Emily Bradshaw ist 1872 mit einem Siedlertreck unterwegs von St. Louis
in den noch recht unzivilisierten Westen des Landes. Sie möchte
endlich zu ihrem Verlobten Charles, der sich in Silver Springs eine
Existenz aufbaut. Der Treck wird jedoch von Indianern überfallen,
viele Siedler werden getötet, und Emily wird verschleppt. Charles
beauftragt Rafael „Rafe“ McKinlay seine Verlobte zu finden und zu ihm
zurückzubringen. Rafe hat schon mehrfach entführte Frauen zu
ihren Familien zurückgebracht. Dass er ein Halbblut ist, hat ihm
dabei die Verhandlungen mit den verschiedenen Stämmen oftmals
erleichtert.
Rafe gelingt es, Emily aus der Hand der Indianer zu befreien. Dazu muss
er allerdings zunächst ihren Entführer in einem rituellen
Zweikampf besiegen. Dann machen sich die beiden auf in Emilys neue
Heimat. Unterwegs kann McKinlay feststellen, dass Emily nicht das zarte
Pflänzchen ist, für das er sie gehalten hat. Sie ist weder an
ihrer Gefangenschaft zerbrochen, noch ist sie den Strapazen der
Heimreise nicht gewappnet, sondern hält gut mit und beklagt sich
nicht über den beschwerlichen Ritt. Einzig die Nähe zu einem
ihr noch fremden Mann bereitet der jungen Frau Probleme.
Eines Nachts werden Rafe und Emily von ein paar Männern
überfallen. Der Anführer der Bande ist Clay Taggart, ein
alter Feind McKinleys aus Armeezeiten, der ihm Rache geschworen hatte.
Bevor die Gesetzlosen die beiden umbringen können, gelingt ihnen
die Flucht. Aber Rafe wird dabei verwundet. Sie können sich in den
Bergen in eine versteckte Höhle retten, wo sie der Wintereinbruch
überrascht und sie zu monatelangem Ausharren zwingt. Emily pflegt
den Mann, für den sie immer größere Gefühle hegt,
gesund, nach Rafes Genesung werden sie ein Liebespaar. Als der
Frühling naht, kehrt die Bedrohung durch Taggart und seine
Schergen zurück.
Petra Last versteht es, ihr Publikum mit ihrem wunderbaren
Erzählstil an ihr Buch zu fesseln. Dabei vermag sie dem
klassischen romantischen Western neues Leben einzuhauchen. Der Leser
fühlt sich in eine andere Zeit versetzt und genießt die
Eindrücke, welche die Autorin über das raue Land, und das
karge Leben der Indianer und Siedler vermittelt. Rafael und Emily
wirken wie zwei Menschen aus Fleisch und Blut. In Sachen Romantik muss
ihre Geschichte den Vergleich mit anderen literarischen Liebespaaren
des Genres nicht scheuen. Auch die Nebenfiguren werden plastisch
dargestellt. Taggart ist ein Paradebeispiel des Bösewichts. Und
Charles scheint sein wahres Gesicht zu verbergen.
Neben der Spannung und der Leidenschaft kommt auch der Spaß nicht
zu kurz. So weiht uns die Autorin in eine interessante Methode ein,
einen vermeintlichen Schlangenbiss zu kurieren. Auch die in Emilys
Augen äußerst unschickliche Art Rafes, ihrem schmerzenden
Körper nach einem anstrengenden Tag zu Pferde Linderung zu
verschaffen, ist zu köstlich. Dabei scheint Petra Last ihre Leser
hier erst auf den Geschmack bringen zu wollen. Denn Mann meiner
Sehnsucht über Rafaels Zwillingsbruder Gabriel verspricht im
Herbst 2004 die nächste Dosis McKinlay. Die Andeutungen über
sein trauriges Schicksal lassen auf ein weiteres Schmankerl hoffen.
Reviewd von
TINA, 1.5.2004
Weitere Bücher von Petra Last: