Autorin: Katie Lawrence,
Verlag: Moments, 2004, 479 S.
ISBN: 3-937670-16-5
Bewertung: 4.5
1611: Nachdem ihre Mutter
verstorben ist, ihr einziger Halt, wartet die junge Christiana von
Rossewitz nur noch darauf, wie es ihr seit ihrem sechzehnten Lebensjahr
vorherbestimmt ist, in das Kloster einzutreten, in dem ihre Tante
Äbtissin ist. Christiana, die im Alter von 16 Jahren einen
schweren Brandunfall erlitt und seitdem gezeichnet ist, hofft so,
endlich der Herrschaft ihrer kaltherzigen, herrschsüchtigen und
zur Grausamkeit neigenden Vaters, der sie nie geliebt hatte, entkommen
zu können. Doch Hubertus von Rossewitz hat andere Pläne - er
schickt Christiana auf die lange Reise zu der geheimnisvollen Insel
Eden, wo sie ihre unter den Folgen eines Reitunfalls leidende Tante
pflegen soll.
Auf dem Wege nach Eden ließt Christiana, die von einer alten
Kräuterfrau in dem Wissen der Heilkunst unterwiesen worden ist,
einen schwer verletzten, stummen jungen Mann auf - sie erklärt ihn,
den sie Thomas tauft, zu ihrem Schützling, pflegt ihn gesund und
nimmt ihn als ihren Diener mit nach Eden. Thomas, dessen Verletzungen
darauf schließen lassen, dass er schlimmes durchgemacht haben muss,
dankt ihr ihre Fürsorge mit bedingungsloser Anhänglichkeit
und Treue und beschützt Christiana wo er nur kann; er ist seit
langem die einzige Person, zu der sie wieder Vertrauen fassen kann.
Auf Eden angekommen, ist Christiana völlig überrascht von dem
dortigen Lebensstil - viele der Einwohner scheinen in ihrem
früheren Leben schwere Schicksalsschläge erlitten zu haben
und sind nun froh, dass ihnen auf Eden eine zweite Chance geboten wird.
Christiana, die seit dem Unfall ihr Gesicht hinter Maske und Schleier
versteckt, und sich hinter einer selbst aufgebauten Mauer verschanzt,
erlebt auf Eden seit langem wieder einmal, dass sie doch noch zu
positiven Gefühlen fähig ist. Sir Anthony Haven hat sich in
sie verliebt und wirbt um sie. Noch während Christiana sich
über ihre Gefühle für ihn klar zu werden versucht,
erleidet Thomas einen lebensbedrohlichen Unfall ...
"Des Teufels Engel" ist ein äußerst spannender,
mitreißender, abenteuerlicher und dramatischer Roman, vor einer
ungewöhnlichen, farbenprächtig dargestellten Kulisse; die
Charaktere sind, bis zu den kleinsten Nebenfiguren, äußerst
lebendig gezeichnet; Held und Heldin wirken sehr sympathisch, und es
lässt sich so richtig mit ihnen mitleiden und mitfühlen. Ein
bemerkenswertes Debüt - sehr empfehlenswert.
Kritik geschrieben von Sabine R., 17.01.2005