Amerikanische
Originalausgabe
Autorin:
Madeleine Oh
Verlag: Changeling Press
Genre: Erotica (ebook)
Bewertung: 1.5
Schmuggler Rand Faràr hat ein Problem. Auf seiner letzten
Mission musste er die Ladung leider auf immer verschwinden lassen, was
seinen Kunden Harel Larg sehr unglücklich gemacht hat. Es hat ihn
sogar so unglücklich gemacht, dass er beschlossen hat, an Rand ein
Exempel zu statuieren. Seitdem ist Rand auf der Flucht und der
sadistische Kopfgeldjäger Bryn Gorlan ihm dicht auf den Fersen.
Rand braucht dringend einen Bodyguard, und Drake Varna scheint genau
der Mann – und Vampir – für den Job. Auch die Frage der Bezahlung
kann befriedigend geklärt werden, denn Rand hat die Blutgruppe AB
negativ und ist mehr als bereit, Drake davon kosten zu lassen...
Glaubt mir: Ich wollte diese Geschichte wirklich mögen. Seit Mel
Keegans “Death's Head” und “Equinox” habe ich ein Vorliebe für
schwule SciFi, und ich hatte so große Hoffnungen. Endlich eine
schwule Geschichte, die von einer Frau geschrieben wurden und die nicht
hinter einem männlichen Pseudonym versteckt wird. Es ist wirklich
an der Zeit, dass endlich zugegeben wird, dass es durchaus Frauen gibt,
die die Vorstellung von zwei Männern zusammen aufregend finden.
Und wenn das Weltall auch nicht der Ort ist, an dem ich mir
normalerweise Vampire vorstelle, war ich durchaus bereit, keine
Vorurteile deswegen zu haben.
Der Anfang war viel versprechend. Erinnerungen an die Cantina in Mos
Eisley, ein verfolgter Schmuggler... oh, Han Solo, wo bist du? Ja,
nicht schlecht, das konnte was werden. Und dann ist irgendetwas
passiert. Plötzlich verhalten sich sowohl Mensch als auch Vampir
wie komplette Volltrottel. Sehr schnell beginnt man sich zu fragen, wie
Rand überhaupt so lange als Schmuggler überleben konnte, da
er offensichtlich nicht einmal die einfachsten Sicherheitsgrundregeln
beachtet. Offen bleibt auch, warum ein Vampir, der die Hälfte des
Tages im Todesschlaf liegt, als perfekter Bodyguard angesehen wird
(“Tag” im All? Fragt nicht...). Und dann das unfassbar abgenutzte
“Nein, ich werde dich jetzt nicht sofort töten”, das beide Seiten
benutzen. Man kann sich ja denken, wie das endet...
Aber wen interessiert die Story, was
ist mit dem Sex. Ja, Rand und Drake machen all die Dinge die böse
Jungs miteinander tun können (na ja, natürlich nicht all die
Dinge, die Geschichte ist schließlich nur 28 Seiten lang
(pdf-Version)). Vielleicht bin ich unterdessen einfach zu genervt, um
es noch toll zu finden, aber was mich wirklich stört, ist, dass
Rand, obwohl er glücklicherweise keine sich zierende Jungfrau ist,
von unglaublich überwältigendem und
planetenerschütterndem Vampirsex weggeblasen wird. Und Drake...
Tja, das wissen wir nicht so richtig. Ich denke, wir können davon
ausgehen, dass er wohl auch seinen Spaß hat, aber erzählt
wird uns das nicht. Seine Perspektive bleibt völlig außen
vor. Vielleicht ist das ja nur ein Problem von mir, aber ich
persönlich mag es einfach lieber, wenn man den Spaß und die
Erregung von beiden Partnern mitbekommt. Das offene Ende scheint eine
Fortsetzung anzukündigen, aber in diesem Fall bitte ohne mich.
Tut mir leid, Leute, aber das hier war einfach keine Geschichte
für mich.
Kritik geschrieben von Birte, 15.9.2004