht damit, dass es bei dieser Reise
um viel mehr als nur eine künstliche Wasserstrasse geht...
Betrachtet man ihre beiden Helden einzeln, hat Chase hier hervorragende Arbeit
bei der Ausarbeitung ihrer Charaktere geleistet: Alistair, der seine
Verletzlichkeit und seine psychischen Probleme mit einem Übermaß an
Modeinteresse zu kaschieren versucht und Mirabel, die seit mehr als 10 Jahren
die Verantwortung und Pflichten ihres geistig so abwesenden Vaters übernimmt und
dabei ihr eigenes Leben und Glück hinten angestellt hat. Doch im Gegensatz zu
anderen Romanen von Loretta Chase fehlte mir hier die besondere Chemie, die die
Beziehungen ihrer Protagonisten sonst auszeichnet. Sowohl Alistair als auch
Mirabel wirken im romantischen Umgang miteinander blass und seltsam hölzern. So
richtig nimmt man beiden die große Liebe nicht ab. Die doch recht
außergewöhnliche Story drum herum und auch das Eingehen auf Alistairs Probleme,
die er nach der Rückkehr aus dem Krieg hat sowie die vielen gut ausgearbeiteten
Nebencharaktere machen aber vieles wett. Alles in allem für mich nicht das beste
ihrer Bücher, aber immer noch weit über dem üblichen Durchschnitt!
Review geschrieben von Alex, 26.02.07
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