"Das Geheimnis der alten Mamsell"

Autorin: Eugenie Marlitt

Verlag: Delta Music, 2006

Bewertung: 4.5

Nach dem tragischen Unfalltod ihrer geliebten Mutter kommt das Taschenspielerkind Felicitas zu der Kaufmannsfamilie Hellwig. Herr Hellwig gibt dem Kind Fürsorge und Liebe. Seiner Frau jedoch ist das Kind ein Dorn im Auge. Ihrer Ansicht nach ist das Kind von niederer Herkunft und somit eine Schande für das vornehme und religiöse Haus. Als der Herr des Hauses stirbt beginnt für Felicitas ein Leidensweg der Geduldeten und Geächteten. Nur von der alten geheimnisvollen Mamsell, Tante Cordula genannt, die in einem Nebenhaus wohnt und von dem alten Diener Heinrich bekommt Felicitas Zuneigung und Verständnis. Die Vormundschaft geht auf den ältesten Sohn der Hellwigs über, auf Johannes. Eine von ihm geäußerte Meinung über ihre Eltern, hat sich so tief in das Herz des Mädchens eingegraben, dass sie glaubt, ihm nie verzeihen zu können.
Als Arzt und Professor kommt Johannes nach Jahren zurück. Doch Felicitas begegnet ihm mit Abscheu und der Blick ihrer Augen begegnen dem seinen kalt. Noch blutet die innere Wunde, die der Professor ihr vor Jahren zufügte.....

Als die alte Mamsell stirbt und Felicitas in deren Hinterlassenschaft ein Tagebuch entdeckt, muss sie sich entscheiden, ob sie dem Professor ihre Hand reichen kann .....

Meine Meinung zum Hörbuch – die Geschichte:
Spannung, Liebe, Geheimnis und ein Happy End zeichnet die Geschichte aus. Sehr sachte werde diese Elemente eingewebt. Doch das ist beileibe nicht alles. Entschieden rechnet die Autorin mit Falschheit und Heuchelei ab, denen sich die Hellwigs bedienen um sich ihren Glauben so zurecht zu schustern, dass es in ihr bequemes, intolerantes Weltbild passt. „Das Geheimnis der alten Mamsell“ erschien 1867. Ein Werk das keinen Staub angesetzt hat und wird zu Recht von Delta Music, der Verlag in dem das Hörbuch erschienen ist, in die Reihe der „Grandes Dames“ eingereiht. Bitte mehr davon!

Die Sprecherin:
Maria Wolf variiert gut ihre Stimme und trägt sehr abwechslungsreich vor. Es kommt keine Langeweile auf. Einzig hätte ich mir an einer Stelle, als Krönung sozusagen, eine kleine Gesangseinlage ("Du junges Grün, du junges Gras.." Robert Schumann) gewünscht. Aber vielleicht liegt das nicht im Erfahrungsbereich der Sprecherin. Dazu hätte es vielleicht einer Eva Mattes gebraucht (wie in Undine, Hörbuch Hamburg).

Fazit:
Sehr zu empfehlen.

Notiz:
Am 22.06.2007 ist ihr 120. Todestag.

Review geschrieben von Maria K. am 18.03.07


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