Nach dem tragischen Unfalltod ihrer geliebten Mutter kommt
das Taschenspielerkind Felicitas zu der Kaufmannsfamilie Hellwig. Herr Hellwig
gibt dem Kind Fürsorge und Liebe. Seiner Frau jedoch ist das Kind ein Dorn im
Auge. Ihrer Ansicht nach ist das Kind von niederer Herkunft und somit eine
Schande für das vornehme und religiöse Haus. Als der Herr des Hauses stirbt
beginnt für Felicitas ein Leidensweg der Geduldeten und Geächteten. Nur von der
alten geheimnisvollen Mamsell, Tante Cordula genannt, die in einem Nebenhaus
wohnt und von dem alten Diener Heinrich bekommt Felicitas Zuneigung und
Verständnis. Die Vormundschaft geht auf den ältesten Sohn der Hellwigs über, auf
Johannes. Eine von ihm geäußerte Meinung über ihre Eltern, hat sich so tief in
das Herz des Mädchens eingegraben, dass sie glaubt, ihm nie verzeihen zu können.
Als Arzt und Professor kommt Johannes nach Jahren zurück. Doch Felicitas
begegnet ihm mit Abscheu und der Blick ihrer Augen begegnen dem seinen kalt.
Noch blutet die innere Wunde, die der Professor ihr vor Jahren zufügte.....
Als die alte Mamsell stirbt und Felicitas in deren Hinterlassenschaft ein
Tagebuch entdeckt, muss sie sich entscheiden, ob sie dem Professor ihre Hand
reichen kann .....
Meine Meinung zum Hörbuch – die Geschichte: Spannung, Liebe, Geheimnis und ein Happy End zeichnet die Geschichte aus.
Sehr sachte werde diese Elemente eingewebt. Doch das ist beileibe nicht alles.
Entschieden rechnet die Autorin mit Falschheit und Heuchelei ab, denen sich die
Hellwigs bedienen um sich ihren Glauben so zurecht zu schustern, dass es in ihr
bequemes, intolerantes Weltbild passt. „Das Geheimnis der alten Mamsell“
erschien 1867. Ein Werk das keinen Staub angesetzt hat und wird zu Recht von
Delta Music, der Verlag in dem das Hörbuch erschienen ist, in die Reihe der
„Grandes Dames“ eingereiht. Bitte mehr davon!
Die Sprecherin: Maria Wolf variiert gut ihre Stimme und trägt sehr abwechslungsreich vor. Es
kommt keine Langeweile auf. Einzig hätte ich mir an einer Stelle, als Krönung
sozusagen, eine kleine Gesangseinlage ("Du junges Grün, du junges Gras.." Robert
Schumann) gewünscht. Aber vielleicht liegt das nicht im Erfahrungsbereich der
Sprecherin. Dazu hätte es vielleicht einer Eva Mattes gebraucht (wie in Undine,
Hörbuch Hamburg).