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"The Music of the Night"
Deutscher Titel: Maskerade der Herzen (Blanvalet) Autorin: Lydia Joyce Verlag: Signet Eclipse Book, 2005, 297 S., ISBN: 0-451-21706-3 Bewertung: 4.0 |
Ende 19. Jahrhundert: eigentlich
müsste die junge Sarah Connolly ja froh sein - sie, die aus
ärmlichsten Verhältnissen stammt, eine schwere Jugend hinter
sich hat und, wovon sie jedenfalls fest überzeugt ist, durch
Pocken-Narben im Gesicht entstellt ist (was darauf hinweist, dass sie
nur der allerärmsten Gesellschaftsschicht entstammen kann), hat
eine Anstellung als Gesellschafterin von Lady Merrill erhalten und
begleitet diese und deren Familie auf einer Reise nach Venedig. Wenn
nur Bertrand de Lint, der Sohn Lady Merrills, nicht wäre - dieser
scheint ein ausserordentliches Vergnügen daran zu finden, Sarah
mit seinen Bemerkungen zu peinigen - wenigstens ist er noch nicht
zudringlich geworden, und Sarah versucht alles, ihm möglichst aus
dem Weg zu gehen, denn sie möchte unter allen Umständen ihre
respektable Stelle behalten.
Als die Reisegesellschaft bei ihrem Palazzo ankommt, bemerkt Sarah,
dass sie von einem geheimnisvollen Mann beobachtet wird. Später
findet sie in ihrem Zimmer ein prächtiges Karnevalskostüm
samt Maske vor und eine Einladung, am Abend zu einem Ball im Palazzo
Bellini zu kommen. Nach einigem Zögern beschließt Sarah,
dieser Einladung doch Folge zu leisten - mit der Maske kann sie ja
niemand erkennen, und sie sieht diese Gelegenheit als ihre einzige
Chance an, einmal zu erleben, wie es wäre, schön und begehrt
zu sein. Sarah trifft beim Ball natürlich auf den geheimnisvollen
Mann, der sich Raimundo Guerra nennt, in Wahrheit aber Sebastian
Grimsthorpe, Lord Wortham, ist, der einen ausgeklügelten Racheplan
gegenüber Bertrand de Lint verfolgt. Doch seine Gefühle
für Sarah, die er zunächst für eine ganz andere
hält, die er nur für seine Rachepläne benutzen will,
machen ihm einen Strich durch die Rechnung.
Unterhaltsame und spannende Geschichte mit interessantem Setting und
ungewöhnlichem Plot mit einigen überraschenden Wendungen, die
teilweise jedoch etwas gar zu unglaubwürdig wirken; die Heldin ist
endlich einmal eine "Frau mit Vergangenheit". Kleiner Hinweis: der Covertext der
deutschsprachigen Ausgabe ist nicht korrekt und weckt falsche
Erwartungen.
Kritik geschrieben von Sabine, 08.10.2006