"Die Goldhändlerin"

Autoren: Iny und Elmar Lorentz

Verlag: Weltbild, 2003, 617 S.

ISBN: 3-8289-7369-8

Bewertung: 5.0

1485: die sechzehnjährige Jüdin Lea und ihre Familie - ihr Vater Jakob Goldstaub, ein wohlhabender Händler, ihr älterer Bruder Samuel, und ihre beiden jüngeren Geschwister Rachel und Elieser sowie ein paar treue Bedienstete - leben in der deutschen Kleinstadt Hartenburg. Es ist kein sehr einfaches Leben; die Juden sind überall im Reich Verfolgungen, Demütigungen, und Benachteiligungen ausgesetzt; und immer wieder kommt es zu Pogromen, gewalttätigen Überfällen auf jüdische Gemeinden und Familien. Als die Familie Goldstaub sich in der Nachbarstadt Sarningen aufhält, geraten sie in ein solches Pogrom- Leas Vater und ihr Bruder Samuel werden ermordet; Lea, die dem ganzen nur entkommt, weil sie gerade im Haus einer deutschen Freundin zu Besuch ist, steht vor der unlösbar scheinenden Aufgabe, ihre Schwester Rachel und ihren schwerverletzten Bruder Elieser nach Hause zu bringen, und dort dafür zu sorgen, ihren Geschwistern und Bediensteten das Zuhause zu erhalten.

Da es einer Frau zu damaligen Zeiten unmöglich ist, Geschäfte zuführen und Entscheidungen zu treffen, und Lea ihrem älteren Bruder sehr ähnlich sieht, verkleidet sie sich notgedrungen als Mann und tritt nun als Samuel Goldstaub, der die Geschäfte seines Vaters fortführt, auf. Lea ist in ihrer Rolle als Händler sehr erfolgreich, und es gelingt ihr sogar, die unmöglich erscheinenden Forderungen des Markgrafen von Hartenburg zu erfüllen, die dieser als Bedingung stellt, damit die Familie Goldstaub weiterhin im Ort wohnen bleiben darf.

Auf ihren Reisen trifft Lea auf den Hamburger Handelsagenten Roland Fischkopf, der sie mehr als einmal aus einer gefährlichen Situation errettet, so bewahrt er sie und ihren Diener vor einem fanatischen Mönch, der sie auf den Scheiterhaufen bringen will; und stürzt sie immer wieder in wilde Abenteuer. Fischkopf, der in Wahrheit Orlando de Terasa heißt, und ganz besondere Pläne verfolgt, überredet Lea schließlich zu einem überaus gefährlichen Auftrag: sie soll als christlicher Adeliger verkleidet nach Spanien reisen, um Juden vor der Inquisition zu bewahren.

Auch der zweite Roman des Autoren-Paares Iny und Elmar Lorentz ist wieder eine spannende, fesselnde, mitreißend erzählte Geschichte geworden. Eine Vielzahl von farbig geschilderten Charakteren aller Art tritt auf; der Leser/die Leserin kann abenteuerliche, atemberaubende Wendungen des Schicksals im Leben der Heldin, die sich im Laufe der Geschichte zu einer selbständigen und unabhängigen Frau entwickelt, miterleben; und man erfährt bei der Lektüre auch viele interessante historische Details und Begebenheiten, die so ganz nebenbei einen guten Überblick über eine nicht so weithin bekannte geschichtliche Epoche geben. So macht Geschichte Spaß - ein sehr empfehlenswerter Roman!
 
Kritik geschrieben von Sabine R. am 08.12.2003

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