Originaltitel: The Horse Whisperer
Autor: Nicholas Evans
Bewertung: 4.0
Annie Maclean, in ihrem Job als
Chefredakteurin auch Annie Graves (ihr Mädchenname) genannt, ist knall in ihrem
Job und auch privat. Ihre Tochter Grace, gerade mal 13 Jahre alt, spornt sie
stets zu Höchstleistungen an. Da ist es nicht verwunderlich, das Grace sich dem
Vater Robert Maclean, einem angesehenen New Yorker Rechtsanwalt, eher anvertraut
als Annie.
Doch als Grace mit ihrem Pferd Pilgrim einen folgenschweren Unfall hat, müssen
Robert und Annie am gleichen Strang ziehen. Grace hat nicht nur ihre beste
Freundin Judith bei dem Unfall verloren, auch ihr rechtes Bein musste amputiert
werden. Pilgrim hat auch offensichtlich große Verletzungen erlitten, denn
eigentlich hätte er den Unfall gar nicht überlegen dürfen und die Tierärzte
möchten ihn mit einem Gnadenschuss erlösen. Doch Annie lehnt es ab. Der Hengst
rebelliert und lässt niemanden an sich heran. Auch die Heilung der tiefen Wunden
ist daher schwierig.
Nach dem Unfall findet Annie keinen Zugang mehr zu Grace und sie spürt auch, das
mit Pilgrim zu tun hat. Daher macht sie sich auf die Suche nach einem
Pferdeflüsterer und findet ihn auch in Tom Booker, einem Rancher in Montana. Da
er ihr jedoch offensichtlich nicht helfen will, setzt Annie sich mit Grace und
Pilgrim ins Auto und macht sich auf die lange Reise nach Montana. Sie stößt bei
Grace auf wenig Gegenliebe und erntet Schweigen.
In Montana angekommen kann sie schließlich Tom Booker dazu bringen, sich Pilgrim
anzunehmen. Aber er will Grace' Hilfe dabei haben, denn er spürt den großen
Konflikt zwischen Mutter und Tochter. Doch Tom Booker, in sich selbst ruhend und
stets zu einem kleinen Scherz aufgelegt, hat sich in Annie verguckt. Auch Annie
ist dem nicht abgeneigt, doch in erster Linie stehen für beide Grace und
Pilgrim. Aber die Liebe wächst und bahnt sich ihren Weg. Allerdings sind nicht
alle in ihrer näheren Umgebung besonders glücklich über diese Entwicklung.
Mein Fazit:
Ich habe das Buch nun gelesen und die letzte Stunde von dem Film noch einmal
gesehen. Und ich sage es erneut (obwohl es ja allen bekannt sein dürfte), die
Bücher sind immer besser als die Verfilmungen. Allerdings muss ich dem Autor und
auch dem Drehbuchautoren eine Kritik erteilen: Bei beidem ist das Ende nicht
gelungen. Ich meine, ich muss nicht immer ein Happy End im Buch haben. Aber DAS
Ende hat mich so schockiert, das ich es fast schon nicht mehr empfehlen kann. Es
ist auch irgendwo unwirklich, unglaubwürdig. Da stellt man den Rancher Tom
Booker als erfahrenen und weisen Mann hin, der auf alle Lebenslagen scheinbar
eine Antwort weiß und dann begibt er sich auf soo törichte Art und Weise in
Gefahr. Das passt nicht zusammen. Auch die Reaktion von Annie und Grace danach
sind für mich absolut unverständlich. Das Ende hat der Autor nicht glücklich
getroffen. Wenn man vom Ende absieht, ist es sehr schön geschrieben, flüssig und
ohne große Umschweife. Man kann sich in die Charaktere jetzt noch besser hinein
versetzen als durch den Film. Und es ist auch tatsächlich so, das Nicholas Evans
das Buch eher um Annie aufgebaut hat und nicht um Grace oder Pilgrim. Daher muss
man die Geschichte auch als eine sehr große Liebesgeschichte betrachten.
Review von Elke H., Herausgeberin von Monalous Homepage,
27.08.06
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