"Die schöne Verräterin"

Autorin: Rena Monte

Verlag: Moments Verlag, (HC) 2005

ISBN: 3-937670-48-3

Preis: 9,95 Euro

Bewertung: 4.5

Toskana im Mittelalter: Silvana, die Tochter des Conte Monteggiori, wächst in Männerkleidung als Halbwaise auf. Roberto Di Ripafratta aus Pisa, der Erzfeind ihres Vaters, redet Silvana ein, dass ihre Mutter, die bei einem Spaziergang spurlos verschwunden ist, noch lebe und zwar als Prostituierte unter Gauklern! Auch beschwört Roberto eine eindeutig-zweideutige Szene herauf und ihr Vater verweist sie prompt des Hauses. Ihre Tante, die Marchesa Donata, nimmt sie zu sich nach Lucca, wo Silvana in der Villa Marlia wie eine Tochter des Marchese und der Marchesa aufgenommen. Hier erwartet Silvana ein ganz anderes Leben, als bei ihrem strengen Vater: leicht, verspielt und sinnenfroh geht es in Lucca zu. Silvana lernt unter der Aufsicht des hübschen Offiziers Conte Tiziano Bernardini Reiten und mit Falken zu jagen. Außerdem gibt man ihr schöne Kleider, sie lernt Tanzen und schnell wird aus dem jungenhaften Geschöpf eine betörende junge -und vor allem schlitzohrige! - Frau!

Allerdings spürt Roberto Di Ripafratta sie in der Villa Marlia auf und zwingt sie, ihm sämtliche Informationen aller lucchesischen Festungen zu verschaffen. Ansonsten will er die Wahrheit über den Verbleib ihrer Mutter enthüllen und Schande über die Familie Monteggiori bringen. Silvana fügt sich schweren Herzens in ihr Schicksal und beginnt, für Di Ripafratta zu spionieren. Sie ist zunächst erfolgreich und hat überall problemlos Zugang zu den Festungen. Aber dann verstrickt sich Silvana derart tief in ihre Lügen, dass sie nicht mehr ein noch aus weiß und auch ihre Liebe zu Tiziano, von dem sie nicht weiß, ob er sie wirklich liebt oder nur als Lustobjekt sieht, macht es ihr nicht leichter. Dann werden ihr auch noch geheime Pläne, die sie gestohlen hat, durch den Stallmeister und seine Geliebte gestohlen und diese Pläne weiterverkauft. Nun hat sie also noch weitere Mitwisser und Erpresser am Hals!

Verzweifelt beichtet sie alles Pater Notker, dem sie vertraut. Pater Notker verlangt von ihr, dass sie Tiziano alles beichtet. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn immer dann, wenn sie Tiziano einweihen will, ist dieser auf dem Sprung zu einer Schlacht und will nur ein kurzes Schäferstündchen mit Silvana verbringen. Silvana steckt also in einer schwierigen Situation und Roberto wird immer rabiater…

Eine charmante, locker-flockige Geschichte die man kaum aus der Hand legen mag. Auch wenn alle Charaktere sehr skizzenhaft bleiben und auch Silvana einen etwas naiv-frechen Eindruck macht, ist "Die schöne Verräterin" ein absolutes Lese-Highlight und erinnert an heitere französische historische Liebesromane à la Jacqueline Monsigny. Eine weitere Gemeinsamkeit mit diesen Romanen sind die etwas derben Anzüglichkeiten (Mittelalter eben *g*), Ohrfeigen und Vergewaltigung zwischen Held und Heldin (keine Angst: absolut nicht schlimm und fügen sich gut in die Story ein). Mir hat schon lange ein Liebesroman nicht mehr so viel Spaß gemacht wie "Die schöne Verräterin".

Kritik geschrieben von Angela W., 22.03.05

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