"The Floating Book"

Amerikanische Originalausgabe: von 2003

Autorin:  Michelle R. Lovric

Verlag: Virago Press, 490 S.,

ISBN: 1 84408 003 X

Bewertung: 4.0

Venedig, 1468: Erzählt wird die Geschichte der jungen, aus Dalmatien stammenden Sosia, die mit dem um vieles älteren jüdischen Arzt Rabino Simeon verheiratet ist; Sosia, die für ihren Ehemann jedoch keinerlei Gefühle hegt, hat intime Beziehungen zu vielen Männern - die einzigste Bedingung für sie ist: sie müssen Venezianer sein. So wird Sosia nicht nur von Mitgliedern des venezianischen Adels begehrt, sondern auch von dem jungen Bruno, einem Angestellten der Druckerei des Wendelin von Speyer. Bruno ist Sosia hoffnungslos verfallen; sie jedoch behandelt ihn recht herablassend; der einzigste Mann, für den Sosia Gefühle zu hegen scheint, der Schreiber und Kopist Felice Feliciano, sieht sie wiederum nur als Zeitvertreib an.

Parallel dazu wird die Geschichte Wendelin von Speyers erzählt, der aus Deutschland nach Venedig kommt, um dort die erste Druckerei der Stadt zu eröffnen, und auf so einige Schwierigkeiten stösst. Als Wendelin sich nach langem Zögern entschliesst, die erotischen Gedichte des römischen Dichters Catullus zu veröffentlichen, zieht er die Aufmerksamkeit und den Zorn des fanatischen Mönches Fra Filippo auf sich, der diese Gelegenheit zum Anlass nimmt, das Volk gegen das Gewerbe der Buchdrucker aufzuhetzen. Wendelin ist mit der Venezianerin Lussieta verheiratet, die zwischendurch (jeweils in Ich-Form) ihre Sicht der Ereignisse und ihrer Ehe erzählt.

Als Prolog ist jedem Haupt-Kapitel schlie▀lich ein Brief des römischen Dichters Catullus an seinen Bruder vorangestellt, in dem er über seine unglückliche Liebe zu Clodia, einer Römerin aus hochgestellter Familie berichtet, für die er nur einer unter vielen Gespielen ist.

Ein interessanter, aber leider auch, wegen der verschiedenen Erzählperspektiven, etwas verwirrender und dadurch teilweise mühsam zu lesender Roman mit ungewöhnlichen Charakteren; man erfährt so nebenbei einiges über die Geschichte des Druckereiwesens und den Hexen- und Geisterglauben im alten Venedig.

Kritik geschrieben von Sabine R., 19.04.2004

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