"Die Fürstin"

Autor: Eric Maron

Verlag: Bertelsmann Buchclub-Premiere

Preis: 17,95 Euro

Bewertung: 5.0

1722: Als der Bruder und Erbe des Fürsten Carl Anton von Saalstein-Tresskau stirbt, wird dieser von seinem Kanzler gedrängt schnellstens zu heiraten. Denn ohne einen Erben, wird sonst das Fürstentum in die Hände seines gierigen Vetters Ulrich, Fürst von Saalstein-Mittstadt fallen. Fürst Ulrich wartet schon lange auf eine günstige Gelegenheit, sich Saalstein-Tresskau anzueignen. Carl Anton hat aber andere Vorlieben, eine Braut ist das Letzte was er sich wünscht, daher stimmt er dem Plan seines Kanzlers nur widerwillig zu, den Brautwerber Philipp von Zingen, auf die Suche nach einer passenden Frau zu schicken.

Charlotte  von Ostheim-Veldenburg ist zwar von fürstlichen Geblüt, lebt aber mit ihren acht Schwestern in ärmlichen Verhältnissen. Da sich fast alle Töchter schon im heiratsfähigem Alter befinden, gilt Charlottes Mutters ganzes Streben diese schnellst möglichst an den Mann zu bringen.  Besonderes Kopfzerbrechen bereitet ihr Charlotte, da diese dem herkömmlichen Schönheitsideal so gar nicht entspricht. Hoch aufgeschossen ohne Rundungen, wird sie nur die Bohnenstange genannt, verfügt aber über Intelligenz und Selbstbewusstsein. Kein Wunder also, dass Charlottes Mutter schier aus dem Häuschen gerät, als von Zingen auftaucht und sein Anliegen vorbringt. Als der Brautwerber dann auch noch ausgerechnet Charlotte auswählt, ist sie außer sich vor Glück.

Als Charlotte bei Fürst Carl Anton eintrifft, kümmert sich dieser erst recht wenig um seine Braut, tut nur das Nötigste,  um den ersehnten Erben zu zeugen. Charlotte merkt schnell, dass ihr nicht jeder wohl gesonnen ist. Verleumdungen schwirren durch den Palast, Charlotte wird nur abfällig die Zuchtstute genannt. De Tailleur, ein Günstling von Carl Anton, versucht fleißig Missgunst zu säen, er fürchtet um seine Pfründe.  Als sich dann auch noch Charlotte und Carl Anton näher kommen, schäumt de Tailleur vor Wut und beschließt mit den Feinden des Fürsten zu kooperieren. 

Kurz danach, Charlotte ist inzwischen schwanger, verliert sie bei einem Ausritt beinahe ihr Leben.  Zuerst glaubt man an einen Unfall, als aber alle Nachforschungen abgeschlossen sind, gibt es Gewissheit, es war ein Anschlag auf das Leben der Fürstin. Der Schuldige, de Tailleur,  wird schnell gefunden und aus dem Land gejagt. Carl Anton bringt es nicht über das Herz, seinen ehemals Vertrauten zum Tode zu verurteilen. Was der Fürst und seine Gemahlin nicht wissen können, dass sie dadurch eine Kette von Ereignissen in Gang gesetzt haben. Bald werden sich gewissenlose Mächte zusammenrotten und neues Unheil ins Fürstentum tragen.

Die Geschichte spielt im Hochbarock und beleuchtet die Praxis zu jener Zeit, wie die Töchter aus adligen Familien, entweder aus finanziellen Gründen oder aus politischen Machtstreben, verschachert wurden. Der Autor hat mit Charlotte, eine selbstbewusste Frau erschaffen, die das Beste aus ihrer Situation macht. Trotz Hass und Intrigen an den Höfen, geht sie unbeirrt ihren Weg. Die Geschichte wird äußerst spannend erzählt, und ist mit vielen geschichtlichen Details unterlegt, so begegnen auch dem Leser viele bekannte Persönlichkeiten aus dieser Epoche. So bleibt es nicht aus, dass man tief in diese Geschichte eintaucht, mitfiebert und auch mitleidet. Für Freunde des historischen Genres unbedingt zu empfehlen.

Noch eine Anmerkung: Unter dem Pseudonym Eric Maron versteckt sich kein anderer,  als das Autoren-Ehepaar Iny und Elmar Lorentz.

Kritik geschrieben von Uschi am 24.06.04

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