"Carnevale"

Originaltitel: Carnevale

Autorin: Michelle Lovric

Verlag: Marion von Schröder Verlag, 2002, 672 S.

ISBN: 3-547-76192-1

Bewertung: 4.5

"Carnevale" erzählt, in ihren eigenen Worten, die Geschichte der (erfundenen) venezianischen Porträtmalerin Cecilia Cornaro. Im glanzvollen Venedig des Jahres 1782 lernt die junge Cecilia auf ungewöhnliche Weise Giacomo Girolamo Casanova kennen und lieben. Casanova, der Cecilia in die Liebe einführt und ihre angeborene Sinnlichkeit erweckt, fördert ihr malerisches Talent und hilft ihr, ohne dass ihre Familie etwas davon mitbekommt, heimlich ein Atelier zu eröffnen. Cecilia wird bald als Porträtmalerin bei den reichen und adeligen Venezianern bekannt und beliebt. Doch ihr Glück währt nicht ewig; Casanova, der ein wechselvolles Schicksal sein eigen nennt, wird wieder einmal aus Venedig verbannt - diesmal ist es endgültig.

Jahre später, 1809, ist Cecilia weit über Italien hinaus berühmt, und hat viele bekannte Persönlichkeiten gemalt; sie wurde gerade an den Hof des Herrschers Ali Pascha von Albanien berufen, der Porträts von sich und seinen Lieblingsfrauen wünscht. Dort trifft Cecilia auf einen jungen gut aussehenden, englischen Lord von eher düster-melancholischer Art: es handelt sich um den Dichter George Gordon Lord Byron. Obwohl Cecilia ahnt, dass Byron und seine Art ihr nicht gut tun werden, verfällt sie ihm völlig; nach einer kurzen Liebesbeziehung verlässt Byron plötzlich, ohne jede Ankündigung, Albanien und lässt Cecilia schwanger zurück.

Cecilia, die sehr darunter leidet, dass sie von Byron nur benutzt wurde und er keinerlei Gefühle für sie zu hegen scheint, leidet, kehrt drei Monate nach der Geburt ihres Sohnes, den sie in Erinnerung an Casanova, Girolamo tauft, nach Venedig zurück. Um einen Skandal zu vermeiden, gibt sie Girolamo in die Obhut der Pater des Ordens San Lazzaro auf einer kleinen Klosterinsel in der Lagune. Langsam lernt Cecilia, sich in ihrem Leben einzurichten und sich auf ihre Malerei zu konzentrieren. Da erscheint eines Tages, viele Jahre später, Byron, inzwischen ein gefeierter Dichter, in Venedig, und kommt auch in Cecilias Atelier. Obwohl sich ihr Verstand dagegen wehrt, verfällt sie ihm abermals - bis sie die endgültige Demütigung ihrer Liebe zu ihm erfährt, und daraufhin einen fatalen Entschluss fasst.

Spannend und lebendig erzählte, farbenprächtige, sinnliche Geschichte, mit bunt gezeichneten, vielfältigen Charakteren vor der faszinierenden Kulisse Venedigs zu Glanzzeit und Niedergang; mit vielen interessanten historischen Details gespickt. Der Roman mag teilweise etwas zu überwältigend wirken, ist aber äußerst empfehlenswert.

Kritik geschrieben von Sabine R., 07.10.2002

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