"Caravaggios Flucht"

Originaltitel: Den tvilende Thomas

Autor: Atle Naess

Verlag: Insel Verlag, 2003, 157 S.

ISBN: 3-458-17171-1

Bewertung: 4.5


Am 28. Mai 1606 tötete der Maler Michel Angelo Merisi, genannt Caravaggio, in Rom einen Mann namens Ranuccio Tomassoni, mit dem er in Streit geraten war. Nach der Tat war Caravaggio aus dem Kirchenstaat geflohen, doch einige einflussreiche Gönner versuchten, eine Begnadigung zu erreichen. In diesem Roman wird von den verschiedensten Menschen, die dem Maler auf die eine oder andere Weise nahe standen, geschildert, wie es ihrer Meinung nach zu diesem Vorfall kam. Außerdem erzählen sie über ihre Bekanntschaft zu dem überaus genialen Maler, der jedoch durch seine aufbrausende, streitsüchtige Art ständig für Skandale sorgte - sowohl sein persönliches Leben betreffend wie auch die Malerei. So war Caravaggio bereits öfter in Haft gewesen, wegen gewalttätiger Streitereien, lärmender Saufgelage, Beleidigungen, und unerlaubten Waffenbesitzes. Auch mit seinen Gemälden schockierte er immer wieder - wer sonst nahm zum Beispiel für ein Gemälde der heiligen Magdalena eine echte Hure als Modell? Jeder der Erzählenden, ob Freund, Bruder, Malermodell oder Künstlerkollege, berichtet über andere Details, gewinnt andere Einsichten zum Fall Caravaggios.

Ein sehr interessante, spannend geschriebene und mit viel Atmosphäre ausgestatteter Geschichte über eine herausragende, widersprüchliche Künstlerpersönlichkeit, die eigentlich nur einen bedeutenden Fehler hat - sie hätte länger sein können!

Kritik geschrieben von Sabine R., 11.09.2005

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