"Joanna- Stolze Herrin von Rochambeau "

Originaltitel: Tapestry of Pride (1987)

Autorin: Catherine Lyndell

Verlag: Historical Sonderband 19 im Cora Verlag, 1989

Preis: 6,50 DM

Bewertung: 3.5

England im 13 Jahrhundert: Im Alter von 16 Jahren begegnet Joanna zum ersten Mal Nicolas von Rochambeau auf dem Land ihres Vaters. Sie fühlen sich direkt zueinander hingezogen. Kurz darauf wird Joanna von ihrem Vater von der geplanten Eheschließung informiert. Joanna fühlt sich gedemütigt. Kommt sie sich doch vor wie ein Stück Vieh, da ihr Vater sie für ein Stück Land verkauft hat. Zuerst versucht sie zu fliehen, wird aber von ihrem Verlobten eingeholt. Die Ehe wird geschlossen. Und auch vollzogen. Scheinbar ist das Ehebett der einzige Ort, wo beide ihrer Anziehung nachgeben. Nach ca. 5 Wochen wird Nicolas zu den Waffen und in den Krieg gerufen.

Erst nach 4 Jahren kehrt er zurück. Joanna hat in der Zeit die Haushaltsführung komplett von ihrem (Bastard)-Schwager übernommen und auch einiges verbessert. Der Rückkehr sieht sie aber mit gemischten Gefühlen entgegen: Einerseits hat sie der blonde Nicolas von Anfang an fasziniert, andererseits kann sie die Umstände ihrer Ehe immer noch nicht vergessen. Besser macht es da auch nicht, dass Nicolas meint, Frauen sollten ... eben Frauendinge tun, und den Rest den Männern überlassen, obwohl er zugeben muss, dass Joanna gut gehandelt hat.

Zum Spielball zwischen den beiden wird das Haushaltsbuch, das Joanna codiert geführt hat, und dass Nicolas meint, ganz einfach zu entschlüsseln. Aber Pustekuchen! Er schafft es nicht. Doch gerade, als sich das Paar wieder näher gekommen ist, wird auf Nicolas ein Giftanschlag verübt. Und Joanna wird von jemandem verdächtigt.

Als ich im Covertext gelesen habe, dass Nicolas seine Frau in den Kerker werfen lässt, hatte ich eigentlich gar keine so große Lust, dass Buch zu lesen. Dass die ganze Aktion einen ganz anderen Grund hat, hat mich dass Buch direkt in einem anderen Licht erscheinen lassen. Also, was soll ich zum Buch sagen: Joanna ist zu Beginn nicht stolz sondern nur starrsinnig und Nicolas ein Macho mit allen Allüren des Mittelalters - allerdings ein lernfähiger. Und das lässt mich das Buch doch bedingt empfehlen. Obwohl ich manchmal nicht verstehen konnte, wie man so lange den wahren Gegner nicht erkennen kann.

Geschrieben von Karin M. am 14.12.2001

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