"Ein Sarg aus Rosenholz"

Originaltitel: The Rosewood Casket

Autorin: Sharyn McCrumb

Genre: Sonstiges

Bewertung: 4.5

Zuerst sei erwähnt, dass das Buch trotz des Titels kein Krimi ist:

In den Hügeln von Tennessee:

Randall Stargill, ein Farmer, liegt im Sterben. In seinem letzten Brief bittet er seine vier Söhne ihm einen Sarg zu bauen. Das Rosenholz dazu lagerte schon seit Jahrzehnten in der Scheune. Nach langen Jahren treffen sich die vier Brüder wieder:

-  Robert Lee, Autoverkäufer, verheiratet mit Lilah, die mit ihrem Schutzengel Rudy regelmäßig spricht.
-  Charlie, unverheiratet, ein bekannter Countrysänger, reist mit seiner Freundin Kelley und deren kleinen Tochter Kayla an.
-  Garrett, verheiratet mit der ängstlichen Debba, ist bei der Army.
-  Clayt, unverheiratet, der jüngste der Stargill, lebt in den Apalachen und tritt in Schulen als Daniel Boone auf, um den Kindern die Geschichte der Chirokee und den Pionieren näher zu bringen.

Keiner von ihnen hatte ein enges Verhältnis zu dem Vater, denn die Stargills sind zurückhaltend und in sich gekehrt und trotzdem wollte jeder Sohn auf seine Art, dass ihr Vater stolz auf sie ist.

Nach kurzer Überlegung beschließen sie, die Beerdigungsvorbereitungen so durchzuführen, wie es Randall Stargill niedergeschrieben hat. Die Frauen schneidern aus alten Kleidern und Stoffresten einen Erinnerungsquilt, schließlich musste der Sarg mit Stoff ausgeschlagen werden. Während dem Schreinern und Schneidern entdecken die Stargills mehr von sich, als ihnen lieb ist. Wie sollte das Erbe aufgeteilt werden? Der Grund und Boden ist doch einiges Wert. Clayt jedoch will verhindern, dass durch eine Villensiedlung das Habitat vieler wildlebender Tiere vernichtet wird.

Dann taucht auch noch eine alte Freundin ihres Vaters auf und übergibt den Brüdern ein altes Kästchen mit Kinderknochen. Was hat das zu bedeuten?

Die Ereignisse überschlagen sich als Dovey Stallard, eine Nachbarin der Stargill, eine Dummheit begeht und Kayla sich im Wald verläuft.

Ein sehr zu Herzen gehendes Thema. Man ist ja geneigt als Mensch den Tod beiseite zuschieben. Doch diese Geschichte beschreibt ganz natürlich den Kreislauf des Lebens, mit all seinem Leid und Problemen. Die New York Times schreibt über die Autorin, dass sie eine große visionäre Erzählerin ist. Die Atmosphäre des Romans würde ich mit den Romanen von Sandra Dallas und Fannie Flagg vergleichen. Keine alltägliche, aber sich lohnende Lektüre.

Review von Maria, 19.09.2001

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