"In jener Nacht voll Zärtlichkeit"

Originaltitel: The Knight and the Rose (1999)

Autorin: Isolde Martyn

Verlag: Bastei Verlag, Juni 2001

ISBN: 3-404-18276-6

Preis: 12,90 DM

Bewertung: 4.0


England 1322: Die junge Lady Johanna FitzHenry ist mit dem wesentlich älteren Lord Fulk de Enderby verheiratet. Die Ehe ist nicht glücklich, da sie von ihrem Mann geschlagen wird. Und auch der "Pflicht", ihrem Mann einen Sohn zu gebären, kann sie scheinbar nicht nachkommen, was diesen nicht daran hindert, es immer wieder mit Gewalt zu versuchen. Eines Tages erhält Johanna die Mitteilung, dass ihren Vater der Schlag getroffen hätte und somit lebensgefährlich erkrankt ist. Nur unter Begleitung von Fulks Schwester darf Johanna ihren Vater besuchen. Der Hintergedanke von Fulk dabei ist, dass er nun noch den Rest der Mitgift einfordern könne. Der geliebte Schoßhund aber darf nicht mit. Und so kommt Johanna, mit Zeichen der letzten Prügel im Gesicht, nach Hause.

Der Vater, dem sie die Ehe insgeheim vorwirft, da sie andere Heiratsanträge abgewiesen hatte, liegt nur starr in seinem Bett. Die Mutter ist entsetzt über das Aussehen der Tochter, die selbst natürlich nicht wieder zurück zu ihrem Ehemann will. Da denkt sich die Mutter eine List aus: Wenn da ein Mann wäre, der behaupten würde, bereits länger mit Johanna verheiratet zu sein......

Johannas Mutter trifft Gervase de Laval, ein flüchtiger Rebell, auf dem Land der FitzHenrys an. Er soll der sogenannte Ehemann sein. Da auf den Kopf von Gervase bzw. seinem Begleiter, dem verletzten Edmund Mortimer, eine Belohnung ausgesetzt ist, kann er sein Leben damit retten. Gesagt getan. Nach ein einigem Widerstreben stimmt Gervase zu und zieht in die Burg. Gervase fragt sich schon bald, ob es an der Seite dieser starrköpfigen Frau wirklich das leichtere Schicksal gewählt hat. Johanna zudem, von ihrer Ehe verängstigt kann sich nicht vorstellen, dass eine Frau Freude an der Liebe finden kann, wie sie es jetzt vorspielen soll. Der Fall wird vor einem Gericht verhandelt werden. Und während Gervase und Johanna versuchen, jede Kleinigkeit untereinander abzusprechen, nicht ohne Streit, ist sich Fulk de Enderby hundertprozentig sicher, dass die beiden ihre Ehe im Bett nicht wieder aufgenommen haben. Warum bloss?

Wieder einmal hat es Isolde Martyn geschafft, die historisch wahren Begebenheiten mit in ihren Roman einzufügen. Auch eine Scheidung/Annullierung zu dieser Zeit finde ich höchst abwechslungsreich. Ebenso wie ein Gegenstand, auf den ich hier nicht näher eingehen möchte. Wer das Buch gelesen hat, weiss worum es geht. Mir hat aber nicht gefallen, dass zum Schluss noch ein Sprung von vier Jahren gemacht wird. Es passt zwar zur historischen Lage, klingt in meinen Augen aber irgendwie aufgesetzt, da ich dort auch noch einige Informationen vermisse, die nur kurz angeschnitten werden. Wäre wahrscheinlich sonst zu lang geworden.

Review von Karin M., 06.06.2001

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