"Die Purpurstadt"

Originaltitel: Du côté de Pondichéry

Autorin: Dominique Marny

Verlag: Bastei-Lübbe, 2003, 376 S.,

ISBN: 3-404-14841-X

Bewertung: 4.0

1863, Pondichéry, eine französische Handelsniederlassung in Indien: in dieser exotischen und kontrastreichen Stadt - bittere Armut der Inder, glanzvolle Welt der Europäer - lebt die siebzehnjährige, intelligente und schöne Juliette Fournel. Sie ist die einzige Tochter des wohlhabenden Kaufmanns Charles Fournel, der in zweiter Ehe mit der vierundzwanzigjährigen Josephine verheiratet ist; die intrigante, selbstsüchtige, verwöhnte Josephine tut alles, um Juliette das Leben schwer zu machen. So plant sie, Juliette mit ihrem Ex-Liebhaber, dem skrupellosen, brutalen und übel beleumdeten Kaufmann Francois Tourvel zu verheiraten. Juliettes einziger Trost ist es, ab und zu ihrem Großonkel Auguste, den sie sehr liebt und schätzt, in dessen Landhaus außerhalb von Pondichéry zu entfliehen - Auguste hat als einziger schon immer ihren Wunsch nach Unabhängigkeit verstanden und unterstützt.

Ein Freund von Charles Fournel hat nun seinen Sohn, Mathieu Trigance, einen eitlen, selbstgefälligen Nichtsnutz, der in Frankreich einen Skandal verursacht hatte, nach Pondichery geschickt, damit der zur Strafe dort einmal zwei Jahre lang im Kontor von Charles Fournel richtig arbeiten solle; Juliette ist zunächst von dem jungen Mann sehr angetan, und glaubt, sich in ihn verliebt zu haben. Doch es dauert nicht allzu lange, da erkennt sie, dass ihre Gefühle für Mathieu nur eine jugendliche Schwärmerei waren - außerdem scheint Mathieu auch viel mehr an Josephine interessiert; sehr viel mehr Herzklopfen verursacht ihr dagegen der junge Ingenieur Louis Tempète, der auch viele ihrer Ansichten teilt. Doch da er aus keiner wohlhabenden Familie stammt, und zudem noch vor seiner Vergangenheit davonläuft, versucht er, der Juliette ebenfalls sehr schätzt, zunächst seine Gefühle vor ihr geheim zu halten.

Eine unterhaltsame und spannende Geschichte aus der französischen Kolonialzeit in Indien, mit interessanten Charakteren und vielfältigen Nebenhandlungen und Verwicklungen; leider bleiben die Ortsbeschreibungen sowie die handelnden Figuren etwas blass und farblos - an die Indien-Romane von M.M. Kaye reicht "Die Purpurstadt" bei weitem nicht heran. Jedoch alles in allem gute Unterhaltung.

Kritik geschrieben von Sabine R. am 20.05.2004

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