"Der Sohn der Schatten"
Autorin:
Juliet MarillierVerlag:
Knaur, 776 SeitenBewertung:
5.0
KLAPPENTEXT:
Irland im 9. Jahrhundert: Die Kräuterkundige Liadan besitzt eine besondere Gabe:
Sie kann nicht nur den Körper heilen, sondern auch den Geist und die Seele. Als
die junge Frau einer Gruppe Söldner in die Hände fällt, muss sie um ihr Leben
fürchten - und findet ausgerechnet in dem wortkargen Anführer Bran den Mann, der
ihr Schicksal verändern wird ...
MEINE EINSCHÄTZUNG:
Dieses Buch ist nun der zweite Teil der Sevenwaters-Trilogie. In diesem Buch
geht es um Liadan, die Tochter von Sorcha, der Heldin des ersten Teils, die
seinerzeit den Zauber der ihre 6 Brüder, in Schwäne verwandelt hatte, durch
Aufopferung und Liebe, aufheben konnte.
Mittlerweile ist Sorcha mit ihrer großen Liebe Hugh verheiratet und hat drei
Kinder. Den Erben Sean, seine Zwillingsschwester Liadan und die weitere Tochter
Niamh.
Zusammen mit drei Brüdern Sorchas, leben sie alle glücklich in Sevenwaters. Doch
das Böse, die Hexe Lady Oohnah, ist noch nicht besiegt und so ziehen wieder
dunkle Wolken am irischen Himmel auf.
Die schöne und leichtlebige Niamh, verliebt sich eines Tages in einen jungen
Druiden namens Ciaran, der Conor, den Bruder Sorchas und gleichzeitig Erzdruide,
zu einem Fest auf Sevenwaters begleitet hat. Als durch einen Zufall aufgedeckt
wird, dass die beiden ineinander verliebt sind, verhalten sich die Männer von
Sevenwaters sehr eigenartig und reagieren ungewöhnlich. Sie verheiraten Niamh
sofort mit einem Grenzlord um Allianzen zu stärken und vertrauen Ciaran die
bittere Wahrheit an, wieso er auf Niamh verzichten muss. Er ist in Wirklichkeit
der Sohn der Hexe Oohnah und gleichzeitig der Halbbruder von Sorcha, Conor,
Finbar und den anderen Brüdern. Niamh ist sehr unglücklich in ihrer Ehe; sie
wird von ihrem Mann geschlagen und gedemütigt. Doch sie will sich nicht an ihre
Familie wenden, da sie seit dem Vorfall mit Ciaran denkt, sie wäre nichts wert
und ihre Eltern hätten keinerlei Gefühle für sie. Der wahre Grund wieso sie
nicht mit Ciaran zusammen sein darf, kennt sie nicht.
Unterdessen wird Liadan von Söldnern entführt, da sie, eine Heilerin wie ihre
Mutter, einen Mann, der zur Söldnertruppe gehört, gesund pflegen soll. Dabei
lernt sie deren finsteren Anführer Bran kennen. Ein Mann, der viele dunkle
Geheimnisse hat und dessen gequälte Seele ihr keine Ruhe mehr lässt. Die beiden
verlieben sich ineinander, doch nachdem sie ihre erste Liebesnacht miteinander
verbracht haben, schickt Bran Liadan wieder zurück nach Hause, da er der Meinung
ist, sein raues Leben wäre nichts für Liadan und sie hätte besseres als ihn
verdient. Außerdem lasten immer noch schlimme Erinnerungen auf seiner Seele, die
etwas mit Liadans Vater, Hugh, zu tun haben sollen und er möchte sich nicht mit
der Tochter dieses Mannes verbinden.
Liadan kehrt also nach Sevenwaters zurück und dort überstürzen sich ebenfalls
die Ereignisse. Ihre Mutter, Sorcha, ist schwer erkrankt und muss bald sterben.
Außerdem kommen Niamh und ihr Ehemann zu Besuch und dort stellt Liadan dann
fest, dass Niamh von ihrem Ehemann misshandelt wird. Außerdem bemerkt Liadan,
dass sie schwanger ist. Sie liebt Bran immer noch- doch sie ist zu stolz um ihm
die Wahrheit zu sagen. Liadan hat also alle Hände voll zu tun, alles zum Guten
zu wenden. Dabei bekommt sie aber hilfreiche Unterstützung von ihren Onkeln
Conor, Liam und Finbar und nicht zu vergessen, ihrem Zwillingsbruder Sean.
Doch als es so scheint, als ob die Gefahr wieder einmal gebannt wurde, entdeckt
Liadan, dass ein Komplott von einem Nachbarn geschmiedet wurde, um Sevenwaters
zu stürzen. Ihr Bruder Sean bittet Bran, ihren Geliebten, um Hilfe. Doch wird er
helfen? Schließlich hasst er ihren Vater Hugh zutiefst. Und wird es ein Happy
End für Liadan und Bran geben?
Gespannt war ich nun auf die Fortsetzung von Tochter des Waldes und wurde nicht
enttäuscht. Obwohl der Autorin Juliet Marillier nun die Vorlage des Märchens
fehlt, ist ihre Fortsetzung äußerst gelungen und bleibt weiterhin märchenhaft
schön. Es gibt ein Wiedersehen mit den charismatischen Brüdern Sorchas und
letztendlich auch mit Sorcha und ihrem geliebten Hugh selbst. Traurig muss man
mitverfolgen wie sich die Familienangehörigen durch zu viele Geheimnisse, sehr
viel Schmerz zufügen.
Doch immer wieder gibt es auch schöne Lichtblicke, wenn Liadan mit Bran zusammen
ist und versucht ihm seine Seelenqual zu nehmen, oder wenn die ganze Familie
zusammenkommt, als Sorcha schließlich im Sterben liegt um ihr die Reise in den
Tod zu erleichtern. Dann erkennt man, wie stark sich die einzelnen Personen
trotz der vielen Schwierigkeiten doch zueinander hingezogen fühlen und eine
Einheit bilden.
Obwohl dieses Buch auch sehr viele traurige Momente
beinhaltet, möchte ich diese Geschichte doch auf keinen Fall missen. Die beiden
Hauptfiguren Liadan und Bran sind wunderbare Charaktere. Sensibel und doch sehr
stark, wenn ihre Lieben bedroht werden. Und auch die Kulisse, das alte Irland
mit seinem Feenreich und der allgegenwärtigen Magie bietet wieder viel Stoff zum
Träumen. Kurzum, dieses Buch ist eine gelungene Fortsetzung und ich kann es kaum
noch erwarten den dritten und letzten Teil dieser Trilogie zu lesen. Sehr
empfehlenswert!
1.TEIL Die Tochter der Wälder
2.TEIL Der Sohn der Schatten
3.TEIL Das Kind der Stürme
Geschrieben von Nicole G. am 08.08.05 Weitere Juliet Marillier Romane:
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